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Treibhausgase aus der Erde

Klimaverschiebungen sind in manchen Teilen der Welt auf Wechselwirkungen der Erwärmung zurückzuführen, berichtet Gideon Heimann im TAGESSPIEGEL: In diesem Zusammenhang ist „insbesondere der wachsende Verlust an Tundra erschreckend“, so zitiert er Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Tundra – das sei in der Vorstellung des Laien nur wenig fruchtbares Land in höheren Breiten der Nordhemisphäre, in Kanada, Skandinavien und Nordrussland. Aber das vereiste Erdreich halte organische Substanzen fest, darunter riesige Mengen Methan. Dessen Wirkung als Treibhausgas ist 20 bis 30 Mal so groß wie die des Kohlendioxids.

Methan aus dem Tundra-Boden

Taut es also in der Tundra, beginne eine Wechselwirkung mit dem Klima, das die eingeschlagene Tendenz deutlich verstärken könne. Denn wie viel Methan dort auf Eis liegt, wisse noch niemand so recht einzuschätzen. Es sei bestimmt genug – das kann man sagen – um die Klimaschraube weiter zu drehen.

Wird es global wärmer, spürt man es zunächst dort, wo ein Zustand auf der Kippe steht. In der Tundra, so heißt es weiter in dem Bericht, ist das die Temperatur um den Gefrierpunkt herum. Und da es in den vergangenen 100 Jahren global zwischen 0,7 und 1,8 Grad wärmer geworden ist, verschwinden jene Frostgebiete rapide. In den vergangenen 15 Jahren sollen es um die 700 000 Quadratkilometer gewesen sein, fast 130 Quadratkilometer täglich – jede Woche ein Mal die Fläche Berlins, knapp 900 Quadratkilometer.

Klimatagung in Potsdam

Die wechselnden, sich überschneidenden Einflüsse, die das Klima bestimmen, sie standen unter dem Stichwort „Klimavariabilität“ jetzt im Mittelpunkt der 6. Deutschen Klimatagung, die in Potsdam stattfand. Schließlich sei das Klima über erdgeschichtliche Zeiträume hinweg betrachtet, ein stetes Hin und Her gewesen – zumindest seit rund 800 000 Jahren.

Diese Phasen müssten aber verstanden und erklärt werden. Denn nur dann, wenn es den Wissenschaftlern gelingt, Informationen aus möglichst vielen Disziplinen zusammenzutragen, können sie alle wichtigen Einflussgrößen für die weitere Entwicklung einschätzen. Messdaten aus einem Fachgebiet allein reichen für eine korrekte Interpretation nicht aus.

Mehr heiße Sommerstunden

Ein einfaches Beispiel: Wer die Anzahl der Sommerstunden betrachtet, an denen es an der Potsdamer Wetterwarte 25 Grad und wärmer gewesen ist, wird eigentlich schon in den ersten 20 Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Klimawandel diagnostizieren müssen. Gab es 1901 noch 152 „heiße Sommerstunden“, stieg die Zahl bis 1921 auf knapp 200.

Aber der Einfluss des Menschen aufs Klimageschehen war damals vergleichsweise gering. Die Erwärmung hatte zum großen Teil natürliche Ursachen: Die Sonne wurde kräftiger und die Vulkane schwächer, erläutert der Direktor des Potsdam-Instituts, Martin Claußen. Für die Fachleute ist dies nur ein Beispiel dafür, welche Schwankungen die Natur von ganz allein hervorbringen kann.

Dampf als Treibhausgas

Auch der Treibhauseffekt ist keine Erfindung des Menschen. Die Einstrahlung der Sonne verdunstet Wasser zu Dampf, der in die Atmosphäre gelangt. Dort absorbiert er die eintreffende Wärmestrahlung – Dampf ist also ein klimawirksames Treibhausgas.

Doch seit 1970 hat sich Entscheidendes geändert: Seither wächst der Anteil des Treibhauseffekts am gesamten Klimageschehen deutlich. Und nun verbleibt ein Anteil, der mit natürlichen Vorgängen nicht mehr zu erklären ist, sagt auch Jörg Negendank, Dozent am Geoforschungszentrum Potsdam. Es sind die vom Menschen verursachten Emissionen – allen voran das Kohlendioxid aus Verbrennungsprozessen.

Quelle: Tagesspiegel, 28.10.2003