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Heiße Sommer gab es schon oft

Auch wenn viele Deutsche sich nicht erinnern können, jemals zuvor so ausdauernd geschwitzt zu haben: Heiße Sommer sind hierzulande gar nicht so selten, schrieb Manfred Lindinger in der FAZ. Die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach, die die Temperaturen, Niederschläge und Sonnenscheindauer der vergangenen hundert Jahre erfasst haben, berichten, dass es besonders "sonnige" Sommer bereits in den Jahren 1905, 1911, 1917, 1921, 1947, 1959, 1975, 1982, 1983 und 1992 gegeben.

Den heißesten Sommer gab es bisher 1947

Der Spitzenreiter ist bisher der Sommer des Jahres 1947, mit einer ungewöhnlichen Hitze und Trockenheit. Die Durchschnittstemperatur, gemittelt über die Monate Juni, Juli und August, lag 2,2 Grad über dem für Sommermonate typischen mittleren Wert. Damals brachten es die Monate Juni, Juli und August auf die Durchschnittstagestemperaturen von 17,8, 18,9 und 18,9 Grad. Zudem fielen kaum mehr als 60 Prozent der zu erwartenden Niederschlagsmenge.

Auch das gab es: Kälterekord im Juni

Zu den besonders kühlen Sommern gehören die Jahre 1909, 1913, 1916, 1918, 1923, 1956, 1962, 1965, 1978, 1985 und 1987. Die mittlere Temperatur der Sommermonate lag etwa zwei Grad unter dem Referenzwert von 16,3 Grad, dem Temperaturmittelwert der Jahre 1961 bis 1990. Den Kälterekord brachte der 4. Juni 1919: Damals wurden in Berlin nur 10,0 Grad gemessen.

Sommer der Rekorde

Der Monat Juni war in diesem Jahr bereits der heißeste seit 1901, dem ersten Jahr, für das dem DWD komplette Daten vorliegen. Die Tagesmitteltemperatur betrug bundesweit 19,1 Grad. Das sind 3,7 Grad über dem typischen Durchschnittswert für diesen Monat.

240 Stunden Sonne

Die bisherigen Spitzenreiter waren die Jahre 1917 mit 18,8 Grad und 1930 mit 18,3 Grad. 240 Stunden lang lachte die Sonne im Juni 2003 - ein Viertel mehr als üblich. Dieser Monat war zudem überaus trocken. Es fielen im Mittel nur zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmenge von 85 Liter pro Quadratmeter.

Auch Juli zu warm

Nicht ganz so extrem war der Monat Juli, der dennoch für einen typischen Juli deutlich zu warm war. Die Tagesmitteltemperaturen lagen bis 2,5 Grad über dem für einen Juli typischen Durchschnittswert von 16,9 Grad. Nur die Jahre 1994 mit 21,3 und 1983 mit 20,4 waren deutlich wärmer. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug im Juli 2003 235 Stunden; im Mittel sind es im Juli 209 Stunden. Immerhin fielen aber rund 69 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was fast 90 Prozent der üblichen Menge entspricht.

Im August wurden in Perl-Nenning magische 40,8 Grad erreicht. Doch dieser Wert muss noch überprüft werden. Erst dann wäre der bisherige Rekord vom 27. Juli 1983 im Oberpfälzer Gärmersdorf offiziell gefallen. Dort wurden damals 40,2 Grad gemessen.

Verlässliche Wettervorhersagen mit einer Trefferquote von mehr als 90 Prozent sind nur maximal drei Tage im voraus möglich, erklärt Uwe Kirsche vom DWD. Jenseits dieser Marke wird die Prognose zunehmend unsicher.

Mittlere Temperatur erhöhte sich

Laut IPCC, dem Internationalen Klimabeirat, hat sich die mittlere Temperatur in den vergangenen hundert Jahren um 0,6 bis 0,8 Grad erhöht. Ein besonders starker Anstieg ist seit den siebziger Jahren festzustellen. Die neunziger Jahre waren das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Messungen. Um 0,3 Grad zum Beispiel ist die Tagesmitteltemperatur in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren angestiegen.

Nicht überbewerten

Die Meteorologen warnen jedoch davor, die Beschleunigung der Erwärmung als Indiz für eine drohende Klimakatastrophe zu werten. Einzelne Wetterextreme wie die diesjährige Hitzeperiode oder die Jahrhundertflut 2002, so ist man sich einig, sind keine Beweise. Die Summe über mehrere Sommer zeigt den anthropogenen Einfluß, den es unbestritten gibt. Doch wie stark der ist, auch darüber streiten die Gelehrten. So wird von einigen Forschern für die kommenden hundert Jahren eine Erwärmung der Erdatmosphäre von 1,5 bis 6 Grad prognostiziert. Die Folge wären noch deutlicher wärmere Sommer, als wir sie derzeit erleben.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.08.2003