Grünstadt

Sie kennen Grünstadt nicht?? Nun, das ist wirklich eine Bildungslücke, denn Grünstadt liegt sozusagen am Knotenpunkt Europas! Ziehen Sie eine Gerade
zwischen Berlin und Paris, halbieren Sie diese – und siehe da: Sie befinden sich Grünstadt!!

Aber nicht nur das: Es ist auch eine wichtige Stadt, was einer der schönsten und erfreulichsten Erzeugnisse unseres Landes angeht: dem Wein! (Wie ich mir habe erzählen lassen, soll selbst Kant bei seinen Tafelrunden Grünstadter Wein genossen haben!!) - Schon der Name der Stadt gibt einen versteckten Hinweis auf dieses Gewächs, denn das Grün, das sich um unsere Mauern ausbreitet, kommt weder von Wiesen, noch vom Wald – es sind die weiten Rebenfelder, die unsere Stadt umgeben wie ein welliges Meer!
   

Ein grünes Meer, dass sich im Herbst in einen riesigen, fröhlich bunten Fleckerlteppich verwandelt und zu einem der vielen Weinfeste einlädt, die es hier in der Umgebung gibt. Und wo man zu den köstlichen Weinen auch noch hervorragend essen kann, besonders jetzt im Herbst, wo man zu dem Neuen Wein überall den einmalig guten Zwiebelkuchen bekommt!!

Erste Funde aus Grünstadts Geschichte gehen zurück bis in die mittlere Steinzeit. Urkundlich erwähnt wurde es zum ersten Mal im November 875. Heute ist es eine Stadt in Rheinland-Pfalz mit etwa 13 000 Einwohnern am Beginn der Deutschen Weinstraße.

Es hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich, geplagt von Seuchen (ein paarmal suchte die Pest die kleine Stadt heim) und Kriegen und Zänkereien zwischen fürstlichen Machtansprüchen und kirchlichen Auseinandersetzungen… Eine besonders bemerkenswerte Zeit gab es hingegen im 18. JH:

Nachdem die Burgen der Grafen von Altleiningen und Neuleiningen abgebrannt waren, schloss man sich zusammen, gründete in Grünstadt eine neue Residenz und wechselte sich jährlich beim Regieren ab!!!! Könnte doch ein Vorbild in unserer heutigen Zeit sein, oder??? Und: Grünstadt war auf diese Weise sogar eine Weile Hauptstadt!!!
   

Erhalten geblieben sind die wunderschöne Martins-Kirche in schlichtem Barock, ein barockes Schloss (zugeben nicht ganz so groß und bedeutend wie das nicht weit entfernte Mannheimer Schloss….), eine alte Lateinschule (Beweis für unseren traditionellen Bildungshunger, wenn sie auch keinen Kant hervorgebracht hat ;-)) …), die St. Peterskirche aus dem 17. Jahrhundert, Reste der alten Stadtmauer mit verwinkelten Gassen und einige, spätere, recht prächtige Bürgerhäuser.
   

Und da ist noch eine kleine Fußgängerzone, deren Besonderheiten man aber erst sieht, wenn man den Blick von den Schaufenstern der Geschäfte zum zweiten Stockwerk hebt, wo es noch alte Giebel ganz verschiedener Baustile gibt: Altes Fachwerk neben Barock, Jugendstil und sogar Bauhauselemente sind zu entdecken.
 

Was Grünstadt noch anziehend macht? Man kann von hier aus in kürzester Zeit ganz verschiedene, sehenswerte Ziele erreichen: Mannheim, Ludwigshafen mit der atemberaubenden BASF (manchmal sogar im wörtlichen Sinn bis Grünstadt riechbar.. ), Kaiserslautern, die Kurstadt Bad Dürkheim mit seinem entzückenden Kurpark, kleine mittelalterliche Kleinode wie Neuleiningen und Freinsheim sind nur einen Katzensprung entfernt und in nur wenigen Autominuten ist man im Pfälzerwald, wo er am schönsten ist!!

Sie sehen: Wer Grünstadt noch nicht kennt, sollt es unbedingt kennenlernen – es lohnt sich!!! ;-))))
Ute - 07.10.2017

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