Fachwerkstadt Herborn.

Im Rahmen eines Seminars über Fachwerkhäuser besuchte ich Herborn, eine kleine Stadt an der BAB 45 zwischen Gießen und Siegen.Die Stadt an der Dill wird zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Deutschlands gezählt.

Herborn erhielt bereits 1251 durch einen Grafen des Hauses Nassau das Stadtrecht. Bedeutung erlangte Herborn durch die im Jahr 1584 gegründete Hohe Schule, die eine der wichtigsten Bildungsstätte der calvinisch reformierten Theologie in Europa wurde.

  
Sie war zunächst im Schloss und später im alten Rathaus untergebracht. https://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Schule_Herborn

Uns interessierten aber vor allem die Fachwerkhäuser.

  
Hier sieht man zwei gleich gebaute Fachwerkhäuser, das rechts stehende ist mit Schiefer verkleidet.
Diese Verkleidung schützt das Fachwerk, weil Luft hinter den Schieferplatten zirkulieren kann.

  
Man sieht, dass die Häuser in Geschossbauweise errichtet wurden, das heißt, jede Etage wird eigenständig gezimmert und auf die untere aufgesetzt. Das erlaubt es auch, dass die höhere Etage etwas vorgebaut werden kann, um Raum zu gewinnen. In Hessen war diese Bauweise üblich, weil hier Erbteilung bestand, die Wohnfläche im Haus also immer wieder unter den vielen Kindern aufgeteilt werden musste.

  
An diesem Haus lässt sich gut erkennen, dass die Balken mit dem Beil behauen wurden. Dies führte zu geringerer Spannung der Oberflächen und damit zu weniger Rissen im Holz.

   
Links sieht man das beliebte seitliche Ausguckfenster, durch das man die Straße beobachten konnte, ohne selbst gesehen zu werden.

 
Die frühere Stadtbefestigung ist noch zum Teil erhalten.

  
Vorbei am Rathaus (links) und durch die „Neuen Pforte“ erreichten wir den Bahnhof und fuhren nach Frankfurt zurück.

Annemarie Werning.

Fotos: Annemarie W.

Zurück