Donauwörth gedenkt seiner Vergangenheit

„Donauwörth hat wieder seinen alten Donauhafen!“
Im Frühjahr 2017 feierte die Stadt die teilweise Wiederbelebung des ehemaligen Flusshafens an der Donau. Dabei rückte ein interessantes Kapitel der ereignisreichen Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung ins Blickfeld.

Gerade die Donau spielte hier als Verkehrsweg seit jeher eine bedeutende Rolle, liegt Donauwörth doch seit der Antike bis heute an einem Schnittpunkt von Verbindungen. Zu Lande waren es schon Straßen der Römer, später die Eisenbahn, zu Wasser Schiffsbewegungen und in der Luft die moderne Produktion von Hubschraubern und Airbus-Passagierflugzeugkomponenten.
Ab 1837 gelang der Anschluss an die Donau-Dampfschifffahrt, die von Linz über Passau und Regensburg kommend, hier einen Start- und Endpunkt erreichte. Eine Fortsetzung des Güter- und Personenverkehrs auf dem Fluss bis Ulm konnte wegen des niedrigen Wasserstandes und gefährlichen Untiefen nicht realisiert werden. Damals entstanden die nötigen Umschlagseinrichtungen für die Abfertigung von Passagieren und Waren, aber auch
Lagerhäuser, Hotels usw.


Alter Donauhafen.

Der rege Verkehr auf dem  Fluss kam aber schon 1874 wegen der Konkurrenz durch die Eisenbahn zum Erliegen und der Landeplatz mit all seinen Baulichkeiten verfiel.

Nun ist ein Teil der Anlagen des Hafengeländes wieder erstanden und wird als Anfang einer neuen Stadtpromenade sowie für die Führung des Donau-Radwegenetzes ausgebaut. Die Stadt Donauwörth ist stolz auf dieses Kapitel Stadtgeschichte und feierte das Ereignis gebührend mit einem Hafenfest.

Ebenfalls 2017, im Jahr der Reformation, gedenkt man in der Stadt noch eines anderen bedeutenden Vorganges. Der 30-jährige Krieg von 1618 – 1648 hatte mit einen Auslöser im sog. „Kreuz- und Fahnengefecht“ in Donauwörth 1606. Dabei  kam es zwischen den Bürgern der protestantischen Stadt und einem Prozessionszug von einigen Katholiken und Angehörigen des Klosters Heilig-Kreuz zu Tumulten und handgreiflichen Auseinandersetzungen.


Kreuz- und Fahnengefecht.

Die Streitigkeiten wurden dem Kaiser  vorgetragen und eine gütliche Klärung versucht. Nachdem eine Lösung auf diplomatischem Weg nicht möglich war, verhängte der Kaiser 1607 über die Stadt die Reichsacht, was zum Verlust der Reichsfreiheit und Angliederung an Bayern führte.

Als Folge dieser Ereignisse schlossen sich 1608 mehrere Fürsten zur Protestantischen Union zusammen.  Im Gegenzug gründete der Kaiser die Katholische Liga.  Damit standen die feindlichen Militärbündnisse des Dreißigjährigen Krieges fest, der dann 1618 zum Ausbruch kam.
Fotos: Dietrich B.

Dietrich B, 06.06.2017

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