Reinickendorf

Der Bezirk Reinickendorf wurde 1920 gebildet. Sein Charakter ist von Wäldern und Gewässern geprägt, seine südlichen Teile haben aber in der Bebauung viele Ähnlichkeiten mit dem angrenzenden Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte. Darüber hinaus liegt in Reinickendorf die zwischen 1929 und 1931 erbaute Siedlung Weiße Stadt und das Märkische Viertel, das von 1963 bis 1974 als Großbausiedlung geschaffen wurde und in dem heute über 30.000 Menschen wohnen. In den restlichen Ortsteilen herrscht Einzelhausbebauung vor, die in einigen Bereichen wie Hermsdorf und insbesondere Frohnau auch villenartigen Charakter annimmt. Reinickendorf verfügt mit dem Flughafen Berlin-Tegel über den einzigen sich in Betrieb befindlichen Flughafen auf Berliner Stadtgebiet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Reinickendorf

Reinickendorf.

Um 1230 wurde Reinickendorf als ein Angerdorf gegründet, das seinen Namen offenbar einem Lokator namens Reinhard verdankt. Urkundlich wurde es erstmals als Renekendorf im Jahre 1344 erwähnt. Schon vor 1391 gehörte das Dorf dem Rat der Stadt Berlin, und zwar bis 1632. Zunächst wurde das Dorf an Peter Engel verkauft. Ab am 1. April 1710 gehörte Reinickendorf wieder der Stadt Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch Reinickendorf von der Industrialisierung erfasst und erlebte einen erheblichen Aufschwung mit der Fertigstellung der Nordbahn 1877. Im Jahr 1893 folgte dann die Kremmener Bahn und 1901 die Heidekrautbahn, womit Reinickendorf zu einem gut erschlossenen Berliner Vorort wurde. Reinickendorf wurde 1920 in das damals entstandene Groß-Berlin eingemeindet. In den 1920er Jahren entstand an der Aroser Allee die Weiße Stadt nach Plänen des Architekten Otto Rudolf Salvisberg, die im Juli 2008 als eine von sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen wurde.

Die Dorfkirche Reinickendorf aus unverputzten Feldsteinen ist eine der über 50 Dorfkirchen in Berlin. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Glockenturm wurde erst am Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Das Innere der Kirche wurde mehrfach verändert, insbesondere bei der Restaurierung zwischen 1936 und 1938. Sie befindet sich in der Straße Alt-Reinickendorf unweit des U-Bahnhofs Paracelsus-Bad und steht unter Denkmalschutz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Reinickendorf

Tegel.

Tegel entstand als ein platzartiges Sackgassendorf, das am Tegeler See endet. 1322 erstmals urkundlich erwähnt als Kirchdorf Tygel. Offenbar muss Tegel einen bemerkenswerten Ziegelbau besessen haben. Im Jahr 1361 wird eine (Wasser-) Mühle (molendium) in Tegel erwähnt. Das Landbuch Karls IV. (1375) weist für Tegel 32 Hufen aus, davon vier Pfarrhufen. Im Dorf gibt es sechs Kossäten. Von 1558 bis 1872 gehörte das Dorf dem Amt Spandau. Spätestens 1590 ist in Tegel ein Schulzengut mit vier Freihufen nachzuweisen. Darauf entstand 1737 das Schlösschen Tegel. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erfuhr Tegel als Erholungsgebiet der Stadt Berlin einen enormen Aufschwung – unter anderem erfolgten Schiffsausflüge von hier, wozu der Hafen angelegt bzw. ausgebaut wurde. Auf dem Gelände des früheren Gaswerks Tegel entstanden in drei Bauabschnitten (um 1960, um 1970 und um 1990) Mehrfamilienhäuser. Dabei wurden in der Nähe des früheren Gaswerk-Hafens mehrere Hochhäuser errichtet, die den Bewohnern der oberen Stockwerke einen ungehinderten Blick auf den See, den Wald und den Ort Tegel gestatten. Diese Häuser bilden zusammen mit der Siedlung „Waldidyll“ die Ortslage Tegel-Süd.
Nördlich des Flughafens wurde bis 1978 Kies gewonnen. Hierdurch entstand der Flughafensee, dessen größter Teil zusammen mit angrenzenden Waldstücken ein Vogelreservat bildet. An der nördlichsten Stelle des Sees liegt eine Badestelle. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung von 1984 bis 1988 entstanden am Tegeler Hafen, um die Greenwich-Promenade, imposante Wohnzeilen und Wohnschlangen mit insgesamt 350 Wohnungen, wobei zwischenzeitlich auch ein Terminal für Flusskreuzfahrten angelegt wurde. Im Jahr 2009 begannen die Bauarbeiten für die Bebauung der Insel Tegel.

Die Tegeler Hafenbrücke, im Volksmund „Sechserbrücke“ genannt, überspannt als Fußgängerbrücke die Einfahrt des Tegeler Hafens und die Mündung des Tegeler Fließes. Sie wurde 1909 als stählerne Fachwerkbogenbrücke mit einer Gesamtlänge von 91 Metern mit beidseits je zwei steinernen Kassenhäuschen erbaut. Heute steht sie unter Denkmalschutz.
Um die Kosten für die Brücke wieder zu amortisieren, nahm ein Brückenzöllner von bis zu 28.000 Passanten an Sonn- und Feiertagen einen Sechser als Brückenzoll. Daraus entstand der Name „Sechserbrücke“.

Das Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss) liegt im Ortsteil Tegel des Bezirks Reinickendorf und ist das bedeutendste Baudenkmal des Bezirks. Ursprünglich 1558 als Renaissance-Herrenhaus erbaut, erfolgte auf Veranlassung von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg der Umbau zu einem Jagdschloss. Als Teil des Gutes Tegel ging das Schloss 1766 durch Heirat an die Familie von Humboldt über. Im Schlosspark befindet sich auch die 1829 von Schinkel angelegte Familiengrabstätte der Familie von Humboldt, in der auch Alexander und Wilhelm von Humboldt ihre letzte Ruhe fanden. Im Jahr 1983 wurde der Schlosspark unter Denkmalschutz gestellt. An seiner Westseite nahe am Tegeler See steht eine angeblich 800 Jahre alte Eiche, die Dicke Marie, wie sie von den Gebrüdern Humboldt nach ihrer Köchin genannt wurde.

Borsig ist ein deutsches Unternehmen des Maschinenbaues mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen stellte vor allem Dampflokomotiven her und war während der Ära der Dampflokomotiven in Europa der größte und weltweit der zweitgrößte Lokomotivenlieferant. Im Juli 2002 ging die Muttergesellschaft Babcock-Borsig AG in Oberhausen in die Insolvenz. Obwohl selbst profitabel wirtschaftend, musste Borsig infolgedessen ebenso Insolvenz anmelden. Die finanziellen Verpflichtungen konnten jedoch weiter bedient werden, die Geschäftstätigkeit wurde für die nicht zum Babcock-Konzern gehörenden Aktivitäten weitergeführt. Im September 2002 wurde der Geschäftsbetrieb von dem Insolvenzverwalter auf die neue Borsig GmbH übertragen und diese mit einem Eigenkapital von 1,9 Millionen Euro ausgestattet. Die bisherige Borsig GmbH sollte in der Abwicklungsgesellschaft Borsig mbH bis Anfang 2004 abgewickelt worden sein Am 28. Mai 2003 wurde Borsig vom Management und dem Finanzinvestor capiton übernommen.

Der Borsigturm ist ein Hochhaus von 1922 auf dem Firmengelände der Tegeler Borsigwerke, das je nach Definition als erstes Hochhaus Berlins gilt. Die beengten Platzverhältnisse auf dem Werksgelände sollen den Anstoß zum Turmbau gegeben haben. Der Turm entstand als Stahlskelettbau, dessen Fassaden aus Backstein gemauert sind. Durch den Einbau eines Wasserbehälters in der neunten Etage diente er anfänglich auch als Wasserturm.
Schnell wurde der Turm, der als Bürogebäude genutzt wurde, zum Wahrzeichen der Borsigwerke. In den 1970er und 1990er Jahren wurde er renoviert und weiter als Bürogebäude genutzt.

Die Borsig-Villa Reiherwerder ist ein ehemaliges Landhaus der Berliner Unternehmerfamilie Borsig. Es liegt auf der 12,37 Hektar großen Halbinsel Reiherwerder auf der Nordwestseite des Tegeler Sees. Es gehört heute zusammen mit den benachbarten Gebäuden zum Gelände der Akademie Auswärtiger Dienst des Auswärtigen Amts, in denen seit Anfang 2006 alle Angehörigen des mittleren, gehobenen und höheren Auswärtigen Dienstes ausgebildet werden. Die Villa selbst dient als Gästehaus des deutschen Außenministeriums. Unmittelbar nördlich der Villa gibt es zur Wasserseite hin einen vorgelagerten Garten in neobarockem Stil (Gartendenkmal Villengarten des Landhauses Borsig). Das gesamte Gelände ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die Dorfkirche Alt-Tegel wurde 1911/1912 errichtet; davor standen an diesem Platz allerdings bereits drei Vorgängerbauten, deren Geschichte bis in das Mittelalter rückverfolgt werden kann. Bei der heutigen Kirche handelt es sich um ein dreischiffiges Langhaus mit einer mittelschiffsbreiten Apsis und einem westbauartigen querrechtigem Turm.

Die Alte Waldschänke ist die älteste Gaststätte Berlins und wird seit 2011 unter dem Namen Wiesenstein bewirtschaftet. Das ursprünglich als Arbeiterwohnhaus genutzte Gebäude der Alten Waldschänke wurde im Zuge der Erweiterung des Schlossrestaurants in eine Gaststätte umgebaut und in der Folge in „Waldschänke“ umbenannt. Schlossrestaurant und die Alte Waldschänke hatten bis ins 20. Jahrhundert hinein denselben Pächter.

Der Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ ist der größere der beiden Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Das Flughafengelände war ursprünglich ein Teil der Jungfernheide und diente den Preußen-Königen als Jagdgebiet. Später wurde es vom preußischen Militär als Artillerie-Schießplatz genutzt. Am 27. September 1930 wurde der Raketenschießplatz Tegel unter der Leitung von Rudolf Nebel eröffnet. Die Versuche mit flüssigkeitsbetriebenen Raketen und Flugkörpern, an denen auch Wernher von Braun beteiligt war, wurden nach den ersten Erfolgen unter Geheimhaltung zunächst hier, später in Kummersdorf-Gut und ab 1936 in Peenemünde weitergeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände als Truppenübungsplatz von Flak-Regimentern der Luftwaffe genutzt.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Tegler Gelände von Bombenkratern übersät und die dort stehenden Gebäude weitgehend zerstört. Noch immer sind Blindgänger und Munitionsreste im Boden verteilt. Ursprünglich hatte die Bezirksverwaltung geplant, auf einem Teil des Geländes eine Kleingarten-Wohnsiedlung einzurichten, um die Wohnungsnot zu lindern.
Während der sowjetischen Blockade West-Berlins richtete die französische Besatzungsmacht zusammen mit US-amerikanischen Spezialisten und deutschen Arbeitskräften zur Unterstützung der Berliner Luftbrücke in 90 Tagen einen neuen Flugplatz ein. Auf dem Gelände in Tegel wurde sechs Wochen nach dem Beginn der Blockade ab dem 5. August 1948 mit dem Bau der damals längsten Start- und Landebahn Europas mit einer Länge von 2428 Metern begonnen; die notwendigen Gebäude und Hallen wurden zunächst als Provisorien mit einfachsten Mitteln errichtet. Am 5. November 1948 landete mit einer Douglas C-54 das erste Flugzeug auf dem erst Anfang Dezember offiziell eingeweihten Flughafen. Der Flugbetrieb erfolgte weitgehend mit amerikanischen Flugzeugen, da die französischen Luftstreitkräfte nicht über eine ausreichende Anzahl an Transportflugzeugen verfügten und zudem im Indochinakrieg gebunden waren. Am 16. Dezember desselben Jahres wurde der Holzsendeturm des unter der Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration stehenden Radiosenders Berliner Rundfunk von den Franzosen gesprengt, da er den Flugbetrieb beeinträchtigte. Die besondere politische Situation West-Berlins während der Zeit des Kalten Kriegs bedeutete, dass der gesamte Luftverkehr von und nach Westdeutschland nur durch Fluggesellschaften der drei Besatzungsmächte (USA, Großbritannien und Frankreich) durchgeführt werden durfte; ebenso durfte die Flugzeugbesatzung anfangs ausschließlich nur aus Bürgern dieser Länder bestehen. Zumindest seit Mitte der 1960er Jahre beschäftigten die alliierten Fluggesellschaften dann auch einheimisches Personal, allerdings beschränkt auf Flugbegleiter. Den ersten regelmäßigen Linienflug nach Tegel nahm Air France ab dem 2. Januar 1960 in den Flugplan auf. Dies war der Beginn des zivilen Flugverkehrs in Tegel. Zuvor wurde bereits Tempelhof bedient, bei diesem Flughafen stellte jedoch die verhältnismäßig kurze Start- und Landebahn für die neu aufkommenden Düsenflugzeuge ein Problem dar. Die Flughafenanlagen Tegel-Süd entstanden zwischen 1965 und 1975. Mit der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 endeten die alliierten Sonderrechte und alle Restriktionen im Berlin-Flugverkehr wurden aufgehoben. Tegel konnte damit auch von deutschen Fluggesellschaften angeflogen werden. Die Lufthansa begann am 28. Oktober 1990 mit Linienflügen und führte anfangs zwölf tägliche Flüge zu verschiedenen deutschen Städten sowie nach London durch. Nach dem Fall der Mauer 1989 begannen die Planungen für einen neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg, Tegel sollte deshalb nicht mehr ausgebaut werden. Trotz der zu diesem Zeitpunkt für den 3. Juni 2012 geplanten Einstellung des Flugbetriebs wurde der Terminal C noch 2011 um einen 1200 m² großen Anbau erweitert. Dies sei nötig gewesen, da Tegel bis Ende Juli 2011 bereits 15,5 % Fluggäste mehr als im Vorjahreszeitraum zu verzeichnen hatte und mit dem zusätzlichen Gebäude Passagiere für bis zu drei Flugzeuge einchecken können.
Die Abfertigungsanlagen nördlich der Landebahnen grenzen an den Ortsteil Tegel und wurden zuerst von der seinerzeitigen französischen Siegermacht als Militärflugplatz genutzt. Seit dem Abzug der französischen Streitkräfte im Jahr 1994 ist der Flughafen Tegel Regierungsflughafen und kann auch für militärische Operationen Deutschlands bzw. seiner Partner verwendet werden.

Die Justizvollzugsanstalt Tegel ist die größte geschlossene und zugleich eine der ältesten Justizvollzugsanstalten Deutschlands. Seit 1898 sitzen dort verurteilte männliche erwachsene Strafgefangene ihre Freiheitsstrafen ab. Im September 2012 verfügte die JVA Tegel über 1325 Haftplätze, die Belegung lag bei 1216 Inhaftierten, die von 805 Justizbeamten und -angestellten bewacht und betreut wurden.

Der Russische Friedhof in der Wittestraße 37 ist der einzige zivile russisch-orthodoxe Friedhof in Berlin. Er wurde 1893 gegründet und wurde später für zahlreiche Exilrussen in Deutschland, darunter auch viele bekannte Adelige, zur letzten Ruhestätte. Er ist Eigentum der Bruderschaft des heiligen Fürsten Wladimir.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tegel

Konradshöhe.

Konradshöhe liegt am Tegeler Forst – eingebettet vom Ortsteil Tegel – an der Havel und dem Tegeler See. Im südlichen Bereich gehört die Ortslage Tegelort zu Konradshöhe, das einen dörflichen Charakter besitzt.

Im Zuge der Norderweiterung Berlins siedelten sich viele Großstädter in den Vororten an, die von der Nähe zur Natur und den niedrigen Bodenpreisen angelockt wurden. Im Zuge der Norderweiterung Berlins siedelten sich viele Großstädter in den Vororten an, die von der Nähe zur Natur und den niedrigen Bodenpreisen angelockt wurden. Einer von ihnen war der Kupferschmiedemeister August Friedrich Theodor Rohmann. Er erwarb 1865 ein Grundstück an der Havel zur Errichtung einer Kupfermühle von einem Bauern, der das ertragslose Land zu seinem wie zum Vorteil Rohmanns verkaufte. Für 1000 Taler wechselten 20 Morgen (50.000 m²) den Besitzer. Praktisch bis in das 20. Jahrhundert prägte die Familie Rohmann und ihre Nachfolger die Entwicklung von Konradshöhe.
Bereits 1915 wurde Konradshöhe als Sommerfrische empfohlen, weil es sich durch gute, ozonreiche Luft auszeichnete. Die Bezeichnung ‚Luftkurort‘, die um 1955 aufkam, aber nie amtlich klassifiziert wurde, hielt sich lange im Sprachgebrauch der Einwohner. Die zentrale Örtlichkeit von Konradshöhe ist der Falkenplatz, auf dem sich ein kleiner Park mit Spielplatz befindet. Hier treffen sich vorwiegend die Jugendlichen des Ortsteils, vor allem jene, die im benachbarten Kinder- und Jugendhilfezentrum Haus Conradshöhe beheimatet sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Konradsh%C3%B6he

Heiligensee.

Um 1230 errichteten deutsche Siedler das Straßenangerdorf Heiligensee, in dem spätestens seit 1352 ein Hof der von Bredow mit anfangs zehn abgabenfreien Hufen nachweisbar ist. Im Jahre 1308 wird erstmals Heiligensee urkundlich erwähnt, als Hyelegense. 1352 wird der Hof der von Bredow genannt. Heiligensee erlangte seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zunehmend Bekanntheit, weil es am damals stark frequentierten Pilgerweg Berlin–Wilsnack lag.
Seit dem 1. Oktober 1920 ist Heiligensee ein Teil von Berlin. Im August/September 2008 beging Heiligensee mit zahlreichen Veranstaltungen sein 700-jähriges Jubiläum, rund um den historischen Dorfanger. Bis ins 20. Jahrhundert lebten die Bewohner Heiligensees größtenteils von den Erträgen der Landwirtschaft. Davon zeugen noch heute das bewirtschaftete Südfeld an der Heiligenseestraße und das Mittelfeld in der Straße Am Dachsbau. In den 1930er Jahren wurde die Borsigsiedlung errichtet, in der die Arbeiter der Borsigwerke lebten.

Die Dorfkirche Heiligensee auf dem Dorfanger Alt-Heiligensee 45/47 ist eine der über 50 Dorfkirchen in Berlin. Ihr Kern geht wahrscheinlich auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Sie ist im Laufe der Jahrhunderte umgebaut worden. 1667 bekam das Kirchenschiff seine jetzige Form. Der heutige Turm wurde zwischen 1707 und 1713 errichtet und 1761 umgebaut. Dabei bekam er auch seine Haube. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Heiligensee

Frohnau.

Der heutige Berliner Ortsteil wurde zwischen 1908 und 1910 von der Berliner Terrain-Centrale angelegt, die von dem oberschlesischen Fürsten Guido Henckel von Donnersmarck initiiert wurde. Die Gesellschaft kaufte 1907 Waldgelände links und rechts der Berliner Nordbahn von der Familie von Veltheim in Schönfließ und begann mit dem Anlegen einer Siedlung, die sich an der damals entstehenden Gartenstadtbewegung orientierte und Gartenstadt Frohnau benannt wurde. Die Gartenstadt wurde rund um das neue Bahnhofsgebäude der Berliner Vorortbahn angelegt. Am 7. Mai 1910 feierte man die Einweihung des Ortes, in der kurzen Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurden aber nur wenige Häuser errichtet. Der größte Teil wurde erst zwischen den beiden Weltkriegen bebaut. Im Norden Frohnaus entstand 1938 die Invalidensiedlung auf einem hufeisenförmigen Grundriss. Am 22. April 1945 besetzten die sowjetischen Truppen den Ortsteil. Vom 12. August 1945 bis zum 2. Oktober 1990 gehörte er zum Französischen Sektor Berlins. Von 1961 bis 1989 war der gesamte Ortsteil im Norden des Tegeler Forstes im Wesentlichen nur über drei Straßen vom südlich gelegenen Ortsteil Hermsdorf her erreichbar. Die Rote Chaussee, die Frohnau durch den Tegeler Forst mit Heiligensee verbindet, wurde erst vom französischen Militär angelegt.

Der Casinoturm wurde zwischen 1909 und 1910 als 30 Meter hohes Wahrzeichen und Landmarke des Ortsteils erbaut. Der balkonartige Umgang unterhalb der Turmspitze in einer Höhe von 26,5 Metern ist als Aussichtsplattform gestaltet. An der Turmfassade befinden sich Uhren nach allen vier Himmelsrichtungen. Im Inneren ist der Turm mit einem – schon lange außer Betrieb gesetzten – Hochdruckbehälter mit 49 m³ Inhalt zur Wasserversorgung des Bahnhofsgeländes und der angrenzenden Geschäftsgebäude ausgestattet, es handelt sich demnach eigentlich um einen Wasserturm. An seiner Südwestecke verfügt der Turm über einen bis zur Höhe von etwa 20 m führenden Treppenturm, der sich wie ein Halbmond an den Turmbau anfügt.

Das Buddhistische Haus ist eine buddhistische Tempelanlage oder Vihâra in Berlin und gilt als der älteste buddhistische Tempel in Europa. Der Bauherr des Buddhistischen Hauses war der Arzt und Schriftsteller Paul Dahlke, der in Berlin eine Praxis betrieb und auf seinen Asienreisen den Buddhismus kennengelernt hatte. Er wurde 1900 selbst Buddhist und Lehrer dieser Religion, übersetzte eine Reihe alter buddhistischer Schriften aus der altindischen Pali-Sprache ins Deutsche und gab die „Neubuddhistische Zeitschrift“ heraus. Seit dem Jahr 2000 wird das Haus von Tissa Weeraratna verwaltet. Im Sommer 2005 hat der aktuelle Vertreter der German Dharmaduta Society in Deutschland, selbst buddhistischer Laie, die vorher dort arbeitenden Mönche und Angestellten entlassen. Er führt das Haus nun zusammen mit einem westlichen, englischsprachigen Mönch. Der deutsche Förderverein des Hauses hat sich 2007 neu gegründet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Frohnau

Hermsdorf.

Hermsdorf wurde erstmals 1349 (als Hermanstorp) urkundlich erwähnt. Hermsdorf ging 1349 im Rahmen der Umformung zu einem Gut an Ritter Busse Milow, von 1585 bis 1694 an die von Götze zu Rosenthal. Um 1585 errichtete diese Familie einen Rittersitz, der um 1640 im Dreißigjährigen KriegIm Jahr 1865 wurde eine Postagentur eingerichtet. 1898 wurde eine Solequelle entdeckt, die allerdings zehn Jahre später bereits wieder versiegte. Der Ort hieß damals Hermsdorf in der Mark.[ zerstört wurde. Im Jahr 1907 wurden ein Gas- und ein Wasserwerk errichtet, 1914 wurde die Feuerwache eingeweiht. 1920 wurde Hermsdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und das Dominikus-Krankenhaus eingeweiht.

Die Dorfkirche Hermsdorf ist eine der über 50 Dorfkirchen in Berlin, die alle seit der Reformation in Brandenburg im Jahr 1539 evangelisch sind. An Stelle der mitten auf dem Dorfanger Alt-Hermsdorf stehenden mittelalterlichen Fachwerkkirche wurde westlich von ihr in der Almutstraße 1756 zunächst eine Fachwerkkirche errichtet, bevor 1830 der heute vorhandene rechteckige Putzbau entstand. 1909 wurde die Barockkirche erweitert, im Westen mit einer Vorhalle und im Osten mit einem eingezogenen Altarraum mit seitlich angefügter Sakristei. Die Dorfkirche steht unter Denkmalschutz.

Die katholische Kirche Maria-Gnaden, von Josef Bischof im Heimatschutzstil entworfen, befindet sich am Hermsdorfer Damm 195 Ecke Olafstraße. Die am 22. Mai 1934 konsekrierte Saalkirche steht unter Denkmalschutz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Hermsdorf

Waidmannslust.

Waidmannslust geht auf eine Villenkolonie zurück, die auf den 1875 durch den Förster und Gastwirt Ernst Bondick erworbenen Ländereien gegründet wurde. Das Gebiet erhielt seinen Namen durch das von Bondick geführte Gasthaus Waidmannslust. Noch heute finden sich in Waidmannslust neben vielen Villen und Landhäusern auch Hochhäuser, hiermit sollte Abhilfe für den fehlenden Wohnraum nach dem Bau der Berliner Mauer geschaffen werden.

Die Königin-Luise-Kirche ist ein neugotisches Gotteshaus, das im Jahr 1913 fertiggestellt wurde. Die Planung der Kirche im Stil der norddeutschen Backsteingotik wurde im 100. Todesjahr der Königin Luise von Preußen begonnen, deren Namen sie trägt.

Der Steinbergpark zählt zu einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Berlins. Er liegt zwischen der Siedlung Tegel an der Grenze zu Waidmannslust und der Siedlung Rosentreterpromenade in Wittenau. Der Steinbergpark ist ca. 35 ha groß und besteht zum Großteil aus natürlichem Kiefernwald, der mit Laubhölzern wie Birken, Eichen und Akazien durchsetzt ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Waidmannslus

Lübars.

In Lübars findet man neben viel Natur noch eine erhaltene Dorfstruktur mit einer barocken Dorfkirche vom Ende des 18. Jahrhunderts. Lübars wurde im Rahmen der deutschen Ostsiedlung als Angerdorf um 1230 gegründet. Die Dorfaue war der Mittelpunkt des dörflichen Geschehens. Deshalb gab es gleich neben der Dorfkirche einen Dorfteich. Nach dem Mittelalter kamen noch ein Feuerwehrhaus und ein Schulhaus hinzu. Ein altes strohgedecktes Hirtenhaus in Lübars aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kündet von den Bewohnern früherer Jahrhunderte. In jener Zeit, als sich die Stadt Berlin ins Umland ausdehnte, siedelten sich in den Dörfern ebenfalls mehr Menschen an, sie errichteten niedrige Wohngebäude, die teilweise mit Stuck geschmückt wurden. Das unter Denkmalschutz stehende historische Gasthaus Alter Dorfkrug Lübars mitsamt dem – nach historischem Vorbild restaurierten – Festsaal ist erhalten geblieben und dient noch heute der Gästebewirtung. Im Jahr 1920 wurde Lübars nach Berlin eingemeindet.
Bekannt ist Lübars durch den am Dorfrand liegenden Freizeitpark Lübars, der auf einer alten Müllhalde, die es hier bis 1975 gab, im Verlaufe mehrerer Jahre angelegt wurde. Eine Jugendfarm lädt vor allem die Stadtkinder zum Kennenlernen der Großtierhaltung ein.
In West-Berlin galt Lübars bis zum Mauerfall 1989 als Kuriosum und Sehenswürdigkeit, denn es wurde als einzige Siedlung mit weitgehend dörflichem Charakter innerhalb der damals ummauerten und dicht bevölkerten Millionenstadt dargestellt. Schulklassen, Großstadtbevölkerung und Touristen konnten in Lübars den wenigen Berliner Bauern bei der Bewirtschaftung ihrer Felder zusehen.

Die Dorfkirche Lübars auf dem Dorfanger Alt-Lübars ist eine einfache Saalkirche mit vorgelagertem Turm vertritt einen Kirchentyp, wie er in den Dorfkirchen der Mark Brandenburg der Barockzeit häufig angetroffen wird. Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirche wurde von 1950 bis 1956 restauriert. Der Ortskern von Lübars mit dem Dorfanger steht unter Denkmalschutz.

Der Freizeitparks Lübars ist ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem der jüngeren Berliner. Auf dem Gelände einer von 1957 bis 1981 betriebenen Hausmülldeponie entstand mit breiter Bürgerbeteiligung eine abwechslungsreiche Freizeit- und Erholungsanlage. Mittelpunkt der Anlage ist ein 85 m hoher Hügel, von dem man einen weiten Blick in die umgebende Landschaft hat. Am Hang treffen sich die Fans des Drachen- und Modellbaufliegens. Auf Wander-, Reit- und Radwegen kann man sich zu jeder Jahreszeit sportlich betätigen. Eine besondere Attraktion ist der 300 m lange Ski- und Rodelhang mit Flutlicht, der im Winter bei entsprechender Witterung stark frequentiert ist. Am Rand des Freizeitparks befindet sich ein Erlebnisspielplatz für Kinder aller Altersgruppen. Neben Kletter- und Rutschkombinationen, Wasserspielen und Buddelkästen gibt es auch eine Skaterbahn. Weiterer Anziehungspunkt ist die Jugendfarm Lübars. Hier kann man Einblicke in die Landwirtschaft und das traditionelle Handwerk erhalten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-L%C3%BCbars

Wittenau.

Wittenau entstand aus dem märkischen Dalldorf, das erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Im Jahr 1905 wurde das Dorf nach seinem verstorbenen Gemeindevorsteher umbenannt und 1920 nach Berlin eingemeindet. In Wittenau befindet sich das Rathaus Reinickendorf, Hauptstandort des Bezirksamts und Sitz der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Eine erste urkundliche Erwähnung ist erst für das Jahr 1322 als Daldorff belegt. Bereits vor 1322 befindet sich das Dorf im Besitz des Nonnenklosters von Spandau (und zwar bis 1558). Nach der Reformation und der damit einhergehenden Auflösung des Klosters in Spandau 1558 wurde Dalldorf vom Amt Spandau verwaltet. Mit dem Wachsen der Stadt Berlin stieg auch die Einwohnerzahl Dalldorfs beständig an. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Landwirtschaft auf intensivere Kulturen umgestellt wurde. 1869 erwarb die Stadt Berlin ein weiteres Mal Land von der Gemeinde Dalldorf, diesmal zum Bau einer städtischen Irrenanstalt. Die Anstalt wurde von 1877 bis 1879 errichtet und war fortan als Städtische Irrenanstalt zu Dalldorf bekannt. Aufgrund der expliziten Erwähnung des Ortsnamens wurde Dalldorf in den Folgejahren im Volksmund zum Synonym für Irrenanstalt. Auch die Dalldorfer selbst wussten um die negative Assoziation, die ihrem Dorfnamen anhing. Daher wurde bereits am 24. Januar 1903 ein Gesuch an den zuständigen Landrat des Kreises Niederbarnim gestellt, die Gemeinde umzubenennen. Pate für den neuen Namen standen der erst 1902 verstorbene langjährige Amtsvorsteher Dalldorfs, Peter Witte, sowie die Lage der Gemeinde auf dem flachen Land (eine Au). Die Prägung Wittenaus durch die Arbeiterschaft wurde nicht nur in den Wahlen zur Nationalversammlung deutlich, bei der die SPD und die USPD die meisten Stimmen in der Gemeinde erhielten, ebenso folgten alle Wittenauer Betriebe dem Aufruf zum Generalstreik als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch. Nach Kriegsende führte die Umstellung auf Friedensproduktion in Wittenau zur Entlassung von großen Teilen der Belegschaft, da die hier ansässige Industrie vornehmlich Rüstungsgüter herstellte. Erst Mitte der 1920er Jahre besserte sich die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung in Wittenau. Dies äußerte sich vor allem in den umfangreichen Bautätigkeiten im Ortsteil, so wurden in dieser Zeit nicht nur die Wohnanlage Siedlung Wittenau südöstlich des Rathauses und die Siedlung Grünland an der Straße nach Alt-Tegel angelegt, auch der Volkspark Wittenau und der Steinbergpark datieren aus dieser Zeit. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten konnte sich die NSDAP mit Hilfe von SA-Abteilungen auch bei den Wahlen auf bezirklicher Ebene durchsetzen, sodass in der Reinickendorfer Verwaltung im April 1933 begonnen wurde, aus politischen und rassistischen Gründen Personen aus dem Bezirksamt zu entlassen und zu vertreiben. Der moderne Großsiedlungsbau wurde gestoppt, dafür wurde im Zuge der Kriegsvorbereitungen verstärkt in die Produktion von Kriegsgütern investiert. Nach der Einnahme des Ortsteils durch die Rote Armee konnte relativ zügig wieder eine provisorische Ortsverwaltung gebildet werden. Während der 1950er Jahre stieg die Einwohnerzahl des Bezirks Reinickendorf insgesamt an und bescherte den Ortsteilen einen großflächigen Neubau von Wohnbauten. In den 1970er und 1980er Jahren wurde nicht nur in die Verkehrsinfrastruktur Wittenaus investiert, sondern auch in öffentliche Bauten: 1971 wurde der Bau der Ringelnatz-Grundschule in der Wilhelm-Gericke-Straße fertiggestellt, nur ein Jahr später folgte die Peter-Witte-Grundschule in der Rathauspromenade. 1994 wurde in direkter Nähe zum Triftpark mit dem Bau einer Wohnsiedlung begonnen, die heute aufgrund ihrer Fassadenfarbe als Blaue Siedlung bekannt ist – analog zur Gelben Siedlung auf der anderen Seite des Triftparks, deren Reihenhäuser bereits 1988 fertiggestellt wurden. In den 1990er Jahren entstanden außerdem zwei Reihenhaussiedlungen. Die offiziellen Feierlichkeiten zum 650-jährigen Bestehen Wittenaus wurden 2001 abgehalten.
Den alten historischen Kern von Wittenau bildet heute der inmitten alter Bäume liegende Dorfanger.

Die Dorfkirche wurde um 1480 aus großen und unregelmäßigen Feldsteinen errichtet und ist das älteste bis heute erhaltene Gebäude des Ortes. Sie wurde 1351 erstmalig urkundlich erwähnt. Im Inneren kann man einen Flügelaltar besichtigen, der um 1500 vom Spandauer Nonnenkloster, zu dessen Besitzungen Wittenau -damals noch Dalldorf- bis 1558 gehörte, gestiftet worden sein soll. Drei Figuren, die Heilige Anna, Maria mit dem Jesuskind und der Heilige Nikolaus, sind im Original als Zeugnisse mittelalterlicher Holzschnitzkunst erhalten geblieben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Wittenau

Märkisches Viertel.

Das Märkische Viertel war die erste große Neubausiedlung im damaligen West-Berlin. Das Märkische Viertel wurde als Vorzeigeprojekt des modernen Städtebaus in den 60-er Jahren für 40.000 Einwohner konzipiert und von 1963 bis 1975 erbaut. Insgesamt entstanden auf einer Fläche von 3,2 Quadratkilometern rund 16.400 Wohnungen, 11 Schulen, mehrere Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie das Stadtteilzentrum "Märkisches Zentrum".
Namhafte Architekten setzten in einer höhengestaffelten Bauweise mit bis zu 18 Geschossen unterschiedliche Akzente. Die Architektur und der Städtebau des Viertels wurden von Beginn an stark kritisiert, während von den Mietern regelmäßig eine hohe Zufriedenheit formuliert wurde.
Trotz der vielschichtigen Planung entwickelte das Märkische Viertel bald einen schlechten Ruf, der weit über Berlin hinausreichte. Die Planung auf dem Papier hatte nicht mit der Umsetzung Schritt gehalten; die Anzahl der Wohnungen (und Einwohner) stieg schneller als die erforderliche Infrastruktur errichtet wurde. Verstärkt wurde das Imageproblem durch einen Paradigmenwechsel der Planungsdisziplinen. Ende der 1960er Jahre wandten sich mehr und mehr Architekten und Stadtplaner von der Idee neuer Retortensiedlungen ab und der gewachsenen europäischen Stadt zu. Altbausanierung und die Erneuerung alter Stadtviertel rückten in den Mittelpunkt. Noch während der Bauzeit galt das Märkische Viertel damit plötzlich als Dinosaurier und Relikt nicht länger zeitgemäßer architektonischer Ideen. Durch Ergänzung und Ausbau der Infrastruktur konnte die negative Entwicklung des Images gestoppt werden. Zusammen mit weiteren Verschönerungen entstand so eine Umgebung, in der zum 40-jährigen Jubiläum des Märkischen Viertels die durchschnittliche Wohndauer bei 17 Jahren lag und in der es Mieter gibt, die bereits seit der Fertigstellung in der gleichen Wohnung leben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-M%C3%A4rkisches_Viertel

Borsigwalde.

Ende des 19. Jahrhunderts verlegte die Firma Borsig ihre Produktion in ein neues Werk in Tegel. Da für die Arbeiter und Angestellten nicht genügend Wohnraum in der Nähe des neues Werks zur Verfügung stand, sollte eine Werkssiedlung errichtet werden. Die Firma Borsig, errichtet in den Folgejahren sowohl selbst als auch durch Baugenossenschaften, an denen sie maßgeblich beteiligt war, Wohnhäuser. Die Bauten in Borsigwalde wurden bewusst abweichend von dem Stil der damals üblichen Mietskasernen in der Berliner Innenstadt errichtet. Bis heute lässt sich das an den Fassaden der Häuser nachvollziehen: Als sichtbares Baumaterial wurde roter Backstein und Klinker verwendet, zusätzlich lassen die Verzierungen mit Fachwerkgiebeln und Schnitzereien eine Ähnlichkeit mit der Bürgerhaus-Architektur der Spätgotik und Renaissance entstehen. Als weiterer Kontrast zur Innenstadt wurde auf Seitenflügel und Hinterhäuser verzichtet, stattdessen verfügte jedes Mietshaus über einen eigenen Garten hinter dem Haus. Die immer zahlreicheren Bautätigkeiten führten nicht nur zu steigenden Einwohnerzahlen Borsigwaldes, sondern auch zu steigenden Bodenpreisen, sodass zu Beginn der 1920er Jahre schließlich drei- bis viergeschossige Häuser errichtet wurden, die Mietergärten wurden reduziert oder entfielen sogar komplett. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise waren rund 90 Prozent der 6500 Einwohner Borsigwaldes arbeitslos. Das änderte sich unter den Nationalsozialisten: In den 1930er Jahren profitierte die Siedlung von der zwischen Eichborndamm und Holzhauser Straße angesiedelten Metall- und Rüstungsindustrie.
Zusätzlich zu den Schäden durch den Luftkrieg musste Borsigwalde nach Kriegsende auch die Demontage eines Großteils seiner Industrie verkraften. Die Berlin-Blockade trug dazu bei, dass erst für die Zeit ab 1953 ein wirtschaftlicher Aufschwung verzeichnet werden konnte. Die Abwanderung der Berliner Industrie spürte auch Borsigwalde, mittlerweile kann hier aber auf erfolgreiche Industrie- und Gewerbeansiedlungen verwiesen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Borsigwalde

hf-04/2014

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