Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schöneberg ist der siebte Verwaltungsbezirk von Berlin und hat rund 325.000 Einwohner. Der Bezirk ist 2001 im Rahmen der Verwaltungsreform durch Fusion der bisherigen Bezirke Tempelhof und Schöneberg entstanden. Verwaltungszentrale ist das Rathaus Schöneberg. Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. In Schöneberg, dem bevölkerungsreichsten Ortsteil Tempelhof-Schönebergs, lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Bezirks. Friedenau ist der kleinste Ortsteil des Bezirks (und einer der kleinsten in Berlin), aber dafür der am dichtesten besiedelte Ortsteil Berlins. Tempelhof-Schöneberg unterteilt sich in sechs Ortsteile.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Tempelhof-Sch%C3%B6neberg

Schöneberg.

Schöneberg wurde wahrscheinlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts als breites Straßendorf durch deutsche Siedler gegründet. Der Siedlungskern Schönebergs lag entlang der Hauptstraße zwischen der heutigen Dominicus- und Akazienstraße. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt Berlin über ihre Grenzen in das Schöneberger Gebiet hinein. Trotz Protesten Schönebergs wurde auf Anordnung des Königs Wilhelhelm I. das Gebiet bis zum südlichen Ende der Potsdamer Straße zum 1. Januar 1861 nach Berlin eingemeindet. Am 1. April 1898 bekam Schöneberg die lang ersehnten Stadtrechte verliehen. Mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 verlor Schöneberg seine Selbstständigkeit und bildete von da an gemeinsam mit Friedenau den 11. Berliner Verwaltungsbezirk „Schöneberg“. Schöneberg gehörte von 1945 bis 1990 zum Amerikanischen Sektor von Berlin.

 Im Rathaus Schöneberg hatten während der Teilung Berlins das Berliner Abgeordnetenhaus und der Senat von West-Berlin ihren Sitz. Im Rathaus-Turm befindet sich die Freiheitsglocke, die von gesammelten Spenden der Zivilbevölkerung der USA für die Berliner gestiftet wurde. Das Rathaus, der Rudolph-Wilde-Platz und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er am 26. Juni 1963 seine Rede mit dem berühmten Zitat „Ich bin ein Berliner“. Zu seinen Ehren wurde der Rudolph-Wilde-Platz im selben Jahr in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt. http://de.wikipedia.org/wiki/Rathaus_Sch%C3%B6neberg

Der Alliierte Kontrollrat für ganz Deutschland hatte seinen Sitz im Gebäude des Kammergerichts im Heinrich-von-Kleist-Park. Vom 8. Mai 1945 bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 war dieser Kontrollrat die oberste Regierungsgewalt in Deutschland.

Kammergericht (KG) ist die Bezeichnung für das Oberlandesgericht Berlin. Die in Deutschland einzigartige Bezeichnung – in Abweichung von der sonst üblichen Terminologie – hat allein historische Gründe und keine sachlichen Auswirkungen auf die Stellung des Kammergerichts im vierstufigen Gerichtsaufbau Deutschlands. Das Kammergericht ist das älteste deutsche Gericht mit bis heute ununterbrochener Tätigkeit. Urkundlich erwähnt wurde es erstmals 1468. Von August 1944 bis Januar 1945 fanden im Kammergerichtsgebäude die Schauprozesse des sogenannten Volksgerichtshofes unter seinem Präsidenten Roland Freisler statt, in denen die Beteiligten am Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 angeklagt und abgeurteilt wurden. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten die vier Siegermächte das Gebäude und brachten hier verschiedene administrative Einrichtungen unter, an erster Stelle den Alliierten Kontrollrat. Am 18. Oktober 1945 konstituierte sich im Plenarsaal das internationale Militärtribunal für die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse; nach Vereidigung der Richter und förmlicher Anklageerhebung vertagte sich das Tribunal nach Nürnberg, behielt aber gemäß Artikel 22 seiner Charta seinen ständigen Sitz in Berlin. Der Alliierte Kontrollrat verlor seine praktische Bedeutung, nachdem ihn die Sowjetunion im März 1948 aus Protest gegen die Deutschlandpolitik der drei westlichen Besatzungsmächte „vertagt“ hatte. Danach trat er nie wieder zusammen, wurde aber formal erst nach der deutschen Wiedervereinigung aufgelöst. Am 3. September 1971 unterzeichneten die Botschafter der vier Alliierten im Plenarsaal das Viermächte-Abkommen über den Status Berlins. Als letzte gemeinsame Einrichtung nutzte bis 1990 die Alliierte Luftsicherheitszentrale zwanzig Räume des Gebäudes.

Seit 1946 wurden aus Schöneberg die Rundfunkprogramme des RIAS Berlin (Rundfunk im amerikanischen Sektor) gesendet. Bis 1990 war diese Informationsquelle für die DDR-Bevölkerung von großer Bedeutung und die Adresse sehr bekannt.

In dem großstädtisch geprägten Quartier um den Wittenbergplatz im Schöneberger Nordwesten dominiert der gehobene Einzelhandel mit dem KaDeWe als deutschlandweit führendem Kaufhaus an der Tauentzienstraße. Das Gebiet ist Teil der Berliner City West.

Beispielhaften Städtebau kann man noch heute in den Ceciliengärten anhand des – in den 1920er Jahren entstandenen und inzwischen denkmalgeschützten – Stadtquartiers begutachten.

Im Kiez um die Fuggerstraße, die Motzstraße und den Nollendorfplatz befinden sich zahlreiche Kneipen, Bars und Läden, die sich überwiegend an ein homosexuelles Publikum richten.

In der Hauptstraße, dem historischen Zentrum Schönebergs, findet man immer weniger Geschäfte für den täglichen Bedarf. Die von der Hauptstraße abzweigende Akazienstraße mit der Belziger Straße, der sich anschließenden Goltzstraße und dem Kiez um den Winterfeldtplatz mit dem großen Wochenmarkt bilden dazu mit vielen Cafés und Kneipen, Kunsthandwerksbetrieben ein sehr vitales Gegenstück.

Der Gasometer Schöneberg ist ein Früher industriell genutzter und 1995 außer Betrieb genommener Niedrigdruckgasbehälter auf dem ehemaligen Gelände der GASAG. Das seit 1994 denkmalgeschützteund 78 Meter hohe Industriegebäude gilt als Landmarke und markantes Wahrzeichen Schönebergs im Stadtquartier Rote Insel. Mit der Sanierung des Gasometers wurde am 5. Mai 2011 begonnen, sie soll bis zum Jahr 2015 rund 3,8 Millionen Euro kosten. Seit 11. September 2011 führt Günther Jauch in der Veranstaltungskuppel seinen gleichnamigen Polit-Talk Günther Jauch.

Die Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin ist eine der größten Volkssternwarten, aber auch für spezielle Teleskope und einige Forschungsthemen bekannt. Die denkmalgeschützte Anlage befindet sich auf dem Insulaner, einem Trümmerberg. Am Fuße des Insulaners, am Munsterdamm 90, befinden sich das Zeiss-Planetarium und die Bibliothek.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Sch%C3%B6neberg

Friedenau.

Friedenau ist ein Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Er ist verhältnismäßig zentral gelegen (bis zur City West sind es rund drei Kilometer) und wird unter anderem durch die Haupt- und die sich anschließende Rheinstraße als Einkaufsmeile geprägt. Zugleich haben die vielen kleinen und teilweise engen Wohnstraßen mit ihren Vorgärten und zahlreichen Straßenbäumen sowie den alten Häusern einen ruhigen Charakter. Anders als zahlreiche andere Berliner Ortsteile geht Friedenau nicht auf einen historischen Dorfkern zurück, sondern wurde in Wilhelminischer Zeit neu gegründet. Der Ortsteil ist Heute einer der flächenmäßig kleinsten und der am dichtesten besiedelte.

Friedenaus „Literaturmeile“ ist die knapp 500 Meter lange Niedstraße zwischen Friedrich-Wilhelm-Platz und Breslauer Platz. Ihre Bezeichnung verdankt sie den zahlreichen Literaten und Künstlern, die hier lebten. Die Kommune I um Fritz Teufel, Dieter Kunzelmann und Rainer Langhans entstand am 1. Januar 1967 durch die Besetzung der Wohnung des Schriftstellers Uwe Johnson in der Niedstraße 14.

Historische Gewerbehöfe zeugen von einst hier ansässigen Handwerks- und Industrie-Betrieben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Friedenau

Tempelhof.

Der Name Tempelhof geht auf den Templerorden zurück, die hier einen wehrhaften Komturhof errichteten, wohl spätestens um 1200. Unter der heutigen Dorfkirche Tempelhof, der ehemaligen Kirche des Komturhofs, wurde archäologisch ein Vorgängerbau entdeckt, der vom Ausgräber in die Zeit um 1200 datiert wurde. Es ist unklar, ob zunächst der Komturhof oder das Dorf oder beide gleichzeitig entstanden. Im Jahr 1861 wurde das Tempelhofer Unterland, auch Tempelhofer Vorstadt genannt, und der Tempelhofer Berg, der inzwischen nach dem eisernen Kreuz auf dem Nationaldenkmal Kreuzberg genannt wurde, nach Berlin eingemeindet.

Im 19. Jahrhundert fand Tempelhof Anschluss an die Entwicklung Berlins, vor allem durch die Eröffnung der Ringbahn 1871. Im Jahr 1875 erreichte auch die Pferdebahn den Ort. 1878 bekam Tempelhof Anschluss an die Gasversorgung. 1898 wurde hier das Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. Bei der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde aus den Landgemeinden Tempelhof, Mariendorf (ohne Südende), Marienfelde und Lichtenrade der 13. Verwaltungsbezirk gebildet, der bis 2000 bestand.

Der Flughafen Berlin-Tempelhof war einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands und nahm 1923 den Linienverkehr auf. Er war bis zu seiner Schließung am 30. Oktober 2008[4] neben Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld einer von drei internationalen Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin und trug die Bezeichnung Zentralflughafen. Im Jahr 2007 wurden dort rund 350.000 Fluggäste abgefertigt. Seit 2010 wird das ehemalige Flughafengelände vom Land Berlin und seinen Firmen mit dem Projektnamen Tempelhofer Freiheit bezeichnet und ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das ab 1936 entstandene Flughafengebäude war nach seiner Fertigstellung 1941 mit einer Bruttogeschossfläche von 307.000 m² für zwei Jahre das flächengrößte Gebäude der Welt, ehe es vom Pentagon in Arlington abgelöst wurde.

Im Jahr 1946 wurde der im amerikanischen Sektor liegende Flughafen Tempelhof zum Militärstützpunkt, den überwiegend die USAAF nutzte. Er bekam den Namen Tempelhof Air Base. Die erste Aufgabe war die Instandsetzung der Hallen 1 und 2, die dringend für die Wartung und Unterstellung der Flugzeuge gebraucht wurden. Außerdem musste eine befestigte Start- und Landebahn angelegt werden, damit auch schwerere Flugzeuge landen konnten.

Der Flughafen bekam 1948 eine neue Bedeutung: Zusammen mit dem Flugfeld Gatow, und später auch dem Flughafen Tegel, diente er während der Blockade West-Berlins dem Transport von Verpflegung und Gütern für Berlin per Flugzeug. Ein großer Teil der Ladung bestand aus Brennstoffen. Die lebensnotwendige Versorgung durch die Berliner Luftbrücke zwischen verschiedenen westdeutschen Städten und Berlin dauerte vom 26. Juni 1948 bis 12. Mai 1949. In Tempelhof starteten und landeten die Flugzeuge zeitweise im 90-Sekunden-Takt. Der amerikanische Pilot Gail Halvorsen machte das Abwerfen von Süßigkeiten während des Anfluges auf Tempelhof mit Fallschirmen aus Taschentüchern aus den Cockpit-Fenstern populär, was von weiteren Piloten übernommen wurde und den Flugzeugen den legendären Namen Rosinenbomber einbrachte.

Nach der Blockade bat man von West-Berliner Seite die Amerikaner, einen Teil der Anlagen für die zivile Nutzung freizugeben. Am 1. Juli 1950 übertrug der amerikanische Hohe Kommissar dem Senat von Berlin das Recht, einen Teil des Flughafens Tempelhof zur zivilen Nutzung zu übernehmen. Der Passagier-Luftverkehr entwickelte sich nun rascher als erwartet, war dies doch die einzige Möglichkeit, ohne Kontrollen durch die DDR von West-Berlin nach Westdeutschland zu gelangen.

Im Sommer 1975 wurde Tempelhof für den zivilen Luftverkehr geschlossen und durch den neu errichteten Flughafen Tegel ersetzt. Flughafenhalter und -betreiber war nun ausschließlich das US Army Aviation Detachment.

Im Jahr 1985 wurde Tempelhof für den Geschäftsreiseverkehr, der seitdem ein Schwerpunkt des Flughafens war, und für Fluggesellschaften mit kleinerem Flugmaterial wieder für den Zivilverkehr eröffnet. Die Bürgerinitiative flugfreies Tempelhof (BIFT) setzte sich seit 2001 für die Schließung des Flughafens ein. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte am 7. Juni 2007 den Bescheid zur Entwidmung des Flughafengeländes zum 31. Oktober 2008 verkündet. Der letzte Charterflug und gleichzeitig der letzte Start eines Jets von Berlin-Tempelhof erfolgte am 30. Oktober 2008.

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat am 5. März 2008 als Folgenutzungskonzept für das Flughafengelände das städtebauliche Projekt Tempelhofer Freiheit vorgestellt. An den Rändern des ehemaligen Flugfeldes sollen neue Wohnanlagen der Stadtquartiere Tempelhof (westlich bis südlich), Neukölln (östlich) und dem neuen nordöstlichen Columbiaquartier entstehen. Dazwischen soll die rund 220 Hektar große unbebaute Grünfläche des ehemaligen Flugfeldes als Parklandschaft mit zahlreichen Freizeitnutzungen erschlossen werden. Das überwiegend offengehaltene Wiesengelände soll dann auch weiterhin dem Temperaturausgleich des Stadtklimas dienen.

Seit dem 8. Mai 2010 ist der Tempelhofer Park, der sich auf dem ehemaligen Flugfeld befindet, für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Betreten des Geländes ist tagsüber durch zehn Eingänge möglich, die am Tempelhofer Damm, am Columbiadamm und an der Oderstraße liegen.

Der Schwerbelastungskörper (auch Großbelastungskörper) ist ein 1941 bis 1942 errichteter großer Zylinder aus unbewehrtem Beton und Stahlbeton, mit dem die Belastung des Untergrundes durch einen von den Nationalsozialisten geplanten, gigantischen Triumphbogen simuliert werden sollte. Zur Untersuchung des Setzungsverhaltens des Bodens gab Speer eine Probebelastung für dieses Bauwerk T in Auftrag. Ein Schwerbelastungskörper sollte dabei dessen hohen Druck auf den Boden simulieren. Unter anderem durch französische Kriegsgefangene ließ man einen 14 Meter hohen und bis in eine Geschiebemergelschicht 18,2 Meter tief in den Boden reichenden Zylinder mit rund elf Metern Durchmesser errichten. Darauf wurde über der Erdoberfläche ein fünf Meter auskragender Belastungszylinder mit einer Gesamthöhe von 14 Meter aufgesetzt, der somit einen Durchmesser von 21 Meter hat. Mit 12.650 Tonnen belastet er auf einer Grundfläche von 100 m² den Untergrund mit 12,65 kg pro cm². In Kammern im Innern des Zylinders wurden Messgeräte angeordnet. Wegen der Folgen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre wurden die Ergebnisse aber erst 1948 ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass der Triumphbogen unter den von Speer gestellten Bedingungen nur mit vorhergehender Verfestigung des Bodens hätte gebaut werden können. Der Zylinder war in zweieinhalb Jahren ab 1941 um 19,3 cm eingesunken, und er hatte infolge Neigung während des Betoniervorgangs 3,5 cm Überhang bekommen. Da der Schwerbelastungskörper nahe einem Wohngebiet liegt, wurde er nach dem Krieg nicht gesprengt.

Die ufaFabrik ist ein selbstverwaltetes Kultur- und Lebensprojekt im Ortsteil Tempelhof, auf dem Gelände des ehemaligen Filmkopierwerks der Aktiengesellschaft für Filmfabrikation (AFIFA), einer UFA-Tochter. Dort lebt heute eine Gemeinschaft von etwa 40 Menschen und betreibt vielfältige kulturelle und soziale Projekte sowie verschiedene Handwerke und eine Schule. Es gibt rund 200 Arbeitsplätze auf dem 18.566 m² großen Gelände.

Mit der Columbiahalle (heute: C-Halle) im Norden und der Ufa-Fabrik im Süden Tempelhofs besitzt Tempelhof zwei berlinweit bekannte kommerzielle Veranstaltungsstätten mit unterschiedlichem Ansatz. Mit der Eröffnung des Hafens Tempelhof im Jahr 2009 kam ein neuer großer Gebäudekomplex hinzu, der ein Ensemble mit einem neu errichteten Einkaufszentrum bildet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tempelhof

Mariendorf.

Mariendorf ist ein Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, im Süden der Stadt. Überregional bekannt ist Mariendorf hauptsächlich durch seine Trabrennbahn. Mariendorf ist gemeinsam mit dem Nachbarortsteil Marienfelde eine Gründung der Tempelritter.

Mariendorf weist heute im nördlichen Teil und im Ortskern Alt-Mariendorf eine weitgehend geschlossene Wohnbebauung auf. Städtebaulich prägend sind hier, außer den gründerzeitlichen Altbauten, die in den 1930er Jahren sowie in den 1950er und 1960er Jahren errichteten großen Wohnanlagen und Siedlungen.

Die Trabrennbahn Mariendorf ist eine im Jahr 1913 gegründete Pferdesportanlage im Berliner Ortsteil Mariendorf. In den 1920er Jahren entwickelte sie sich zu einer der größten und meistbesuchten Trabrennbahnen von Deutschland. Die Anlage besteht aus einem verglasten Haupttribünenhaus mit fünf Etagen, der verglasten Robinsontribüne, der offenen Kaiserlich-Endell’schen Tribüne, dem Champions Teehaus sowie dem Stallkasino. Die Trabrennbahn Mariendorf entwickelte sich bis 1933 zu einem der zentralen Schauplätz Mariendorfs. Auch nach 1933, in der Zeit des Nationalsozialismus, lief der Betrieb der Trabrennbahn weiter und selbst während des Zweiten Weltkrieges, bei dem mehrere Tribünen zu Schaden kamen, wurden hier noch Rennen veranstaltet, vermutlich bis 1945. In den 1990er Jahren gingen die Einnahmen der Trabrennbahn Mariendorf sehr stark zurück. Als Ursache wurde die Verlagerung auf Internetwetten genannt, außerdem konnten nach der Wende viele Rennpferdhalter aus dem Westteil Berlins ihre Pferde im Berliner Umland einstellen. Die finanzielle Situation des Trabrennbahnbetreibers verschlechterte sich zunehmend, dabei geriet das Management des Betreibers in die öffentliche Kritik. Die aktuelle Geschäftsführung um den Industriellen und Vorstandsvorsitzenden Ulrich Mommert ist bemüht, die Trabrennbahn Mariendorf und den deutschen Trabrennsport wirtschaftlich zu sanieren.

Die Dorfkirche Mariendorf ist das älteste Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde des Ortsteils und – wegen ihres Grundrisses als vierteilige Apsiskirche und der sorgfältigen Quaderung der Feldsteine – eine der ältesten Dorfkirchen im Berliner Stadtgebiet.

Der Volkspark Mariendorf ist ein Gartendenkmal und wurde mit Unterbrechungen zwischen 1923 und 1931 erbaut. Der Volkspark bildet heute die größte zusammenhängende Grünfläche Mariendorfs und ist als geordneter Naturpark angelegt. Der Volkspark wird heute von verschiedenen Personengruppen besucht: Eltern mit ihren Kindern nutzen die Spielplätze. Die restlichen Flächen teilen sich Spaziergänger, Jogger, Sonnenanbeter, Sportinteressierte und Modellbootbauer. Zahlreiche Skulpturen schmücken den Park. Seit 1984 findet jährlich zu Christi Himmelfahrt der vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg veranstaltete „Internationale Kulturlustgarten“ für vier Tage mit zahlreichen Kulturveranstaltungen und Attraktionen statt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Mariendorf

Marienfelde.

Das Angerdorf entstand, gemeinsam mit dem benachbarten Mariendorf, etwa um 1220 als Bauernsiedlung. Bis 1800 war Marienfelde ein kleiner Ort mit weniger als 200 Bewohnern. Etwa ab 1850 nahm die Zahl der Einwohner langsam zu. Im Jahr 1920 wurde Marienfelde mit der Bildung Groß-Berlins, Teil des Bezirks Tempelhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen Alt- und Neu-Marienfelde zusammen. Einfamilienhäuser und Mietwohnungen entstanden in den 1950er und 1960er Jahren nördlich des alten Ortskerns, insbesondere auf den südwestlichen Freiflächen und den Ländereien des Klosters zum Guten Hirten. 1970 wurden etwa 18.000 Einwohner registriert.

In den 1970er Jahren entstand das von Hochhäusern geprägte Wohngebiet um die Waldsassener Straße und das Industriegebiet Nahmitzer Damm/Motzener Straße. Bis 1977 erhöhte sich die Zahl der hier wohnenden Menschen auf über 32.000. Im Jahr 1989 wurde das bisherige Maximum mit 33.126 Bewohnern registriert. Seit der deutschen Wiedervereinigung geht die Einwohnerzahl leicht zurück.

Der alte Dorfanger hat sich bis heute erhalten können. Durch weitgehende Verkehrsberuhigung bietet er die Möglichkeit zur Erholung. Er wird durch die zwischen 1220 oder 1240 erbaute Dorfkirche markiert.

Der Freizeitpark Marienfelde wurde auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet. Die Mülldeponie wurde von 1950 bis 1981 betrieben. In dieser Zeit lagerten die BSR = Berliner Stadt-Reinigung etwa 4 Mio. m³ Hausmüll ab. Aus der Deponie entweicht, auch noch Jahre nach der Schließung, das Treibhausgas Methan. Im Februar 2001 kam es im Parkgelände zu einer Verpuffung des Methans. Aus Sicherheitsgründen wurde der Park sofort geschlossen. Die Arbeiten an der Auffanganlage für das Methan dauerten über vier Jahre. 2004 bis 2005 errichteten die BSR eine Anlage zur Gaserfassung, die den gesamten Park überwacht.Erst am 8. September 2005 wurde der Freizeitpark wieder eröffnet. Seit diesem Vorfall wird das Gas nicht mehr genutzt, sondern abgefackelt.

Auf rund 15 Hektar des Parks entstand in den darauf folgenden Jahren ein Naturerlebnisgebiet mit einer Naturschutzstation des NABU, die 2010 eröffnete.

Der Ortsteil ist bekannt durch das Notaufnahmelager, in dem zwischen 1953 und 1989 hunderttausende Deutsche aus der DDR nach ihrer Flucht in den Westen oder nach Genehmigung ihres Ausreiseantrages aufgenommen und versorgt wurden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Marienfelde

Lichtenrade.

Lichtenrade ist historisch ländlich geprägt. Die Form des alten Dorfangers ist noch heute gut zu erkennen. Er ist von vielen Bäumen umsäumt, sodass er wie ein kleiner Park wirkt. In seiner Mitte liegen die Dorfkirche und der Dorfteich (Giebelpfuhl), der so groß ist, dass bei dickem Eis Eishockey auf ihm gespielt werden kann. Gegründet wohl um 1230, wurde das Dorf als Lichtenrode im Jahr 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort entwickelte sich und vervielfachte seine Einwohnerzahl im 19. Jahrhundert. 1858 gab es 18 Hofeigentümer, 1900 bereits 75 Häuser. Die im Jahr 1898 am Dorfanger erbaute Volksschule hatte 238 Schüler verteilt auf fünf Klassen.

Auf dem Lichtenrader Dorfanger steht die Dorfkirche Lichtenrade aus dem 14. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche mehrfach verändert. Die ursprünglichen gotischen Spitzbogenfenster und das ebenfalls auf der Südseite des Langhauses gelegene spitzbogige Portal, beide mit Backsteinen gerahmt, wurden zugemauert und 1769 durch Rundfenster ersetzt, die größer und heller waren und dadurch das Lesen im Gesangbuch erleichterten, wie es die Reformation in Brandenburg 1539 mit sich gebracht hatte. Die Änderung und Verlegung der Öffnungen kann man noch heute im Mauerwerk erkennen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Lichtenrade

hf - 4/2014.

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