Schweiz: Soldat ist man auch zu Hause

Die Schweiz hat ein ungewöhnliches System der Wehrpflicht. Die Mannschaftsstärke der Einheiten wird nach dem Milizsystem gezählt. Es gibt insgesamt nur etwa fünf Prozent Berufs- und Zeitsoldaten. Alle übrigen Angehörigen der Armee (AdA) sind Wehrpflichtige.

Drei Kommandosprachen

Die offizielle Bezeichnung ist Schweizer Armee. In den anderen drei Landessprachen heißt sie  französisch Armée suisse, auf Italienisch Esercito svizzero und auf Rätoromanisch Armada svizra. Deutsch, Französisch und Italienisch sind die drei gleichberechtigten Kommandosprachen der Schweizer Armee.
 
Wehrpflichtig sind nur Männer. Sie werden im Alter von 18 bis 26 Jahren eingezogen, absolvieren aber nur eine sogenannte Rekrutenschule von 18 bis 21 Wochen. Dann gehen sie mit ihren Waffen – aber ohne Munition – nach Hause und befinden sich gewissermaßen in Bereitschaft für den Verteidigungsfall. Alle zwei Jahre gibt es einen drei- bis vierwöchigen Wiederholungskurs. Für Schweizerinnen ist der Militärdienst freiwillig.

Meldepflichtige, die sich länger als 12 Monate ununterbrochen im Ausland aufhalten wollen und sich auch zivilrechtlich bei der Gemeinde abmelden, müssen einen militärischen Auslandurlaub beantragen.

Jeder wehrpflichtige Schweizer Bürger, der seine Wehrpflicht nicht oder nur teilweise durch persönlichen Militär- oder Zivildienst erfüllt, muss eine Ersatzabgabe in Geld leisten, den sogenannten Wehrpflichtersatz. Diese Pflicht besteht sowohl im In- wie auch im Ausland.

Der Auftrag der Armee

Laut Bundesverfassung und Militärgesetz ist die Schweizer Armee für die Raumsicherung und die Verteidigung des Landes sowie die Erhaltung des Friedens verantwortlich. Gleichzeitig soll sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Friedensförderung im internationalen Rahmen beitragen. Sie kann bei Katastrophen im In- und Ausland eingesetzt werden und hat den Dauerauftrag der Bewachung von Botschaften und Konsulaten, und von Einsätzen bei Großveranstaltungen, wie z. B. dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Zur Friedensförderung werden von der Schweiz unbewaffnete Militärbeobachter der UNO zur Verfügung gestellt. Bewaffnete Einheiten gibt es z.Z. nur bei der KFOR und der EUFOR.

Durch ein neues Militärgesetz wurde 2003 die Mannschaftsstärke auf  200.000 Armeeangehörige reduziert. Sie betrug 2009 insgesamt 188.400. Das Heer ist mit mehr als 2.000 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet.

Die Luftwaffe besitzt über 80 Kampfjets, und mehr als 70 Hubschrauber verschiedener Typen sowie 28 Aufklärungsdrohnen.

Die jährlichen Militärausgaben der Schweiz belaufen sich auf rund 3,9 Milliarden Schweizer Franken.

Heinz/wp (Quellen: Wikipedia, Schweizer Botschaft, vtg.admin.ch, vbs.admin.ch, Eidgenössisches Departement für Verteidigung,  news1 ch, blick.ch)

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