Schreckliche Unfälle, doch keine Reaktion

Der Lastwagenverkehr nimmt seit Jahren dramatisch zu. Damit steigt auch die Zahl der schrecklichen Unfälle, die von ihnen verursacht werden. Sei es durch das Auffahren auf das Ende eines Staus auf der Autobahn, sei es beim Rechtsabbiegen in den Städten.

Dieses Problem ist zwar allgemein bekannt, doch im Bundestag gab es bisher noch nicht das geringste Anzeichen für eine Initiative, Maßnahmen zu seiner Beseitigung zu treffen. Die Speditionswirtschaft wird nicht gezwungen, ihre Fernlastzüge mit den entsprechenden Sicherungsvorrichtungen auszustatten.

ViLE-Lübeck fragt jetzt die Fraktionen des Bundestages, was sie zu unternehmen gedenken. Hier der Text unserer Anfrage:

An die Fraktionen des Deutschen Bundestages

Der Lastwagenverkehr auf den deutschen Straßen, vor allem auf den Autobahnen, hat in den letzten zehn- bis fünfzehn Jahren sehr stark zugenommen. Unsere Politik hat das bisher nicht beachtet. Es ist aber allerhöchste Zeit, denn zu den Aufgaben der gewählten Abgeordneten gehört auch der Schutz der Bürger. Und daran hapert es.

Immer wieder geschehen schwere Unglücksfälle, weil auf den staureichen Autobahnen schwere Fernlastzüge in das Ende der Fahrzeugschlangen hineinkrachen. Dabei entstehen nicht nur Schäden in Millionenhöhe, es werden viele Menschen schwer verletzt oder getötet. Ganze Familien werden auf einen Schlag ausgelöscht.

Ebenso bedrohlich ist es in den Städten, wo viele schwere Unfälle geschehen, wenn Lastwagen einbiegen.

Bisher nimmt man diese Häufung offenbar mit einem Achselzucken hin. Nach Auskunft des Bundesministeriums für Verkehr /BMVI) wird in der amtlichen Statistik das „Auffahren auf ein Stauende“ nicht einmal als Unfallart aufgenommen.?

Ursachen sind die fehlenden Sicherungseinrichtungen an den Lastwagen. Die Politik hat der Speditionswirtschaft zehn Jahre Zeit für eine Nachrüstung der Fahrzeuge gegeben. Dies muss angesichts der furchtbaren Unfälle geändert werden.

Was ist notwendig?

Lastzüge müssen umgehend mit Notbremssystemen ausgerüstet werden und für das Ausschalten dieser Systeme sollten schwere Strafen und Fahrverbote drohen.

Die Lastwagen müssen außerdem mit Vorrichtungen ausgestatten werden, die den Fahrern beim Einbiegen einen Blick auf den sogenannten toten Winkel freigeben.

Das muss auch für die vielen Lastzüge aus anderen EU-Ländern gelten, die die deutschen Straßen benutzen.

Darüber hinaus sollte das fahrlässige Verhalten der Fahrer besser beobachtet und geahndet werden. Laut einem Fernsehbericht werden während der Fahrt oft Krimis oder die Bildzeitung gelesen, es wird im Internet gesurft, telefoniert und man beschäftigt sich mit den Frachtpapieren. Dazu kommt die Überschreitung der vorgeschriebenen Lenkzeiten.

Schnell sollten Gesetze erlassen werden, die die Speditionswirtschaft in die Pflicht nehmen. Außerdem ist auf die Wirtschaft einzuwirken, damit sie künftig ihre Warenlager nicht auf die Autobahn verlegt und die Spediteure nicht mit Just-in-time-Aufträgen unter Druck setzt. Dies geht alle an und ist eine Aufgabe sowohl für die Regierungsparteien als auch für die Opposition.

Ich frage Ihre Fraktion hiermit, ob sie sich der beschriebenen Problematik bewusst ist, ob sie bereit ist, das Problem aktiv anzugehen oder ob sie bereits einen Plan für Veränderungen hat.

Für eine baldige Antwort wäre ich dankbar..

ViLE-Lübeck

Horst (06.02.2018)

Zurück