Uwe Bartholl: Online-Redaktion "LernCafe"

LernCafe

Das LernCafe ist hervorgegangen aus einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt des ZAWiW der Universität Ulm (2004 - 2006). Senior/-innen wurden zu Online-Redakteur/-innen ausgebildet und angeleitet, Redaktionsarbeit und technische Umsetzung zu gestalten, weiterzuentwickeln und das Journal selbstständig zu führen. Weitere Nachwuchsredakteur/-innen wurden von uns im Laufe der Zeit im Tandemverfahren an die Arbeit herangeführt. Das Online-Journal LernCafe wird heute selbstständig von 24 Seniorinnen und Senioren 1/4-jährlich erstellt. Die gesamte redaktionelle Arbeit und die Fertigung werden online abgewickelt. Die Redakteure kommunizieren online per Mail, Skype und durch Zugriff auf die Arbeitsebene BSCW. Ein Technik-Team hat sich das erforderliche Wissen für die Online-Präsentation des Journals erarbeitet. Die Entwicklung, Erstellung, Codierung und Pflege der Seiten erfolgt heute nach dem Content-Management-System Joomla. Herausgeber ist ViLE.e.V. (www.vile-netzwerk.de) , das Virtuelle und reale Lern- und Kompetenz-Netzwerk älterer Erwachsener e.V.

Jede LernCafe-Ausgabe ist thematisch ausgerichtet. An der Themenfindung beteiligt sich das gesamte Team. Die Ideen werden in ein Forum eingestellt und diskutiert. Durch Online-Abstimmung werden die vier Themen für ein Jahr im voraus ausgewählt. Die Themenfindung für 2010 ist gerade abgeschlossen.

Für jeweils eine Ausgabe sind zwei leitende Redakteur/-innen für die gesamte Moderation zuständig. Dafür hat sich das LernCafe-Team eine Struktur erarbeitet, nach der der gesamte Entstehungsprozess abläuft. Durch den Wechsel der leitenden Redakteur/-innen besteht im Team ein breites Wissen über die Steuerung der Arbeitsabläufe. Neue Kompetenzen werden erworben.

Die Recherche zu dem jeweiligen Thema und deren Bearbeitung erfordert von uns immer wieder neu thematische Auseinandersetzung. Mit der Gestaltung des eigenen Beitrages, dem Finden der Sprache, bleibt oder wächst die Fähigkeit und Bereitschaft, diese Themen im eigenen Umfeld zu kommunizieren.

Mit den unterschiedlichen Interessen und Wissenskompetenzen, die ständiger Begleiter aller Arbeitsprozesse sind, bereichern wir uns stets gegenseitig. Die Themenvielfalt der bisherigen Ausgaben legt davon beredtes Zeugnis ab. Sie stärkt gleichzeitig unser Bestreben, unterschiedlichste Leser/-innengruppen anzusprechen. In Seminaren und Arbeitssitzungen, die, wenn irgend möglich, mindestens einmal jährlich stattfinden, erfährt das Team das notwendige Gegengewicht zur virtuellen Arbeit. In diesem engen Kontakt, virtuell und real, entstehen tragende Freundschaften, die für das reibungslose Online-Geschäft unverzichtbar sind.

Damit ist die Zielsetzung des LernCafes kurz beschrieben. Die Redakteur/-rinnen setzen sich mit Themen auseinander, die sie interessieren, und von denen sie überzeugt sind, dass sie andere interessieren. Sie erhalten ihre Befähigung sprachlicher Kompetenz, bleiben lernbereit, und sind mit PC und dem Umgang im Internet vertraut. Besonders ausgebaut ist die Fähigkeit, Instrumente der Online-Kommunikation zu nutzen. Sie lernen voneinander und miteinander in einem selbst gesteuerten Prozess. Mit ihrer Arbeit wirken sie in die Gesellschaft hinein.

Öffentliche Wirkung und gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit

Hierüber geben die Zugriffszahlen (Ausgabe 46, Migration, 12991) und Abonnentenliste (750) Anhaltspunkte. Die Redakteure wirken in ihrem jeweiligen Umfeld als Multiplikator/innen für ein derartiges ehrenamtliches Tätigsein. Ein breites Interesse an dieser Arbeit wurde auf den Seniorentagen 2006 in Köln und 2009 in Leipzig bekundet.

Gesellschaftlicher und biografischer Kontext
Das LernCafe ermöglicht uns in der Zusammenarbeit, PC und Internet kreativ zu nutzen. Für uns ist diese Informations- und Kommunikationsebene in die Bewältigung des Alltagsgeschehens integriert. Wir erleben das Selbstwertgefühl in der gesellschaftlichen Teilhabe als älterer Mensch als großen Gewinn. Ebenso die Befähigung, themenorientiert zu diskutieren.

In der journalistischen Tätigkeit lassen die einzelnen Beiträge häufig erkennen, wie sehr sich biografisches Wissen mit recherchiertem Wissen verbindet. Das wirkt einem verstärkt rückgewendeten Erinnerungserleben entgegen. Die Bereitschaft, sich Veränderungen nicht zu verschließen, wird gestärkt. Dieser Effekt wird begünstigt durch die Kontakte und Erfahrungen als Lerngruppe untereinander, von Cuxhaven bis zum Bodensee.

Die Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern zeigen, dass die Art der Themenaufbereitung im LernCafe zur eigenen Beschäftigung anregt. Gerade durch die Weiterführung durch ausgewählte Links bleibt es dem Leser überlassen, wie tief er in die Materie eindringt. Auch hier ist wieder die Online-Nutzung Kompetenz fördernd. Die hohe Zahl der Aufrufe und die Rückmeldungen auf die einzelnen Ausgaben zeigen, dass Interesse geweckt wird und andere durch die Themen auch zu eigener kreativen Recherche, Denk- und Schreibarbeit geführt werden.

www.lerncafe.de

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