In der Lindenstraße

Man geht fast achtlos vorbei an der Lindenstraße 53/55 beim Stadtrundgang durch die schöne Potsdamer Altstadt.


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Doch das Haus im Stadtzentrum ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die Zeit der Unterdrückung der DDR-Zeit.
Hier war der Sitz des Staatssicherheitsdienstes Potsdam, und hinter der Fassade, unsichtbar für Passanten, verbargen sich die Zellen der Inhaftierten.

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Das barocke Stadtpalais war in der Zeit des Soldatenkönigs um 1737 als Wohnhaus errichtet worden.
Es war über zwei Jahrhunderte hinweg preußisches Kommandantenhaus, französisches Pferdelazarett, Sitz des ersten Potsdamer Stadtparlaments und auch Gerichtsgebäude und Gefängnis im Deutschen Reich und in der Weimarer Republik. In der Zeit des „Soldatenkönigs“ bis 1737 war das barocke Stadtpalais als Wohnhaus errichtet worden.

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Innenhof mit Gefängnistrakt

Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus waren in dem Gefängnis zwischen 1933 und 1945 Verfolgte des Regimes inhaftiert, darunter zahlreiche Mitglieder von Widerstandsgruppen, die in Potsdam vom Volksgerichtshof verurteilt wurden, viele von ihnen zum Tode.
Von 1934 bis 1944 wurde das Gerichtsgebäude vom Potsdamer Erbgesundheitsgericht genutzt, das mehr als 4.200 Frauen und Männer zur „Verhinderung erbkranken Nachwuchses“ zur Zwangssterilisation verurteilte.

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Gedenktafel

Nach Kriegsende änderten sich nur die Vorzeichen. Im Sommer 1945 beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst das Gebäude, betrieb darin in den folgenden sieben Jahren ein Untersuchungsgefängnis. Ein Sowjetisches Militärtribunal fällte die Urteile über die Inhaftierten – langjährige Haftstrafen in deutschen oder sowjetischen Lagern und Todesurteile.

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Rekonstruktionszeichnung einer Zelle

1952 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit der DDR das Haus. Die Stasi-Untersuchungshaftanstalt wurde von den Potsdamern spöttisch „Lindenhotel“ genannt. Etwa 7.000 Frauen und Männer wurden dort erbarmungslosen Verhören unterzogen.
Heute ist das Palais in der Lindenstraße 54/55 eine Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewalt und ein Museum.

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Spruch zum Gedenken quer über den Bürgersteig vor der Gedenkstätte aufgebracht


Video

wp, (12.09.2011, Quelle: Zentrum für zeithistorische Forschung)
Video Annegret, Fotos Annegret, Margret W. und Margret B.

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