Ein Gang durch die Potsdamer Altstadt

Potsdam ist mit 155 000 Einwohnern Landeshauptstadt von Brandenburg. Hier wohnen viele Berufspendler nach Berlin und ins nahe gelegene Filmzentrum Babelsberg.

Die Stadt versteht sich als besonders kinderfreundlich und seit Wilhelm II. als Stadt der Wissenschaften. Potsdam ist Universitätsstadt und beherbergt heute Forschungsinstitute wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung, das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, das Geoforschungszentrum Potsdam, das Leibniz-Institut für Astrophysik, das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/082,90.jpg
Unsere Stadtführung begann in der Jägervorstadt, wo einige sehr schön restaurierte

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/105, a.jpg
aber auch noch unrestaurierte Villen zu sehen waren. Besonders beeindruckte die ehemalige Kaserne in der Jägerstraße, die von Schinkel geplant wurde und durch ihre klare Linienführung bis heute begeistert.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/108, 90.jpg
Durch das Jägertor kamen wir in die barocke Altstadt, die einen rechtwinklig gerasterten Straßenverlauf aufweist. Die dadurch entstehenden Blickachsen sind durch ausgezeichnete Bauwerke wie Stadttore oder Kirchen abgeschlossen.
In diesem Zusammenhang sind auch die Pläne zur Wiederherstellung der umstrittenen Garnisonskirche – in der Adolf Hitler eine seiner Kriegsreden gehalten hat – zu sehen. Zumindest der Turm würde eine dieser Sichtachsen wiederherstellen.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/IMG_0279, a.jpg


Der imposante Turm der Nikolaikirche, daneben wird das Schloß wieder aufgebaut

Die Barockfassaden der Altstadthäuser wurden im Rahmen der Verschönerungsaktion durch Friedrich II vor die bestehenden Häuser gesetzt, um ihm bei seinen Ritten durch die Stadt einen angenehmeren Anblick zu bieten.
Schon vom Soldatenkönig wurde Potsdam als Garnisonsstadt geplant und errichtet und zu Zeiten Friedrichs II für dessen Militär erweitert.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/090,a.jpg
Die vorherrschende Fassadenfarbe ist preussisch Ocker und gibt damit der Stadt eine einheitliche und warme Färbung. Schon Theodor Fontane beschreibt sie in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ als eine der schönsten Städte Norddeutschlands.
Besondere Gebäude sind sicherlich die ehemalige Stasi-Zentrale, die heute eine Gedenkstätte ist oder auch die Grundschule Max Dortu, die im ehemaligen Wohnhaus der Familie Dortu einen außergewöhnlichen Rokkokosaal hat.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/IMG_0303, a.jpg
Die Toleranz Friedrichs II. führte zur Ansiedlung von ausländischen Flüchtlingen, wie den Hugenotten oder im Falle der Holländer von Spezialisten, die die Trockenlegung der Sümpfe bewerkstelligten. Darüber hinaus errichteten sie in Potsdam ein System von Kanälen zum Warentransport, von dem heute einige Kanäle wiederhergestellt werden.

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/IMG_0304, a.jpg
Das Holländerviertel gehört noch heute zu den touristischen Hauptattraktionen Potsdams. Es ist das größte erhaltene Viertel in holländischer Bauweise im Ausland.
Das zerstörte barocke Stadtschloss soll wieder aufgebaut werden. Es soll künftig Sitz des Landtags werden. Einige Teile geben schon heute einen Eindruck von den Dimensionen des Bauwerks.


files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Potsdam Altstadt/IMG_0293, a.jpg
Fassade historisch, dahinter ein Neubau

Potsdam hat sich in der kontroversen Diskussion um Wiederaufbauten für die weitgehende Wiederherstellung des Barocken Stadtbildes entschieden, was seinem Selbstverständnis als kulturelles Denkmal entspricht.

Dorothee
Fotos Margret

Zurück