Potsdam und Sanssouci

Aber auch Mitglieder aus anderen Gegenden – zum Teil von weither angereist - kamen in das kleine Hotel in der Jägervorstadt, das der Ausgangspunkt für unsere Exkursionen war.

Sowohl der Park Sanssouci mit seinen Schlössern und Anlagen als auch die Stadt selbst sind um die Rekonstruktion ihres historischen Bildes bemüht. Am weitesten fortgeschritten ist wohl die Gestaltung des zum Weltkulturerbe erklärten Parks Sanssouci – 290 Hektar Gärten mit Wegen in einer Gesamtlänge von fast 70 Kilometern.

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Blick auf den Rokokogarten

Oben auf dem hohen Weinberg steht das Schloss Sanssouci – nach den Vorstellungen von Friedrich dem Großen sparsam erbaut.

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ViLE vor dem Schloss Sanssouci

Die Terrassenstufen des Weinbergs sind symmetrisch als Rokokogarten gestaltet. Unsere Führerin Susanne Baronin von der Osten-Sacken breitete die Geschichte der Entstehung der gewaltigen Anlage vor unserer Gruppe aus. Man müsste schon die Geschichte der preußischen Königshäuser beherrschen, um dabei nicht gelegentlich den Überblick zu verlieren.

Friedrich der Große hatte 1740 beim Antritt seiner Regentschaft beschlossen, nicht in Berlin, sondern in Potsdam zu residieren. Er ließ daher nach eigenen Skizzen von 1745 bis 1747 sein Schloss im Stil des Rokoko und nach seinen Vorstellungen auch den Park anlegen.

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Die Große Fontäne am Fuße des Weinbergs

                         Das Schloss war zunächst
relativ bescheiden,
ein privater Rückzugsort
für den König.
Es hatte nur 12 Räume.

Unter Friedrich Wilhelm IV.
wurde Schloss Sanssouci dann
von 1840 bis 1842 durch Umbau
und Verlängerung der zwei
Seitenflügel erweitert.

 

Der Abhang des Weinbergs ist in sechs Terrassen gestaltet, die durch Treppen mit je 22 Stufen verbunden sind. Auf ihnen entstand eine Mischung aus Zier- und Nutzgarten. Friedrich der Große verwirklichte dabei seine Vorlieben für damals exotische Gewächse. So gab es auch eine ganze Reihe von Gewächshäusern, in denen die nicht frostharten Pflanzen überwinterten. Gezüchtet wurden u.a. Feigen, Pfirsiche, Orangen, Melonen. Der König besaß allein 1578 Pomeranzen- und Zitronenbäume, die zu damaliger Zeit sehr teuer und kostbar waren.

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Die Schutznischen für die Feigenbäume

Es gab nicht nur den terrassierten Rokokogarten, sondern angrenzend auch einen italienischen, einen französischen und einen englischen Garten. Alles ist durch Sichtachsen und Alleen miteinander verbunden. Über 1000 Gartenarbeiter hielten sie einst instand. Heute sind in der Saison immerhin noch etwa 600 tätig.

Auf der obersten der Weinberg-Terrassen, direkt unter der Skulptur der Göttin Flora befindet sich das Grab Friedrichs des Großen, davor kleine Grabplatten unter denen seine Lieblingshunde bestattet wurden. Die Gruft ließ der König bereits beim Bau seines Schlosses anlegen.

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Das Grab Friedrich II. und seiner Lieblingshunde

                  

Besucher legen oft
eine Kartoffel
neben das Grab im
Angedenken daran,
dass Friedrich II.
diese Frucht
eingeführt hat.

Zur Mittagszeit rastete unsere Gruppe im Restaurant zur historischen Mühle, in deren Nähe sich das Besucherzentrum befindet. Gekleidet nach Art der Zeit fanden wir einen Flötenspieler, der an die historischen Flötenkonzerte Friedrich II. erinnerte und tatsächlich auf einem alten Instrument aus dieser Zeit spielte. Die historische Mühle selbst ist allerdings nicht historisch. Sie wurde im letzten Krieg schwer beschädigt und erst 1992 neu errichtet.

           

Die Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten
Berlin-Brandenburg, die
die prächtigen Anlagen
und Schlösser unterhält
und weiter restauriert,
gehört zu 70 Prozent dem
Bund, zu 30 Prozent dem
Land Brandenburg. 


                                      

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Exoten in Kübeln vor der Orangerie

Anlässlich des 300. Geburtstags von König Friedrich dem Großen werden für die Zeit vom 28. April bis 28. Oktober 2012 vielfältige Ausstellungen und Veranstaltungen vorbereitet.

Horst (Text), Annegret (Video, Fotos), M. Wilde (Fotos)

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