Die Freundschaftsinsel

Heiß ist es, sehr heiß und schwül, die Sonne sticht. Nachdem wir uns bei Eis und Kaffee im Schatten für den Nachmittag gestärkt hatten, kommt die Gartenbauarchitektin Hiltrud Berndt pünktlich zur Führung.

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Noch bei den Tischen und Bänken des Cafés erzählt sie uns von der Entstehung der Insel (6,5 ha groß) am Zusammenfluss von Havel und Nuthe vor der historischen Altstadt.

Schwemmsande und Ansandungen ließen die zahlreichen kleinen Inseln im Mündungsdelta der Nuthe allmählich zur heutigen Inselgestalt zusammenwachsen. Mitte des 19. Jrh. gab es ein Ausflugslokal „Freundschaft“ (Freundschaftskult der bürgerlichen Romantik) und bald hieß die Insel „Freundschaftsinsel“.

Auf der Insel gab es Badeanstalten, Bootsschuppen und Kleingartenlauben. – bis Mitte der 30er Jahre, als man sich auf Anregung des Bornimer Staudenzüchters Karl Foerster entschloss auf der Insel einen Schau- und Sichtungsgarten anzulegen. Der Landschaftsarchitekt H. Mattern lieferte den ersten Entwurf. Nach den Kriegszerstörungen entstand der Garten neu und wurde nach den Entwürfen von Walter Funcke erweitert. Auf ihn ist die z.B. Wasserachse zurückzuführen, die 1950 entstand.

W. Funcke war auch maßgeblich beteiligt beim Ausbau der Insel anlässlich der Weltfestspiele 1973. Da entstanden Ausstellungspavillon, Inselcafeteria, Freilichtbühne, Hafen und Spielplatz. Die Staudenanlagen wurden neu gestaltet.

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Wir wanderten durch den Wassergarten entlang der Wasserachse: rechts strenge Sortenausstellung, links der Achse lockere Sumpfgestaltung, wo uns der riesige Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) am meisten beeindruckte.

Wir gingen durch den Rosengarten, erfuhren, dass anlässlich der BUGA 2001 alle Gestaltungselemente der einzelnen Epochen erneuert und seitdem erhalten wurden.

Springbrunnen in den Anlagen

files/Vile Netzwerk/Bildergalerien/Potsdam 2011/Die Freundschaftsinsel/IMG_0317,a.jpg                           So auch viele Kunstwerke
der großen Kunstausstellung
„Plastik im Freien“ 1966,
oder auch spätere Kunstwerke
wie z.B. die Ziermauer von
Hedwig Bollhagen von 1973.


Auf der Plastik
Karl Foersters
Ausspruch:

    Wer Träume
    verwirklichen will,
    muss wacher sein
    und tiefer träumen
    als
andere.

                             

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Wir gingen weiter an den beiden historischen Torhäusern vorbei. Von dort hatten wir einen schönen Blick über die große Liegewiese zur „Langen Brücke“ über die Havel, den Hauptzugang zur Stadt Potsdam (schon 1317 gab es da eine Holzbrücke)!
Nun waren wir bei der „Karl Förster Sammlung“ angelangt, d.h. bei seinen Staudenzüchtungen mit den von ihm vergebenen Namen,

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z.B.
bei den Phloxen
„Kirmesländler“
oder
„Landhochzeit“,
der Glockenblume
„Karpatenkrone“,
dem Rittersporn
„Merlin“,
der Sonnenbraut
„Julisamt“.

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Alle heute noch verfügbaren, von ihm gezüchteten Sorten werden vorgestellt – 204 verschiedene z.T. sehr seltene Foerster-Stauden wurden ausgepflanzt.

Beim anschließenden Gräsergarten stand das Kunstwerk „Hommage für Karl Foerster“- zu seinem 100. Geburtstag 1974, Schlinggräser aus Metall.
Wir gingen noch durch den Kräutergarten und dann aus dem umzäunten Gebiet des besonders schützenswerten Gartens hinaus, um durch den eher zur Familienerholung dienenden Park zur Inselspitze zu gelangen. Wir gingen den südlichen Haveluferweg, kamen vorbei am Weltfestspielbrunnen, genossen ...


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... die Aussicht von der Inselspitze zur Nuthe-Mündung

mit dem Nuthe-Park, zum Babelsberger Park mit dem Flatow-Turm und auf eine Altersresidenz mit einem Turm, der an den Turm der zerstörten Heiliggeistkirche erinnern soll. Wir gingen weiter den nördlichen Haveluferweg entlang der Alten Fahrt und trennten uns an dem neuen Brücklein zur Burgstraße.


Fotos: Margret Wilde (5), Annegret Oelgaard (1), Horst (1)

Benutzte Literatur: „Potsdam. BUGA 2001 Freundschaftsinsel – Gartendenkmal der Moderne“. Potsdam 2001.

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