Renten/Pensionen in Österreich

Renten heißen in Österreich seit 1962 Pensionen

In Österreich erbringen die Träger der sozialen Kranken, Pensions- und Unfallversicherung Leistungen, die für die Absicherung gegen die "Wechselfälle des Lebens" von der Wiege bis zur Bahre sorgen sollen. Von der Vorsorge vor einer Schwangerschaft bis zur Versorgung Hinterbliebener nach einem Todesfall bietet die Sozialversicherung in fast allen Lebenslagen Ihren Versicherungsschutz.

Alle Arbeitnehmer in Österreich beziehen im Alter eine Pension. Die Finanzierung erfolgt in Form eines Umlegeverfahrens (Generationenvertrag), d.h. die Auszahlungen werden überwiegend durch die Beitragszahlungen der Erwerbstätigen finanziert (derzeit 80 Prozent), der Rest aus Steuergeldern. Außer der Pensionsversicherungsanstalt gibt es die Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau, - Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und die Sozialversicherungsanstalt der Bauern.

Eine weitere Aufgabe der Pensionsversicherungen ist die Gesundheitsfürsorge und Rehabilitation. Dafür haben die Pensionsversicherungsträger eigene Einrichtungen für Prävention und Wiederherstellung der Gesundheit.

Pensionsantritt

Frauen können ab dem 60., Männer ab dem 65.Lebensjahr auf Antrag eine Pension beziehen. Das Bundesverfassungsgesetz 1992 regelt jedoch eine Angleichung der unterschiedlichen Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Versicherten. Das derzeitige Antrittsalter der Frauen für die Gewährung einer Alterspension wird ab 2024 schrittweise (bis zum Jahr 2033: Anhebung um 6 Monate pro Jahr) an jenes der Männer - 65. Lebensjahr - herangeführt. Das bedeutet, dass Frauen mit einem Geburtsdatum ab 02.12.1963 bereits ein erhöhtes Antrittsalter für die Alterspension haben.

Pensionshöhe

Die Pension soll ein teilweiser Ersatz für das durch die Pensionierung wegfallende beitragspflichtige Erwerbseinkommen sein, heißt es auf der Informationsseite der österreichischen Sozialversicherung. Die Pensionshöhe muss daher in einem vertretbaren Verhältnis zur Höhe des vor Pensionsbeginn erzielten Erwerbseinkommens stehen, um es dem Versicherten bzw. seinen Hinterbliebenen zu ermöglichen, den gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Die Höhe der Pension hängt von zwei Faktoren ab, dem Durchschnittseinkommen während der Bezugsjahre, das sind derzeit 21 Jahre. Bis 2028 werden die Bezugsjahre in Jahresschritten auf 40 Jahre erhöht. Jedes Jahr wird mit 1,78 Prozent gewertet. Das bedeutet, dass man mit 45 Jahren 80 Prozent der Bemessungsgrundlage als Pension erhält.

Es gibt keine Mindestpension im strengen Sinn. Wenn jedoch das Gesamteinkommen eines allein lebenden Pensionisten unter dem Wert von derzeit 772,4 Euro (nach Abzug des Krankenversicherungsbeitrages 733,01 Euro) liegt, dann hat er Anspruch auf eine Ausgleichszulage, mit der er insgesamt über den genannten Betrag verfügen kann. Für Ehepaare liegt dieser Richtsatz bei 1.158,08 Euro.

Eine Höchstpension gibt es dadurch, dass es für die Berechnung der Pensionsversicherungsbeiträge eine Höchstbeitragsgrundlage gibt, die derzeit bei 4.020 Euro liegt. Die gegenwärtig höchstmögliche Pension beträgt daher 2.854,18 Euro.

Es gibt Alterspensionen, vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer, Schwerarbeiterpensionen und sog. Korridorpensionen, krankheitsbedingte Pensionen, Knappschaftspensionen und Hinterbliebenenpensionen. Zu den Pensionen für die Monate Mai und September eines jeden Jahres gehört je eine zusätzliche Zahlung in der Höhe der für diese Monate ausgezahlten Pension (im Volksmund Urlaubs- und Weihnachtsgeld).

Die Korridorpension

Korridorpension wird eine Pension genannt, die nach Vollendung des 62. Lebensjahres und bei Erfüllung der Mindestversicherungszeit von 450 Versicherungsmonaten in Anspruch genommen werden kann. Grundsätzlich können ab dem 01.01.1944 geborene Männer in Korridorpension gehen. Für Frauen kommt diese Pensionsart (vorläufig) nicht in Betracht, weil ihr Regelpensionsalter bis zum Jahr 2028 unter 62 Jahren liegt.

Krankenversicherung und Lohnsteuer werden abgezogen

Für die Krankenversicherung werden 5,10 Prozent (Wert 2009) der Pension (ausgenommen Waisenpension) abgezogen. Darin ist ein Ergänzungsbeitrag von 0,1 Prozent zur Finanzierung unfallbedingter Leistungen aus der Krankenversicherung (Freizeitunfälle) enthalten. Zusätzlich sind 3,4 Prozent der Pension für mitversicherte Ehepartner/innen oder Lebensgefährten/Lebensgefährtinnen zu entrichten.
Nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes ist eine Lohnsteuer von der Pension abzuziehen und an das Finanzamt zu überweisen.

(Quellen: Österr. Sozialversicherung und Sozialministerium)

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