Erneuerbare Energien in Österreich

Österreich zählt zu den führenden Ländern auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Die Verbände für erneuerbare Energien - Österreichischer  Biomasse-Verband, Windkraft Österreich, Kleinwasserkraft Österreich, Photovoltaic Austria, Austria Solar, ARGE Kompost & Biogas Österreich, proPellets Austria – verweisen auf eine erhebliche Steigerung ihrer Leistungen in den letzten zehn Jahren:

Windkraft: 1993 ging ein erstes größeres netzgekoppeltes Windkraftwerk in Betrieb, Ende 2002 gab es schon 164         Anlagen mit einer Gesamtleistung von 250GWh Strom p.a., die 70000 Haushalte versorgen konnten.

Biogas: ab den 90ger Jahren durften die Erzeuger ihr aus or-ganischem Abfall gewonnenes Produkt in das öffentliche Erd-gasnetz einspeisen und schon 2004 betrug  der Anteil der Fernwärme aus Biomasse  67Prozent.

Solarenergie: Österreich liegt hier an vorderer Stelle, 2003  waren 2,5 Mill. m² Kollektorfläche installiert und durch unterstütende Förderprogramme, wie Steuerermäßigungen, auch bei Einbau von Sonnenkollektoren beim Endverbraucher konnten im Jahr 2005 5.759 GWh ins Netz  eingespeist werden.

Wasserkraft: Im Sommer wird praktisch der gesamte österrei-chische Strombedarf aus Wasserkraftwerken gedeckt ( aus Laufkraftwerken wie zB. an der Donau und Speicherkraftwerke in der Alpenregion).

Biomasse: Der Anteil der durch Holz (Stückholz, Hackgut und Pellets) erzeugten Wärmeenergie steigerte sich von 19% (2003) auf 21% (2008).

Das Ökostromgesetz von 2002 mit einer letzten Änderung im Oktober 2009 garantiert den Erzeugern  eine festgesetzte Einspeisevergütung und verpflichtet die Netzbetreiber, bei nicht ausreichenden  Kapazitäten Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig zu übertragen.

Am 3.Mai 2010 wurde in Österreich ein nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energien (NAP)vorgelegt. Eine neue EU Richt-linie für Gewinnung von Energie aus  erneuerbaren Quellen, verpflichtet jeden Mitgliedsstaat, einen solchen Plan zu erstellen. Es gibt dazu eine verbindliche Vorlage der EU Kommission.
Der Aktionsplan der Verbände zeigt, dass Österreich den Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen von derzeit 30 Prozent  auf 50 Prozent bis zum Jahr 2020 steigern kann. In Teilberei-chen wie etwa der Stromversorgung ist einen nahezu vollstän-dige Abdeckung möglich.  Die größten prozentuellen Zuwächse müssen dazu bei der Solarthermie, der Windenergie und der Photovoltaik erzielt werden, der bisher schon große Anteil bei der Nutzung der Biomasse und der Wasserkraft weiter ausge-baut werden.

Die Umsetzung des Aktionsplans kostet jährlich über 8 Mrd. Eu-ro, soll überwiegend aus privaten Mitteln und über Banken fi-nanziert werden und könnte die Neuschaffung von rund 150.00 Arbeitsplätze bewirken.

Einige Leitmaßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind die Ein-führung einer CO²-Steuer, ein großzügiges Förderprogramm für die notwendigen Investitionen, ein neues Ökostromgesetz und Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und verstärkte Forschung.

Ingeborg (Quellen: Landwirtschaftskammer Österreich, Öster-reichische Energieagentur, biomasseverband.at,  igwindkraft.at , energietraeger.at)

 

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