Kultur und Bildung in Luxemburg

Luxemburg war im Jahr 2007 Kulturhauptstadt Europas, und zwar gemeinsam mit der gesamten Großregion Saar-Lor-Lux-Wallonien. Mit aufwändigen Neubauten (Philharmonie, Museum für moderne Kunst) und Renovierungen bestehender Bauten (Stadttheater, Abtei Neumünster mit Kulturzentrum) hatte sich die Hauptstadt des Großherzogtums in den vergangenen Jahren auf dieses Ereignis vorbereitet. 1994 hatte die UNESCO die Luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt.

Neben der staatlichen und kommunalen Kulturförderung gibt es in Luxemburg eine Vielzahl privater und institutioneller Mäzene (insbesondere Banken) für die bildenden und darstellenden Künste. Die Konzertreihe von Schloss Burglinster, die Musikfestspiele von Echternach und die Theaterfestwochen von Esch und Wiltz sind international bekannt. In der Stadt Luxemburg bestehen vier Theater.

Das auch international bekannte RTL-Symphonieorchester, das seit 1995 als Luxemburger Philharmonisches Orchester weiter besteht, verfügt mit der im Juni 2005 fertig gestellten neuen Philharmonie über eine repräsentative Heimstätte. Das von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Pei erbaute und im Sommer 2006 eröffnete Museum für moderne Kunst zeigt ambitiöse Ausstellungen moderner Malerei und Plastik.

Daneben ist das volkstümliche Kulturleben ebenfalls reichhaltig. Jede größere Gemeinde hat ihr Blasorchester, ausländische Kulturvereine pflegen ihr heimisches Brauchtum. Literatur- und Kunstpreise fördern junge Talente in Literatur und bildender Kunst, auch wenn die Autoren und Maler kaum über Luxemburg hinaus bekannt sind.

Der international bekannteste Künstler Luxemburgs ist der Maler und Fotograf Edward Steichen; seine Ausstellung "Family of Man" hat nach erheblichen Restaurierungs- und Umbauarbeiten 1994 im Schloss von Clervaux eine endgültige Bleibe gefunden. Der Theaterregisseur Frank Hofmann hat auch in Deutschland einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Das luxemburgische Nationaltheater und die Ruhrfestspiele Recklinghausen/Europäisches Festival arbeiten eng zusammen.

Bildung: Dreistufiges Schulsystem

Luxemburg hat ein dreistufiges Schulsystem (Kindergarten, Grundschule, Oberschule), das vor allem auch für eine gute Integration der Kinder der ins Land eingewanderten Arbeitnehmer aus südlichen Ländern sorgen muss. Luxemburg hat in der PISA-Untersuchung ähnlich wie Deutschland abgeschnitten.

Der Aufbau der landeseigenen Universität, die 2003 gegründet wurde, schreitet voran. Das frühere "Centre Universitaire" hatte lediglich für einige Fachbereiche (z.B. Sprachen, Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften, Physik und Chemie) das erste Studienjahr anbieten können. Weitere Studienmöglichkeiten bestehen am Lehrerseminar und Konservatorium (Musik und Schauspiel). Die rund 7.300 Luxemburger Studierenden erwerben ihre akademischen Abschlüsse zurzeit noch großenteils im Ausland (22% in Belgien, 21% in Deutschland, 19% in Frankreich, 15% in Luxemburg). Die etwa 1.500 Studierenden an deutschen Hochschulen sind überwiegend in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben.

(Quelle: Auswärtiges Amt, Luxemburg 2008

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