Die Jugendkriminalität in Luxemburg

Über die Jugendkriminalität in Luxemburg war dank der Unterstützung durch die deutschsprachige Zeitung LUXEMBURGER WORT folgendes Bild zu gewinnen:

Im Großherzogtum Luxemburg ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Jugendkriminalität zu beobachten, besonders in den Bereichen Drogen und Gewalttaten.

Insgesamt 26 907 Straftaten wurden 2004 registriert - ein Plus von 744 Delikten gegenüber 2003. Damit kamen auf 100 000 Einwohner 5 958 Fälle (+2,09%). Der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren lag bei 11,5 Prozent. Besorgnis erregend sei die steigende Gewaltbereitschaft. Laut Polizei stieg die Zahl der Straftaten gegen Personen - etwa Körperverletzung - um 16 Prozent von 1362 (2003) auf 1602 Fälle.

Importierte Kriminalität

Nur jeder dritte ermittelte Täter war Luxemburger. Der Ausländeranteil betrug 60,8 Prozent. Zwei Drittel der Täter wohnten im Großherzogtum. Der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren an der Kriminalität liegt bei 11,5 Prozent. Die Kriminalitätsrate variierte stark nach Gemeinde. Entlang den Grenzen zu Belgien und Frankreich verzeichnete man eine höhere Kriminalitätsrate als im Zentrum und Osten des Landes. Die meisten Verbrechen gab es in Luxemburg-Stadt mit 128 Fällen pro 1000 Einwohner.

Zahlreiche Präventionsmaßnahmen

Justizminister Luc Frieden kündigte Ende 2005 zahlreiche Maßnahmen im Kampf gegen Jugend- und Drogenkriminalität und zum Schutz der Schüler an. Ein Anti-Gewalt- und Anti-Drogen-Programm lief an den Schulen an. Bei der Jugendkriminalität geht die Polizei gegen Erpressungen, Ladendiebstähle, Verletzungen, Vandalismus, Alkoholmissbrauch und auch gegen Drogen verstärkt vor. Die Polizei wurde durch 400 neue Beamte verstärkt.

Die Ursachen

Die Ursachen der Jugendkriminalität sind nach einem Bericht aus dem LUXEMBURGER WORT vom Juni 2007 soziale Defizite (schlechter Schulabschluss, Obdachlosigkeit, Verschuldung, soziale Isolierung). Sie könnten ausschlaggebend sein für Drogenabhängigkeit und wiederholte Straffälligkeit. Die Hauptursache für die Jugend-Kriminalität beginne in der Phase der Pubertät, die mit dem Prozess der Identitätsfindung einhergehe. Auf dem Weg des Erwachsenwerdens gerieten manche Jugendliche auf die schiefe Bahn. Die Gründe dafür seien vielfältig.

Jugendliche, die aus sozialen Problemenzonen kommen, könnten vom rechten Weg abkommen, weil sie oft keinen Ausweg aus ihren schwierigen Lebensverhältnissen sähen. Auch die steigenden Sozialprobleme in Luxemburg gäben nicht mehr jedem eine Aussicht auf eine rosige Zukunft.

Aber auch die immer länger werdenden Ausbildungszeiten führten zu Unsicherheit. Manche wollten sich „kostenlosen“ Luxus gönnen und versuchten es ab und an mit Diebstahl. Die Sucht nach mehr könne dazu führen, die Anzahl der Vergehen zu steigern.

Doch Jugendliche müssten nicht aus einer sozialen Problemzone stammen, um gegen das Strafgesetz und die Schulordnung zu verstoßen. Sie suchten in Gruppen ihre Identität durch Abgrenzung von Eltern und Erwachsenen im Allgemeinen. Dies werde symbolisch zum Ausdruck gebracht durch Kleidung, Haartracht oder Musik. Die Gruppe sei ein Ersatz für familiäre Bindungen, da sie Kids den Rückhalt gebe, den sie von zu Hause oft nicht bekommen. Viele Teenager hätten ähnliche Probleme, Hoffnungen und Ängste, die sie zum Protest verleiten. Die Gruppe widersetze sich den Eltern, Lehrkräften und schlimmstenfalls den Gesetzen.

(Autor: Gerd, Quelle: LUXEMBURGER WORT)

Zurück