Das Rentensystem in Luxemburg

Alle Angestellten und Selbstständigen in Luxemburg zahlen obligatorische Beiträge in den gesetzlichen Fonds für Alters- und Arbeitsunfähigkeitsrenten.

Arbeitgeber und Regierung zahlen mit

Die Beiträge betragen 24 Prozent des Bruttoeinkommens und werden zwischen dem Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer und der Regierung aufgeteilt. Die Beitragszahlungen zur Rentenversicherung werden auch dann bezahlt, wenn man arbeitslos ist oder aus einem anderen Grund nicht arbeitet und eine staatliche Unterstützung erhält. Der Beitrag wird dann üblicherweise von der zuständigen Sozialbehörde bezahlt.

Das Rentenalter

Das normale Renteneintrittsalter beträgt 65 Jahre. Sonderregelungen gibt es für Beamte, Bergarbeiter, Angestellte der Eisenbahngesellschaft und andere Personengruppen.

Zum Erhalt der Altersrente in Luxemburg ist man berechtigt, wenn man in Luxemburg oder einem anderen EU-Staat mindestens 120 Monate Beiträge gezahlt hat. Nach EU-Regelungen erhält man Gelder auch dann, wenn man Beiträge in einem anderen EU-Land bezahlt hat. Außerdem hat Luxemburg Sozialversicherungsabkommen mit einigen Nicht-EU-Staaten (z.B. mit den USA), dank derer die Beiträge, die man in diesen Ländern bezahlt hat, in Luxemburg voll oder teilweise angerechnet werden.

Wenn man das Renteneintrittsalter erreicht hat und nicht genügend Beiträge eingezahlt sind, bekommen man keine Rente. Stattdessen werden die eingezahlten Beiträge zurückerstattet, allerdings ohne die Arbeitgeberbeiträge.

Die Rentenhöhe

Die Standardrente beträgt ca. 71 Prozent des Durchschnittsgehaltes wahrend der Jahre, in denen man Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt hat. Der Höchstsatz beträgt 6.000 Euro pro Monat, außerdem gibt es einen Mindestsatz von 890 Euro monatlich. Die Zahlungen werden jährlich um die Inflation bereinigt und jedes zweite Jahr entsprechend der allgemeinen Entwicklung der Gehälter angepasst.
Angestellte privatwirtschaftlicher Unternehmen müssen Ihre Rente einige Monate bevor Sie das Renteneintrittsalter erreichen bei der Caisse de Pensions des Employés privés in der Stadt Luxemburg beantragen.

Vorruhestand

Es ist möglich, schon mit 57 oder 60 in den Vorruhestand zu gehen. Voraussetzung ist, dass man mindestens 480 Monate lang Beiträge gezahlt hat.

Die Arbeitsunfähigkeit

Zum Erhalt der Arbeitsunfähigkeitsrente muss man in den letzten drei Jahren vor der Arbeitsunfähigkeit mindestens 12 Monate versichert gewesen sein (in Luxemburg gearbeitet und dort Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt haben). Diese Auflage kann erlassen werden, wenn die Arbeitsunfähigkeit auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen ist.

Um eine Arbeitsunfähigkeitsrente zu bekommen, ist kein Mindestbehinderungsgrad notwendig, die einzige Voraussetzung ist, dass man nicht mehr in der Lage ist, die normale Tätigkeit auszuführen. Die Zahlungen dieser Rente beginnen ungefähr sechs Monate nach der Verletzung oder dem Eintritt der Krankheit, wenn man vom Arbeitgeber kein Krankengeld mehr bekommt.
Die Rente wird so lange gewährt, bis sich der Gesundheitszustand deutlich verbessert hat oder bis man 65 Jahre alt und zum Erhalt der Altersrente berechtigt ist. Alle Personen, die unter 50 sind und die Arbeitsunfähigkeitsrente erhalten, müssen sich damit einverstanden erklären, sich allen erforderlichen Rehabilitierungsmaßnahmen zu unterziehen. Der Betrag, den man bekommt, hängt vom vorherigen Gehalt ab und wird ähnlich der Altersrente berechnet, ausgenommen wenn es keine mindestens erforderliche Beitragszahlungsperiode gibt.

(Quelle Just Landed)

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