Das Gesundheitssystem in Luxemburg

Die Krankenversicherung ist in Luxemburg zwingend erforderlich. Für die Grunddeckung sorgt das staatliche Sozialversicherungssystem

Alle Arbeitnehmer und Selbstständigen müssen in Luxemburg je nach Beruf Beiträge für die Krankenkasse (caisse de maladie) bezahlen. Die Beiträge werden vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber erbracht. Es ist jedoch Aufgabe des Arbeitgebers, Ihren jeweiligen Anteil am Lohn einzubehalten und an die Krankenkasse Ihrer Wahl weiterzuleiten.

Krankenkassen-Beiträge

Der normale Beitrag beträgt 5,44% des Bruttolohnes bis zu einem Höchstbetrag von 6.225 Euro. Diese Summe wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu gleichen Teilen aufgeteilt. Selbstständige zahlen den vollen Beitrag. Die Arbeiter mancher Branchen müssen eine höhere Rate bezahlen (9,9%), welche ebenso zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt wird.

Wer Sozialleistungen empfängt, bezahlt einen geringeren Prozentsatz von 5,2%, welcher zur Hälfte von der Sozialbehörde bezahlt wird. All denjenigen, die Arbeitslosengeld, Altersrenten oder andere Lohnersatzzahlungen erhalten, wird der Krankenversicherungsbeitrag von der Unterstützungszahlung abgezogen.

Alle Familienmitglieder, die von Ihnen abhängig sind (wozu auch Kinder bis 27 Jahren gehören, wenn Sie entweder Vollzeitstudenten oder arbeitslos sind) sind automatisch mitversichert. Der Versicherungsschutz umfasst die meisten Behandlungen beim Hausarzt und bei Spezialisten, Laboruntersuchungen, Rezepte und Krankenhausaufenthalte.

Erstattungssystem

Das luxemburgische Gesundheitssystem basiert auf Rückerstattung, das heißt, Die Patienten müssen alle Quittungen von ärztlichen Beratungen, Behandlungen, und Arzneimitteln bei ihrer Krankenkasse einreichen, um sie dann zu dem jeweiligen Prozentsatz (dieser variiert von 80 bis 100%) erstattet zu bekommen.
Bei einer Krankheit gilt, dass die erste ärztliche Beratung zu 80% und darauf folgende Behandlungen innerhalb der nächsten 28 Tage zu 95% rückerstattet werden. Rezepte werden normalerweise zu 78% erstattet, auch wenn es eigentlich vier Kategorien für verschiedene Rezepte gibt, deren Rückerstattungsgrad von 0 bis 100% reicht.

Zahn- und Augenbehandlungen

Zahn- und Augenbehandlungen sind ebenfalls im Versicherungsschutz inbegriffen, auch wenn einige Services eine vorherige Genehmigung erfordern und man vielleicht gezwungen ist zu jährlichen Kontrolluntersuchungen zu gehen. Die „caisse“ erstattet gewöhnlich auch Notfallbehandlungen im Ausland (vorausgesetzt, dass Sie nicht ausdrücklich aus diesem Grund verreist sind), und zwar zu den gleichen Prozentsätzen wie vergleichbare Behandlungen in Luxemburg rückerstattet werden.

Pflegeversicherung

Unabhängig von der Krankenversicherung gibt es noch die Pflegeversicherung, die „assurance dépendance“ genannt wird. Diese wird durch eine einprozentige Steuer finanziert, die von Arbeitnehmern, gewerblichen Erträgen und Lohnersatzzahlungen einbehalten wird. So werden die Kosten der Pflegeversicherung in Altenheimen und anderen Pflegeinrichtungen in Luxemburg getragen.

Zusatzversicherungen

Viele Luxemburger schließen eine Zusatzversicherung bei einer der gemeinnützigen Krankenversicherungen oder Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (mutuelles), die dem Sozialversicherungsministerium angeschlossen sind, ab. Viele Arbeitgeber bieten eine solche Zusatzversicherung als besondere Vergütung an, und zwar entweder zu günstigen Konditionen für den Arbeitnehmer oder auf einer gemeinsamen Zahlungsbasis. Eine „mutuelle“ bezahlt die Kosten, die von der Kasse nicht übernommen werden und bietet eventuell noch erweiterte Leistungen bei Krankenhausaufenthalten (d. h. ein eigenes Zimmer), Augenbehandlungen (Brillen und Kontaktlinsen), Zahnbehandlungen und medizinischen Behandlungen außerhalb Luxemburgs an.

Die Kosten für zusätzliche Versicherungen sind normalerweise gering, beziehen sich aber auf die einzelnen Personen (das heißt, man muss für die Versicherung des Ehepartners, der Kinder und anderer abhängiger Familienmitglieder extra bezahlen). Wenn man besondere Bedürfnisse oder Umstände hat oder medizinische Versorgung in anderen Ländern braucht, kann man sich durch einen Versicherungsvertreter privat zusätzlich versichern.

(Autor: Gerd, Quellen: Zm Online,Ess-Europe.de)

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