ViLE-Süd Ausflug nach Schloss Mochental

ViLE-Süd Ausflug nach Schloss Mochental und zur Berg-Brauerei in Ehingen-Berg am 1. September 2016.

Am südlichen Rand der schwäbischen Alb, versteckt in einem Tal westlich von Ehingen, liegt Schloss Mochental. In diesem barocken Schloss präsentiert seit über 30 Jahren die Galerie Ewald Karl Schrade Werke der klassischen Moderne und wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen.


Schloss Mochental

Das Schloss ist immer eine Reise wert. -  Errichtet um das Jahr 1000 von den Grafen von Mochental als Burg mit Kapelle, erlebte das Gebäude eine wechselvolle Geschichte. 1049 weihte Papst Leo IX. die Kapelle dem Heiligen Nikolaus, 1192 wurden Kapelle und Burg dem Kloster Zwiefalten von Graf Ulrich I von Berg geschenkt. Mochental wurde zur Sommerresidenz des Abtes von Zwiefalten. Mehrfach umgebaut zerstörte 1730 ein Brand die Gebäude. In den folgenden drei Jahren errichteten die Brüder Martin und Joseph Schneider unter Abt Augustin das Schloss im Renaissancestil neu mit nun 365 Fenstern! Nach der Säkularisation kam es in staatlichen Besitzt und diente unterschiedlichsten Zwecken. Nach einer privaten Innenrenovierung durch die Galerie Schrade werden seit 1985 auf 2500 m² Ausstellungsfläche Werke der klassischen Moderne und der Gegenwart gezeigt. Außerdem beherbergt das Gebäude das sogenannte „Welt erste Besenmuseum“, eine interessante Sammlung von Besen aus aller Welt, ein Café mit Garten und einen Museumsshop.

An dem von Beate Braun organisierten Ausflug nahmen 16 Personen teil, überwiegend ViLE- Mitglieder. Wir trafen uns bei schönstem Sommerwetter um 10 Uhr direkt vor dem Bauernhof, der zum Schloss gehört, empfangen von zwei großen Bernhardinern. – In der Nikolauskapelle des Schlosses begrüßte uns der Galerist, Herr Schrade, persönlich. Nach einem kurzen Bericht zur Geschichte des Gebäudes gab er uns eine Einführung über die Künstler und Künstlerinnen, deren Werke aktuell in der Ausstellung zu sehen waren. Dies waren im Wesentlichen Werke von Lore Bert (Arbeiten aus Papier), Torsten und Nina Römer und Walter Stöhrer und Helmut Sturm. Daneben gibt es Werke aus früheren Ausstellungen (u.a. Erich Hauser, HAP Grieshaber, Erich Heckel, Dietrich Klinge, Shmuel Schapiro). Unterschiedliche Beurteilungen der einzelnen Werke durch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen führten zu lebhaften Diskussionen. Allgemeinen Anklang fanden die Arbeiten von Römer und Römer, die gerade für eine neue Ausstellung gehängt wurden. In ihrer „gepünktelten“ Leichtigkeit gefielen sie wohl allen. Dargestellt werden Szenen von Festival-Veranstaltungen nach Fotografien. – Unabhängig von den gezeigten Werken machte es Freude sich durch die Räume des Schlosses zu bewegen, seine Architektur und seine Einbettung in die umgebende Natur zu genießen.


Galerie Schrade: im Hubertussaal "Die fünf platonischen Körper" von Lore Bert.
(Arbeiten aus Papier vom 17.7. - 25.9.16)

Nach etwa zwei Stunden machten wir uns mit den Autos auf den Weg nach Ehingen-Berg. In der modern renovierten Gaststube der Brauerei erwartete uns ein leckeres Mittagessen. Z.B. wurden Linsen mit Spätzle serviert. Mit diesen „Alb-Loisa“ hat es eine besondere Bewandtnis: Diese besonderen Linsensorten (Späths Alblinse klein, Späthsalblinse groß und Späths Hellerlinse) waren lange auf der Schwäbischen Alb nicht mehr verfügbar, da es keinen Samen mehr gab. Nach langwieriger Recherche wurde man in der Genbank des St. Petersburgers Wawilows Instituts fündig. Erst 2006 kamen Samen zurück nach Deutschland und erst seit 2011 sind diese Linsen wieder im Handel erhältlich (über den Biohof Mammel in Lauterach im Alb- Donau-Kreis). Die Linsenpflanzen brauchen zum Wachsen einen Halt und werden deshalb zusammen mit Hafer oder Gerste angebaut. Die Braugerste der Bergbrauerei kommt von 36 Landwirten aus der Region, die ihre Felder nach den Regeln des integrierten Anbaus bewirtschaften. Die Gerste vom Linsenanbau wird für zwei Biere der Bergbrauerei verwendet, für das „Schäfleshimmel“ und das „3-Korn-Hefeweizen“.


Besucher in der Berg-Brauerei

Nach dem Mittagessen nahmen wir an einer Führung durch die Berg-Brauerei teil. Wir erfuhren, dass die Brauerei (früher Adlerbrauerei) seit 1466 besteht und sich seit 1757 im Besitz der Familie Zimmermann befindet. Wir wurden mit allen Herstellungsschritten des Biers vertraut gemacht: Von der Umwandlung des Getreides in Malz, vom Ansetzen der Maische bis zur Abfüllung in Flaschen. Natürlich durften wir das frische Gebräu auch probieren und wurden großzügig mit verschieden Biersorten beschenkt.


Museum Berg-Brauerei

Zum Abschluss gab es noch Kaffee und Kuchen bevor alle beschwingt von den schönen Erlebnissen des Tages nach Hause fuhren.
Erla Spatz-Zöllner 6.9.2016.

4 Fotos Norbert Rückgauer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mochental

http://www.bergbier.de/brauerei-tradition.html

http://www.galerie-schrade.de/home/mochental/

Zurück