Sommerakademie Berlin zum Thema Afrika

Afrika - Herkunft und Schicksal der Menschheit

Wissenschaftliche Erkenntnisse – politische Herausforderungen

Zu diesem Thema fand bei der 33. Berliner Sommer – Uni vom 27.8. – 2.9.18 an der Freien Universität Berlin eine Vorlesungsreihe statt. Anlässlich der ViLE-Vorstandssitzung in Berlin konnten ViLE-Mitglieder einige dieser Vorlesungen besuchen und berichten im Folgenden darüber.

 

Sommerakademie Berlin zum Thema Afrika

Die Rolle der Frauen in afrikanischen Gesellschaften

Frauen sind die am härtesten arbeitende Bevölkerungsschicht in Afrika. Wobei zu bedenken ist, dass 41% der afrikanischen Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist (Dr. Uschi Eid, Präsidentin der deutschen Afrika Stiftung e.V.). Der Kampf gegen die Armut hängt entscheidend von der Arbeitskraft der Frauen ab.

Das missachtete Rückgrat der Gesellschaft“

Allein 16 Stunden pro Woche braucht eine Frau durchschnittlich um Wasser zu holen. Die Frauen tragen aber auch Holz, Maniok, Salz, Mais, Palmfrüchte und vieles mehr, immer mit Kindern auf dem Rücken! Obwohl ihnen nur 10% des Landes gehören, schaffen sie 80% der gesamten Landwirtschaft. Kein Wunder, dass afrikanische Frauen nur eine Lebenserwartung von 44 Jahren haben!

Frauen arbeiten in allen Berufsfeldern

Frauen räuchern Fische, stehen im radioaktiv verseuchten Wasser in den Kobaltminen im Kongo, sie sind Köhlerinnen, klopfen Steine, leben von der Zubereitung und dem Verkauf von Speisen, sie sind Schreinerinnen, oder sind im Bauhandwerk tätig. Viele müssen sich prostituieren, sie spinnen, weben und färben, oder sind als Schneiderinnen und Stoffhändlerinnen tätig. (In Ghana wird niemand Präsident, der nicht das Wohlwollen der Stoffhändlerinnen hat.) Sie arbeiten am Computer, in Schulen und in Kliniken. Sie kämpfen gegen Wilderer oder als Soldatin. Meist arbeiten Frauen aber im informellen Sektor und unbezahlt!

Anhaltende Frauendiskriminierung

70% der Armen sind Frauen. Frauen werden bei Besitz und Erbe diskriminiert. Sie bekommen weniger Kredite und sind schlechter ausgebildet. Der Mann ist der Chef der Familie. Die Lebenswirklichkeit der Frauen ist von den gesetzlich proklamierten Frauenrechten weit entfernt. Es gibt eine hohe Gewaltbereitschaft gegen Frauen.

Anhaltendes Bevölkerungswachstum

Kinder sind Statussymbol, Altersversorgung und Arbeitskräfte zugleich. Die hohe Geburtenrate ist Hauptursache für den schlechten Zustand Afrikas, mehr als ausbeuterische Regierungen und Korruption. Pro Jahr wären 20 Mio. neue Arbeits-Plätze nötig, um die Bevölkerungszunahme wirtschaftlich bewältigen zu können. Dies kann Afrika nicht leisten. Nur 17% der Frauen haben Zugang zu Verhütung. Die nötige Bildung und Sexualaufklärung fehlen weitgehend. Zudem gibt es ideologische, religiöse und politische Hindernisse zur Einschränkung der Geburtenhäufigkeit. Ein Hoffnungsschimmer: Angeblich wollen einige westafrikanische Länder die Geburtenrate nun verringern.

Begleitet wurde der Vortrag mit schönen Fotos zur Arbeit afrikanischer Frauen von einer afrikanischen Fotografin.

 

Erla Spatz-Zöllner nach einem Vortrag von Dr. phil. Daniela Roth, München: „Afrika in Frauenhand – Die Rolle der Frauen in Gesellschaften Afrikas“ bei der Sommerakademie am 30.8.18 an der FU Berlin

 

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