Skodlerrak zum 100. Geburtstag

Anlass eines Besuchs in Lüneburg am 28. Februar war für die Gruppe ViLE-Lübeck eine Ausstellung zum hundertsten Geburtstag des mit der Lübecker Kunstscene verbundenen Malers und Grafikers Horst Skodlerrak im Ostpreußischen Landesmuseum.

Das Ostpreußenmuseum, das sich in der Lüneburger Altstadt mit seinen rund 1.000 denkmalgeschützten Häusern versteckt, erhielt in den letzten Jahren eine lichtdurchflutete Erweiterung in Beton und Glas. Es gibt ein großes Museumscafe, in dem ostpreußische Spezialitäten angeboten werden.

In einem größeren Ausstellungsraum sind unter dem Titel „Im Kleinen groß“ zahlreiche kleinere Werke des Künstlers zu sehen und geben einen Überblick über sein Werk von seinen Anfängen in Ostpreußen bis zu seinen späten Arbeiten. Eine eindrucksvolle Schau.


Toscana

Der in Ostpreußen geborene Maler, der nach dem Krieg überwiegend in dem kleinen Ortsteil Brodten an der Travemünder Steilküste lebte, gilt als Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Er starb 2001. Der Künstler malte gegenständlich, aber nicht realistisch, so heißt es. Im Jahr 1958 erhielt er den Bremer Kunstpreis und später weitere Auszeichnungen.

Ein Rathaus als Museum
ViLE-Lübeck ergriff die Gelegenheit, bei dem Besuch in Lüneburg auch das historische Rathaus zu besichtigen. 700 Jahre alt ist der älteste Teil, der in den folgenden Jahrhunderten immer wieder durch Anbauten ergänzt wurde. Es entstand ein ganzer Rathauskomplex. Heute ist der riesige Bau überwiegend ein Museum. Nur der Oberbürgermeister hat noch sein Büro im Rathaus.
Die zahllosen Amtsstuben, Kammern und Säle vermitteln den Eindruck, als seien sie seit ihrer Entstehung nie verändert worden. Heute stehen sie leer. Der Rathausmaler Daniel Freese hatte wohl sein ganzes Leben lang damit zu tun, alle Räume mit Ölgemälden auszustatten und die Holzbalkendecken zu verzieren. Besonders eindrucksvoll ist der riesige Fürstensaal, dessen Holzbalkendecke trotz ihrer Größe ohne Stützpfeiler auskommt.

Das Lüneburger Rathaus

Das Rathausmuseum findet so viel Interesse, dass an manchen Tagen fünf Führungen gleichzeitig stattfinden müssen. Allerdings hat jetzt eine umfangreiche Sanierung begonnen. Einige Mauern sind bis zu 70 Zentimeter abgesunken. Der große Salzstock, auf dem das Rathaus und ein angrenzender Stadtteil stehen, wird immer wieder unterspült und die entstehenden Höhlen brechen eines Tages zusammen. Jetzt ein großes Problem. Aber im Mittelalter hatte das Salz der Stadt riesigen Reichtum gebracht.

Horst (2020)

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