Schloss Charlottenburg – Der Neue Flügel

Auf der gemeinsamen Berlin-Exkursion von ViLE-Mitgliedern aus Süd- und Norddeutschland stand am 3.Tag eine Besichtigung des Neuen Flügels im Schlosses Charlottenburg auf dem Programm. Er wurde am 26. Dezember 2014 nach zweijährigen Sanierungsarbeiten, bei denen den Restauratoren nichts zu teuer war, wiedereröffnet.


Schloss Charlottenburg

Mit dem Neuen Flügel schuf der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff die erste eigenständige Residenz für Friedrich den Großen nach dessen Regierungsantritt 1740.


Der Weiße Saal

Zuerst beeindrucken die prachtvollen friderizianischen Festsäle – der als Speisesaal genutzte Weiße Saal und die Goldene Galerie – verziert mit Rokokodekorationen. Hier finden sich auch Meisterwerke französischer Malerei.


Winterkammer mit Ofen

Im Erdgeschoß ließ sich Friedrich Wilhelm II, Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen, 1788 eine Sommerwohnung im chinesisch-etruskischen Stil und 1796 die frühklassizistischen Winterkammern einrichten. Hier wohnte Königin Luise, die Gemahlin von König Friedrich Wilhelm III. Sie wurde 1776 als Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz geboren und starb mit 34. Jahren.

Als historisches Ereignis wurde ihre Begegnung mit Napoleon 1807 in Tilsit bekannt (Frieden von Tilsit). Nachdem Napoleon in seiner Berliner Zeit in Luises Schlafzimmer genächtigt hatte, bezog diese nach ihrer Rückkehr aus Ostpreußen ein anderes Schlafzimmer, welches Karl Friedrich Schinkel 1810 entwarf und mit Möbeln aus Birnbaumholz ausstattete.


Gemälde an allen Wänden

In den Räumen ihres Ehemannes Friedrich Wilhelm III werden bedeutende Gemälde gezeigt. So ein Reiterbildnis Napoleons und Franz Krügers „Parade Unter den Linden“. Eine Ergänzung bieten im Vestibül klassizistisch-romantische Marmorskulpturen. Die Werke gehen zurück auf antike Vorbilder und wurden teilweise von Künstlern der Berliner Bildhauerschule in Rom geschaffen.


Königin Luise mit Schwester

Hier befindet sich auch eine Kopie der Prinzessinnengruppe, die Königin Luise und ihre jüngere Schwester Friederike zeigt. Die Skulptur wurde 1796-1797 von Johann Gottfried Schadow geschaffen, dessen bekanntestes Werk die Quadriga auf dem Brandenburger Tor ist. Dem Bildnis der beiden Schwestern begegnet man an verschiedenen Orten in Berlin: In der Alten Nationalgalerie in Marmor, in der Friedrichswerderschen Kirche in Gips und im Kunstgewerbemuseum konnten wir sie in Biskuitporzellan bewundern.

Text Margret, Fotos Margret (2), Horst (3), (22.10.2015)

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