Sammlung Brabant für Schwerin und Wiesbaden

Seine umfangreiche Kunstsammlung will der Geschäftsmann  Frank Brabant (79) nach seinem Tode je zur Hälfte dem Museum Wiesbaden und dem Staatlichen Museum Schwerin schenken. Der erfolgreiche Unternehmer verdiente sein Geld mit Discotheken und trug einen Schatz von etwa 500 Kunstwerken zusammen. Die Wände seiner 150 Quadratmeter großen Dachgeschoßwohnung sind fast lückenlos mit Bildern ausgestattet.


Foto von Brabants Wohnung

ViLE-Lübeck besichtigte am 16. Februar den für Schwerin bestimmten Anteil seiner Sammlung. Sie wird gezeigt in dem vor zwei Jahren eröffneten großzügigen Ausstellungssaal des Staatlichen Museums Schwerin, der durch eine gläserne Brücke mit dem  Altbau von 1882 verbunden ist.


Porträt des Sammlers von Eberhard Dietsch

Der Grund für die geplante Schenkung: Brabant ist in Schwerin geboren und aufgewachsen. Die Leidenschaft zur Kunst begann recht früh. Der erste Kauf war ein Holzschnitt von Max Pechstein, den Frank Brabant sich von dem Geld  kaufte, das er eigentlich für seinen ersten VW-Käfer gespart hatte. Später kamen Werke von Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Georg Tappert, Emil Nolde, Otto Dix, Max Beckmann und vielen anderen hinzu.


Rückenakt von Lovis Corinth

Für das Schweriner Museum ist der ihm zugedachte Anteil der Brabant-Sammlung eine wertvolle Ergänzung seiner Bestände. Eine Lücke wird geschlossen, da das Museum nur wenige Werke besitzt, die dem Expressionismus oder der Neuen Sachlichkeit zugerechnet werden. Sie sind ein Schwerpunkt der Sammlung, die  das gesamte 20. Jahrhundert  umfasst, von Pierre Bonnard und Henri de Toulouse-Lautrec bis zu A. R. Penck und Markus Lüpertz,


Golgatha von Markus Lüpetz

Neben den „großen Namen“ sind viele Maler der „Verschollenen Generation“ vertreten – Künstler, die in der Nazizeit verfemt wurden und nach dem Krieg nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten.

Der Besuch in Schwerin war mit Schwierigkeiten verbunden. Der winterliche Straßenzustand führte immer wieder zu einer Verlegung der Exkursion. So konnte unsere Gruppe ihre Absicht erst kurz vor dem Ende der Ausstellung  verwirklichen. Die Schau ist nur noch bis zum 18. Februar zu besichtigen. Der zweite Teil der Sammlung soll im kommenden Sommer in Wiesbaden gezeigt werden. Aber es gibt schon einen Gesamtkatalog für die Sammlung Brabant.

Text und Fotos: Horst (16.02.2018)

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