Neues Museumsquartier in Lübeck

Die Hansestadt Lübeck hat ihre Museumslandschaft neu geordnet. Unter dem Motto „Das Innere des Weltkulturerbes“ wurden die Kunsthalle St. Annen und das St.-Annen-Museum zum Museumsquartier verschmolzen. Geschichte, Kunst und Gegenwart wird in dem gemeinsamen Bereich miteinander verbunden.

Der Museumskomplex hat eine 500-jährige Geschichte. Das Kloster der Augustinerinnen wurde 1515 fertiggestellt. 1532 löste man den Konvent im Zuge der Reformation auf. Die Stadt Lübeck nutzte das Gebäude danach als Armen-, Waisen- und Werkhaus, sowie als Gefängnis.

1843 vernichtet ein Großbrand das Obergeschoss der Klausur und 1875 brannte die Klosterkirche bis auf die Mauersockel ab. Die wiederhergestellte Klausur wurde 1915 zum Museum. Erst 2003/04 wurden die Reste der Kirche in das Erdgeschoss eines Ausstellungs-Neubaus integriert. Diese St. Annen-Kunsthalle ist der Präsentation der Moderne vorbehalten.

Das St. Annenkloster ist eine reformationszeitliche Sakralarchitektur. Um den zentralen Kreuzgang reihen sich gewölbte Räume, wie der Kapitelsaal und der Remter. Das Kalefaktorium (Wärmstube) ist heute die Heimstatt des berühmten Memling Altars. Aus Kirchen und Klöstern der Stadt befinden sich im Kreuzgang und weiteren Räumen wertvolle Plastiken und Altäre.

Im erneuerten Obergeschoss bietet jetzt ein Rundgang durch 25 thematisch geordnete Räume aus Bürgerhäusern profane Kunst und Sammlungen und zeigen die Kulturgeschichte Lübecks vom Mittelalter bis ins ausgehende 19. Jahrhundert.

Raum für interaktive Medien

Zwischen Anfang und Ende der historischen Ausstellungsräume entstand dank der jüngsten Umbauten der Raum „Zeitreisen“. Hier werden auf Bildschirmen Geschichte, Stadtgeschichte und Bauwerke der Stadt mit den dargestellten Objekten der ausgestellten Sammlung verknüpft und lassen sich anschaulich nachvollziehen. Dieser Raum für interaktive Medien wurde von Architekten und Mediengestaltern eingerichtet. Ein weiterer Medienraum erklärt dem Besucher anhand von Texten und Bildern den Memling Altar sowie ein „Comic“ über denselben.

Ich bin bei der aktuellen Darstellung im Zuge der Neueröffnung angekommen, möchte aber nicht versäumen den interessanten Kontrast von alt und neu in der Mode der bürgerlichen Gesellschaft Lübecks gestern und heute mit einem Objekt des Künstlers Stephan Hann hinzuweisen. Seine Mode- Kunstobjekte sind aus ungewöhnlichen Materialien wie Hüllen der Anti-Baby-Pillen und Osram Glühbirnen als Puffärmel hergestellt. Dieser Raum der Mode ist als Übergang zu den oben erwähnten neuen Medien gut gelungen.

Erwähnt sei, dass für den Besucher Audio-Guides in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung stehen.
Ursula Dannien (09.03.2013)

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