Lotte Laserstein in Kiel.

Die ViLE Gruppe Lübeck unternahm eine Zugfahrt am 10.01.2020 mit sieben Personen nach Kiel zur Kunsthalle. Dort wurden Bilder der uns unbe­kannten Künstlerin Lotte Laserstein unter dem Titel „Von Angesicht zu Angesicht“ ausgestellt. Für uns war es die 2. Ausstellung des letzten halben Jahres zu weitgehend unbekannten Künstlern aus der sog. verschollenen Generation.

Lotte Laserstein wurde 1898 in Ostpreußen geboren. 1927 schloss sie ihr akademisches Studium bei Erich Wolfsfeld in Berlin ab - als eine der ersten Frauen mit Auszeichnung. Ihr zentrales Thema war die Porträtmalerei. Sie malte Gesichter, viele Selbstporträts, mondäne Frauen im Berlin der wilden Zwanzigerjahre oder Persönlichkeiten der damaligen Künstlerwelt und Gestalten aus dem Romanischen Café am Kurfürstendamm. Die zwischen 1927 – 1933 entstandenen Bilder, werden heute als die bedeutendsten eingeschätzt. Schätzungsweise 10.000 Arbeiten umfasst das Gesamtwerk.


Malerin und Modell (Traute Rose)

Als sie von einer schwedischen Galerie eine Einladung bekam, floh sie als sogenannte Dreivierteljüdin 1937 nach Schweden. Sie baute sich dort eine neue Existenz überwiegend als Künstlerin von Auftragsporträts auf.

 
Aus dem Frühwerk                                                                         Der Katalog

Der Durchbruch zu ihrer internationalen Anerkennung nach 1945 begann 1985 mit einer Ausstellung in der Royal Academy of Arts unter dem Titel: „German Art in the 20the Century“. Die Wiederentdeckung Lotte Lasersteins begann 1987 ebenfalls in London mit einer Einzelausstellung, bei der die betagte Künstlerin mit ihrem eng befreundeten Modell Traute Rose zugegen war. Ab den 1990 Jahren wurde sie publiziert und wissenschaftlich gewürdigt. Seit 2010 ist die Nationalgalerie Berlin im Besitz ihres größten Bildes „Abend über Potsdam“ aus dem Jahr 1930. Es gilt als Hauptwerk Lasersteins.

Lotte Laserstein starb im Januar 1993 in Kalmar, Schweden.

Quelle: Wikipedia und Ausstellungsflyer, aus dem auch die Bilder stammen, denn Fotografieren war nicht erlaubt. Ein sehr schönes Video mit guter Wiedergabe von Bildern ist hier zu sehen:

https://www.ndr.de/kultur/kunst/schleswig-holstein/Kunsthalle-Kiel-zeigt-Werke-von-Lotte-Laserstein,laserstein122.html

Bärbel
Ergänzungen von Horst, dem es nach vielen Monaten mit Hilfe des Sprachprogramms von Window 10 endlich wieder einmal gelang, einen Bericht zu verfassen.

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