„Hus in Konstanz – das Ende eines Reformators“.

Ein Bericht über einen Ausflug nach Konstanz mit einer Stadtführung.

600 Jahre Konstanzer Konzil

Am 7.7.2015 besuchte ViLE Süd Konstanz am Bodensee. Bei einer Stadtführung erfuhren wir die Geschichte von Jan Hus, insbesondere seiner letzten Tage in Konstanz.  


Konzilsgenbäude
Foto: Norbert Rückgauer

Vor 600 Jahren versammelten sich Kardinäle, Fürsten und ein Papst in Konstanz, um die Spaltung der Kirche zu überwinden und die Ketzerei zu bekämpfen (Konstanzer Konzil von 1414 – 1418). Ein 40 Jahre währender Streit sollte beigelegt werden, wer der rechtmäßige Papst im Abendland sein soll.

Im Jahre 1414 war der böhmische Reformator Jan Hus zum Konstanzer Konzil gereist, um seine Schriften zu verteidigen. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft im November 1414 wurde der Prager Magister trotz eines Geleitbriefes König Sigismunds und der Zusage des Papstes Johannes XXIII, ihm Schutz zu gewähren, gefangen genommen. Die Lehren von Hus gefährdeten in den Augen der Konzilsväter die Autorität der Kirche. Unter den Anklägern waren die einflussreichen Kardinäle d’Ailly, ehemalige Kanzler der Sorbonne, und Fillastre, Jurist und ebenfalls einer der führenden Akteure des Konzils. Ihr Ziel war es, Hus zum Widerruf seiner Lehren zu bringen.

Zu Beginn des Prozesses wurde eine Kommission mit der Prüfung der Schriften des Jan Hus beauftragt. Zunächst wurde Hus in seinem Gefängnis verhört, später folgten Anhörungen im Konstanzer Münster. 


Das Konstanzer Münster
Foto: Barbara Heinze

 


Gedenkstein im Münster
Foto: Norbert Rückgauer

Hus lehnte einen Widerruf beharrlich ab. Außerdem kannte er die Autorität des Konzils nicht an. Schlussendlich wurde Jan Hus am 6. Juli 1415 als Ketzer verurteilt. Nach der Urteilsverkündung wurde er aus dem geistlichen Stand ausgeschlossen. Damit wurde er der weltlichen Gewalt unterstellt, die ihn zum Tode verurteilte. Einen erneuten Aufruf zum Widerruf lehnte Hus an der Hinrichtungsstätte ab, woraufhin er verbrannt wurde. Um eine spätere Reliquienverehrung zu verhindern, wurde seine Asche im Rhein verstreut.


Jan Hus-Haus
Foto: Norbert Rückgauer

Während einer Stadtführung sahen wir die wesentlichen Stätten, mit denen Jan Hus in Konstanz in Beziehung gestanden hatte, nämlich:

-          das Gebäude des Konstanzer Konzils,

-          Gefängnis,

-          das Konstanzer Münster, wo weitere Anhörungen erfolgten, 

-          das Haus, in dem Jan Hus zu Beginn seines Aufenthaltes lebte,

-          das Jan-Hus-Museum, das in der Nähe des vorgenannten Hauses steht,

Schild am Ja Hus-Museum
Foto: Norbert Rückgauer

Der Stein an der Stelle, an der Jan Hus verbrannt worden ist, liegt außerhalb der Stadt und konnte leider nicht mehr besucht werden.

Beate Braun
ViLE-Süd
09.10.2015

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