Hamburger Kunsthalle zeigt die Malerin Anita Rée

Eine umfassende Retrospektive widmet die Hamburger Kunsthalle der Malerin Anita Rée. Für ViLE-Lübeck war das der Anlass zu einem Treffen der Regionalgruppe Nord. Gemeinsam mit mehreren Vereinsmitgliedern aus dem Hamburger Raum besuchten die Lübecker die Schau am 17. November. Nach der Führung durch die Ausstellung traf man sich zu einem Gedankenaustausch im Museumscafe.

ViLE bei der Museumsführung

Anita Rée war eine Person, die mit ihrem dunklen Teint – ihre Mutter stammte aus Südamerika – und ihrer oft farbenfrohen Kleidung in Hamburg auffiel.

Mit rund 200 Gemälden, Arbeiten auf Papier und gestalteten Objekten zeigt die Retrospektive die vielfältigen Arbeiten der Künstlerin von Porträts über impressionistischer Freilichtmalerei und mediterrane Landschaftsbilder bis hin zu neusachlichen Bildnissen.

Ihr erstes Selbstporträt von 1904

Die Kunsthalle besitzt selbst mit 13 Gemälden und 25 Arbeiten auf Papier eine größere Zahl von Werken Rées. Der Bestand hat eine abenteuerliche Geschichte. Von den Nazis waren zahlreiche Bilder als „entartete Kunst“ aus der Kunsthalle entfernt worden. Doch ein damaliger Hausmeister hatte heimlich alle Werke von Anita Rée herausgeschmuggelt und zu Hause versteckt. Nach Kriegsende brachte er alles unbemerkt zurück ins Museum. Bei der Überprüfung des Depots konnte man sich später nicht erklären, warum gerade diese Bilder verschont geblieben waren.

Bild von 1930

Ergänzt wird die Ausstellung durch Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen Deutschlands, Englands, der Schweiz und den USA.

Anita Rée nahm Unterricht bei einem Maler in Hittfeld und gehörte mehrere Jahre der Hittfelder Künstlerkolonie an. Dann ging sie 1912/13 nach Paris und fand dort viele Anregungen für die Entwicklung eines eigenen Stils. Von 1922 bis 1925 lebte sie im süditalienischen Positano.

Schlucht in Südtirol

Nach der Rückkehr nach Hamburg brachten ihr zahlreiche Porträt- und andere Aufträge überregionale Anerkennung.

Positano


Ein Auftrags-Porträt

Doch das Blatt wendete sich. Öffentlich wurde ihre Kunst überwiegend abgelehnt. Frustriert zog sie sich nach Sylt zurück, wo sie bald vereinsamte und sich 1933 das Leben nahm.

Die Ausstellung ihrer Werke läuft bis zum 4. Februar 2018.

Text und Fotos Horst (17.11.2017)

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