Georg Tappert, einst berühmt, dann fast vergessen

Auf den Spuren des deutschen Expressionismus besuchte ViLE-Lübeck Ende Juni fünf bayerische Museen und im August in Berlin die große Ausstellung „Expressionismus – Impressionismus“ in der Alten Nationalgalerie. Mit einer Fahrt zur Ausstellung der ‚Werke von Georg Tappert im Kloster Cismar am 11. September beendete die Gruppe ihre Expressiomismus-Trilogie.

Georg Tappert, war einst ein berühmter Künstler ind angesehener Professor der Pädagogischen Kunsthochschule Berlin. Er gehörte zu den wichtigsten Künstlern des deutschen Expressionismus, geriet später aber fast in Vergessenheit.

files/Vile Netzwerk/img/Kultur/Tappert/Georg Tappert Die Russin.JPG

Tappert: Die Russin

Zwischen 1910 und 1933 war Tappert einer der herausragenden Künstler der Moderne in Berlin und mit Max Pechstein Mitbegründer der „Neuen Secession Berlin“, die vor dem 1. Weltkrieg das wichtigste Forum der avantgardistischen Künstler bildete, Nach dem Militärdienst war er an der Gründung der "Novembergruppe" beteiligt, die neue Formen einer volksnahen Kunst zum Ziele hatte. und begann auch bald wieder mit der  Lehrtätigkeit.

Tappert: Vom Alexanderplatz

Tappert: Vom Alexanderplatz

In der Zeit der Nazíherrschaft wurde Georg Tappert aus dem Lehramt entlassen und erhielt Unterrichts- und Ausstellungsverbot. Eine künstlerische Tätigkeit war ihm untersagt. Offensichtlich malte er heimlich weiter. Nach seinem Tod 1957 fand seine Frau Tausende von Zeichnungen und Bildern auf dem Boden, die er in der Nazizeit gemalt hattte.

Nach Kriegsende nahm Tappert seine künstlerische Arbeit nicht wieder auf, unterrichtete jedoch noch bis 1953. Er engagierte sich dem Aufbau der Hochschule für Kunsterziehung und deren Überführung in die Hochschule für bildende Künste in Berlin.

Tappert: Karneval
Tappert: Karneval

Mit seinen Bildern von Chansonetten, Nackttänzerinnen, exotischen Artistinnen, Halbweltdamen und Straßendirnen war Tappert einer der ersten deutschen Künstler, die die großstädtische Vergnügungswelt als Bildthema entdeckten.

Es ist dem Schloss Gottorf, insbesondere Gerhard Wietek zu verdanken, dass Tappert auch noch zu verdienten späten Ehren gekommen ist. Gottorf besitzt den gesamten Nachlass, zeigte schon mehrere große Ausstellungen und brachte mehrere Bücher heraus. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass Bilder von Tappert heute auf internationalen Auktionen zu hohen Preisen gehandelt werden.

Die diesjährige Sommerausstellung im Kloster Cismar bei Grömitz widmet sich zu gleichen Teilen Georg Tappert und seinem 1991 gestorbenen Schüler.Ernst Straßner.

Strassner Portraet der Tochter

Straßner: Porträt der Tochter

Der Braunschweiger Hochschulprofessor ist mit Landschaften und üppigen Stillleben, Porträts und seiner besonderen Vorliebe, der Gouache-Malerei, vertreten.

Die Doppelausstellung läuft noch bis zum 1. November.

Text Horst/Axel, Fotos Horst (15.09.2015)

Zurück