Exkursion von Vile-Süd zur Sonderausstellung "Gabriele Münter"

Mit einem Nahverkehrszug (BW-Ticket) fahren 19 Teilnehmer/Innen am 27.02.2018 bei Eiseskälte nach München.

Im Zug bleibt sehr viel Zeit, so dass die Kosten für Eintritt, Führung und Fahrt eingesammelt werden können. Bis kurz vor Mittag haben wir es geschafft. Zu Fuß marschieren wir trotz der Kälte zu Fuß zum Lenbachhaus, das wir kurz vor 12 Uhr erreichen. In dem zum Museum gehörenden Restaurant „ELLA“ ist das

Mittagessen im Ella

Mittagessen für uns reserviert; wir werden schnell und zuvorkommend bedient. Nach dem Essen bleiben noch einige Minuten Zeit, bis der Film zu „Gabriele Münter“ beginnt. Einige besuchen den Museumsshop, andere einen anderen Teil der Ausstellungen im Lenbachhaus.

Das Lenbachhaus

Um 14 Uhr begeben wir uns zum Georg-Knorr-Saal, wo wir uns den Film über das Leben und Wirken von Gabriele Münter (1877 – 1962) anschauen:

Im Frühjahr 1901 kam Gabriele Münter zum Kunst­studium nach München. 1902 wurde sie Schülerin in der neu gegründeten Phalanx-Kunstschule von Wassily Kandinsky, mit dem sie sich nach 1903 zu einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft ver­band. Da Kandinsky noch verheiratet war, begab sich das Paar für mehrere Jahre auf Reisen, kehrten erst 1908 dauerhaft nach München zurück und entdeckten gleichzeitig Murnau als ihren bevorzugten Malort. Hier erwarb Gabriele Münter 1909 ein Haus. Die gemeinsam in Murnau verbrachte Zeit gehörte zu der produktivsten ihres Schaffens.

Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges kehrte Kandinsky nach Russland zurück, im Winter 1915-16 traf sie ihn ein letztes Mal in Stockholm. Nach Jahren in Skandinavien und einem unsteten Wanderleben in Deutschland ließ Münter sich 1930 mit ihrem zweiten Lebensgefährten Johannes Eichner wieder dauerhaft in ihrem Haus in Murnau nieder, wo sie bis zu ihrem Tod 1962 lebte und arbeitete.

Der Film dauert etwas über eine halbe Stunde, so dass wir rechtzeitig zu unserer Führung mit Frau Dr. Marano, Kunsthistorikerin, wieder im Foyer sind. Zusammen gehen wir in den zum Lehnbachhaus gehörenden Kunstbau. Der Kunstbau ist nur wenige Minuten vom Lenbachhaus entfernt, und ist eine Ausstellungshalle im U-Bahn-Zwischengeschoss der U-Bahn-Station Königsplatz.

Nachdem wir unsere Mäntel und Taschen versorgt haben, werden die Audio-Geräte verteilt und angelegt. Frau Dr. Marano nimmt uns mit in die Welt der Gabriele Münter.

 

So einfach ist das mit den Audio-Geräten nicht, wir sollen auch leise Erklärungen von Frau Dr. Marano hören können.

Die Ausstellung zeigt ein umfassendes vielschichtiges Bild einer bis heute meist einseitig wahr­genommenen Künstlerin. In zehn thematischen Sektionen, welche Werke aus unterschiedlichen Schaffenszeiten vereinen, erweitert die Schau den bisherigen Schwerunkt von den Jahren des „Blauen Reiters“ auf das gesamte Werk. Über die Hälfte der 130 ausgestellten Gemälde wurden noch nie oder zuletzt zu Lebzeiten Münters gezeigt. Ein Großteil der Werke stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, den die „Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München“ verwaltet. Ergänzend werden Leihgaben aus Privatbesitz und aus den Sammlungen deutscher und internationaler Museen gezeigt.

 

Zum besseren Verständnis der Ausstellung möchte ich hier zwei Kommentare einfügen:

»Doch wenn man jetzt durch die Ausstellung im Kunstbau schreitet und staunend entdeckt, wie konsequent und stilsicher sich diese Malerin über 50 Jahre hinweg mit ihrer Umgebung, aber auch mit den Stilbewegungen ihrer Zeit auseinandergesetzt hat, dann muss man sich ziemlich laut die Frage stellen: Wie konnte einem ein so bedeutender Teil der jüngeren deutschen Kunstgeschichte, ein so vielfältiges malerisches Werk aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute fast gänzlich vorenthalten werden?« (Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung)

»Sie wechselt die Stile, die Sujets, die Perspektive – und das alles in derselben Schaffensperiode. Sie beschäftigt sich mit Kinderzeichnungen, Hinterglasmalerei, Volkskunst. Sie variiert ein Motiv oft mehrmals, auch über Jahre und Jahrzehnte hinweg: Straßen, Alpenlandschaften, ein schlafendes Kind – nicht spontan und intuitiv, wie sie ihre Arbeitsweise selbst gern bezeichnet, sondern konzeptionell gezielt und überlegt.« (Tanja Beuthien, art Magazin).

Ein sehr bekanntes Gemälde ist das Bildnis von Marianne von Werefkin von 1909, das in der Kunsthalle nicht nur im Original zu bestaunen ist, sondern in verschiedenen Ausschnitten immer wieder als Plakat für die Ausstellung verwendet wird.

 

Bildnis Marianne von Werefkin von 1909 – als Plakate

Leider dürfen wir in der Kunsthalle nicht fotografieren.

Aber alle Bilder kann man unter dem Link:https://www.bing.com/images/search?q=gabriele+m%c3%bcnter+bilder&qpvt=gabriele+m%c3%bcnter+bilder&FORM=IARRSManschauen.

Zum Abschluss treffen wir uns noch einmal im Restaurant Ellla zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen, bevor es zurück zum Bahnhof geht. Mit einem noch langsameren Bummelzug geht es zurück von München nach Ulm. Trotz Kälte und Unbequemlichkeit der langen langsamen Bahnfahrt: Die Reise hat sich definitiv gelohnt.

Beate Braun

30.05.2018

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