Die Malweiber von Paris

„Die Malweiber von Paris“ im Edwin-Scharff-Museum in Neu-Ulm

Am 21. Oktober 2015 besuchte ViLE-Süd die Ausstellung „Die Malweiber von Paris“ im Edwin-Scharff-Museum in Neu-Ulm.
Eine Kunsthistorikerin führte uns durch die 5 Räume, in denen jeweils zwei Malerinnen und ihre Werke gegenübergestellt waren:

1. Raum: Ida Gerhardi und Annemarie Kirchner-Kruse
2. Raum: Käthe Kollwitz und Maria Slavona
3. Raum: Sabine Lepsius und Mathilde Vollmöller-Purrmann
4. Raum:  Marg Moll
Flur: großes Foto von einem Malatelier in Paris -  und Martha Bernstein
5. Raum: Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhof

Im Einzelnen: 
Entree:
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zwischen deutschen Privatakademien und den Pariser Ateliers den bedeutenden Unterschied, dass Männer und Frauen hier nebeneinander arbeiten und eine gleichberechtigte und international anerkannte Ausbildung genießen konnten. Allerdings kostete das Schulgeld für Frauen meist doppelt so viel wie für ihre männlichen Kollegen.

Raum 1:
Ida Gerhardi (1862-1927)
Sie lebt fast 20 Jahre in Paris und wurde dort eine Institution. Sie kennt keine Scheu und malt und zeichnet auch nachts „im Milieu“. „Eine Kollegin von mir, Ida Gerhardi, war Abend für Abend da, um Skizzen zu machen. Die Kokotten kannten sie und gaben ihr immer ihre Sachen während sie tanzten zur Aufbewahrung.
Besuch der Damenakademie des Künstlerinnen-Vereins in München, Schülerin von Tina Blau-Lang.
Paris Académie Colarossi (Gustave Courtois, Ernest Bonnecourte-Courtois, Charles Boutet de Monvel),
1895 Aufnahme in den Salon du Champ de Mars.
Kontakte (u.a. zu Käthe Kollwitz, Maria Slavona, Annemarie Kirchner-Kruse), Protektion anderer Künstlerinnen als „professeur libre“ und Vermittlung von Aufträgen für an sie. Besonders kümmert sie sich um Annemarie Kirchner-Kruse.
Einnahmen durch Portraitbilder, Tanzbilder, Apachen-Kneipenbilder.
1910 Organisation der deutschen Sektion der Union Internationale des Beaux-Arts, des Lettres, des Sciences et de l’Industrie in Paris.
Wegen Atemwegserkrankung Rückkehr nach Lüdenscheid, weiterhin künstlerisch tätig.

Annemarie Kirchner- Kruse (1889- 1977)
Buchbinderlehre, Kunstgewerbliche Schule in Dresden.
1908 in Begleitung von Mutter und Schwester in Paris. Schülerin von I. Gerhardi, von der sie die Genauigkeit beim Kopieren von Portraits erlernt.
Ihren Lehrer Henry Matisse bewundert sie wegen seiner leuchtenden Farben, die von ihm geforderte Vereinfachung auf der Fläche kann sie nicht nachvollziehen. In der Académie Russe arbeitet sie mit Marc Chagall und Alexander Archpenko.
Nach ihrer Heirat im Jahre 1912 mit dem russischen Bildhauer Igor von Jakimow übersiedelt das Paar nach Russland. 1918 flieht die kleine Familie mit ihren beiden Söhnen vor den revolutionären Unruhen nach Deutschland. Nach der Trennung von „ihrem kleinen Russen“ Lehrtätigkeit in der Odenwaldschule Heppenheim. 1925 Italien-Aufenthalt. Enge Freundschaft mit Mathilde Vollmöller-Purrmann.
1933 heiratet Annemarie Kruse  Werner Kirchner, einen ehemaligen Kollegen an der Odenwaldschule.

Raum 2
Käthe Kollwitz (1867-1945).
Portraitstudien bei Karl Stauffer-Bern an Berliner Künstlerinnenschule.
Studium bei Ludwig Herterich in München. Druckgrafik bei Rudolf Maurer in Königsberg.
1891 Heirat mit Dr. med. Karl Kollwitz, Familie und künstlerische Tätigkeit in Berlin. 1899 Teilnahme an der ersten „Berliner Sezession“. Sie hat einen Lehrauftrag für zeichnung und Grafik an der Mal- und Zeichenschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen.
Von ihrer Familie – erst vom Vater, dann von ihrem Mann – wird Käthe finanziell unterstützt.
1901 und 1904 reist Käthe Kollwitz nach Paris, u.a. zu Auguste Rodin. Einführung in die Künstlerscene durch Maria Slavona und Otto Ackermann. Ende Kontakte zu Ida Gerhardi.
Ihren Blick für realistische Themen schärft sie durch Milieustudien in „les caveaux des innocents“, den Vergnügungsstätten unter den Pariser Markthallen.
Viele Kunstpreise. 1919 Aufnahme von Käthe Kollwitz als erstes weibliches Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und Berufung zur Professorin, wo sie 1928 die Leitung des Meisterateliers für Grafik übernimmt.
1933 muss Käthe Kollwitz auf Druck der Nationalsozialisten die Akademie verlassen.
Sie stirbt 1945 in Moritzburg.

Maria Slavona (Maria Schorer, 1865-1931)
Sie wird als Marie Dorette Caroline Schorer geboren und wächst mit 5 Geschwistern in Lübeck auf. Ihr Vater besitzt eine Apotheke. Maria Schorer nimmt den Künstlernamen „Slavona“ an.
1982 kommt sie nach Berlin zur Ausbildung im Malen und Zeichnen, erst in der Privatschule Eichler, später in der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums, die sie 1886 verlässt.
1887 Erweiterung der Ausbildung an der Schule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin, da hier auch Mädchen Anatomiestudien betreiben und nach lebenden Modellen zeichnen dürfen.  Ihrem Lehrer, dem Porträtisten und Radierer Karl Stauffer-Bern schrieb sie nachhaltigen Einfluss auf ihre Entwicklung zu.
Ab 1988 Studium bei Ludwig Herterich in München, danach Aufenthalt in Paris. 1891 wird ihre Tochter Lilly geboren – der Vater ist der Maler Willy Gretor, der auch der Vater von dem Sohn von Marias Freundin Rosa Pfäffinger ist. Beide Frauen unterstützen sich bei der Arbeit und der Kindererziehung.
1899 heiratet Maria Slavona  den Schweizer Kunsthändler Otto Ackermann, der Lilly adoptiert. Ihr offenes Haus in Paris wird zu einem beliebten Künstlertreff. Als Malerin erreicht sie Anerkennung und Bestätigung. 1893 stellt sie zum ersten Mal im „Salon du Champ de Maars“ aus, unter dem männlichen Pseudonym „Carl-Maria Plavona, né à Varsovie“.
1909 übersiedeln sie mit ihrem Mann nach Deutschland. In ihrer Korrespondenz mit Mathilde Vollmöller zeigt sich
ihre Freundschaft und Verbundenheit über  Jahre hinweg.
Maria arbeitet vorwiegend als Autodidaktin, wobei impressionistische Inspirationen  deutlich sichtbar sind. Das Selbstbildnis von 1910 zeigt sie mit ernstem, vielsagendem Blick.

 Raum 3
Sabine Lepsius, geb. Graef (1864-1942)
Tochter des Malerehepaars Gustav und Franziska Graef. Schülerin von Carl Gussow in Berlin.
Studium und Atelier mit Reinhold Lerpius in Rom.
Die vielseitig talentierte Sabine Graef kommt nach nach Paris, wo sie als Schülerin an der Académie Julian einen Kurs für Aktmalerei belegt und sich zur professionellen Künstlerin entwickelt. Ihr Selbstbildnis wird ein Erfolg im Pariser Salon.
Nach ihrem Versprechen, für den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sorgen, heiratet sie 1892 ihren Jugendfreund und Langzeit-Verlobten Reinhold Lepsius. In Berlin führt sie einen Salon und verdient durch Portaitmalerei den Unterhalt für die Familie. 1900 malt sie in ihrer Malklasse für Damen ihre Schülerin Mathilde Vollmoeller.
1898 Mitbegründerin der Berliner Sezession, Ausstellungen, Lehrtätigkeit in eigener Malklasse (Mathilde Vollmöller).
Rednerin beim Internationalen Frauenkongress in Berlin.
Sie fühlt sich letztlich ausgenutzt und äußert sich 1928 dazu: „Ich war nur zum Geldverdienen auf der Welt. Schade um meine Gaben.“

Mathilde Vollmöller-Purrmann (1876-1943)
Sie führt bis zu ihrem 36. Lebensjahr mit Unterstützung durch ihren Vater ein selbstbestimmtes und recht erfolgreiches Malerinnenleben. Die große Cezanne-Ausstellung 1907 in Paris prägt ihren weiteren Stil. Auf Anraten von Hans Purrmann tritt sie 1908 der Académie Matisse bei.
1912 heiraten Purrmann und Mathilde. Ihre drei Kinder erzieht sie ohne Personal. Aus einem Brief an ihren Mann: „Ich habe sie nun einmal und muss für sie einstehen. Oder sollen es verkümmerte, einseitige Menschen werden wie die Lepsiusen, um die sich die Mutter nicht kümmerte.“
Nach der Geburt ihrer ersten Tochter Christine malt Mathilde nur noch ein Ölgemälde, danach aus Zeitmangel nur noch Aquarelle und stellt nie wieder aus.

Raum 4
Marg Moll (Margarethe Haeffner,1884-1977)
Tochter eines Offiziers. Beginn der künstlerischen Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, Interessiert sich früh für Bildhauerei. In den 1890er Jahren Schülerin von Hans Völcker. 1905 Unterricht bei dem Maler Oskar Moll, den sie 1906 heiratet.  Um keine Rivalität zwischen den Eheleuten zu riskieren, widmet sie sich nun ausschließlich der Bildhauerei. Gemeinsam zieht das Ehepaar nach Berlin und arbeitet im Atelier von Lovis Corinth, der 1907 ein Ölbild von ihr anfertigt. Darüber hinaus belegt Marg Moll Anatomiekurse an der Levin-Funke-Schule.

1907 Umzug nach Paris. Dort treffen die beiden Henri Matisse. Das Künstlerpaar gehört zu den maßgeblichen Leuten, die Matisse davon überzeugen und ihm dabei helfen, eine eigene Akademie zu gründen, die sogenannte Académie Matisse. In ihren „Erinnerungen an Matisse“ beschreibt sie auf lebendige Weise die Arbeitssituation in der „Académie“. In Matisse' Schüleratelier arbeitet Marg Moll schwerpunktmäßig an plastischen Werken. Die enge Freundschaft zu Matisse hält zeitlebens – auch nach dem 2. Weltkrieg.
Nach Rückkehr nach Berlin entwickelte Marg Moll ihren modernen Stil konsequent weiter. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden ihre Skulpturen als „entartet“ beschimpft.
Marg Moll erhielt zwei Ehrungen, und wurde ihr 1969 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen und 1970 erhielt sie eine Preismedaille auf der XVI Kunstausstellung in Köln. 
15. März 1977 Tod in München, Bestattung in Berlin in einem Ehrengrab des Städtischen Friedhofs Zehlendorf.

Flur
Martha Bernstein (1874-1955)
Von ihren Eltern wird sie in ihrer künstlerischen Entwicklung gefördert. Privatschule bei Fritz Schmid-Reutte, Studium bei Christian Landenberger in München. 1909 und 1912 kommt Martha nach Paris, wo sie im Künstlerviertel Montparnasse wohnt und Schülerin von Henri Matisse ist. 1910 wird sie freies Mitglied der Berliner Sezession.
1921 Publikation des Buches „ Die Schönheit der Farbe in der Kunst und im alltäglichen Leben“

Raum 5
Paula Modersohn-Becker (1876 – 1907)
1892 erster Kunstunterricht in England, in der Hauptsache im Zeichnen. Ab 1893 Malunterricht bei dem Maler Bernhard Wiegandt, erstes Selbstportrait. Nach einer Lehrerinnenausbildung studiert Paula Becker an der Malerinnenschule von Jeanne Bauck in Berlin. 1897 wird Paula Schülerin von Fritz Mackensen in der Künstlerkolonie Worpswede. Mit ihrer Mitschülerin Clara Westhoff verbindet sie eine lebenslange Freundschaft. Gemeinsam reisen sie 1899 zum ersten Mal nach Paris. Im Jahr 1900 studieren sie an der Académie Carlarossi am Montparnasse.
Im Mai 1901 Heirat mit dem Landschaftsmaler Otto Modersohn in Worpswede.
1903 nochmals Parisaufenthalt. Sie zeichnet im Louvre nach antiken und ägyptischen Vorbildern.
Sommer 1905 Rückkehr nach Worpswede bis 23. Februar 1906;
Februar 1906: Paris – ohne ihren Mann; sie will ihn verlassen. Ihr Mann folgt ihr nach Paris und unterstützt sie weiterhin.
Im März 1907 Rückkehr zusammen mit ihrem Mann nach Worpswede. Sie wird endlich schwanger. Ihre Tochter wird im November 1907 geboren; kurz nach der Geburt ihrer Tochter Tilly stirbt Paula Modersohn-Becker an einer Embolie mit 31 Jahren.

Clara Rilke-Westhoff (1878 – 1954)
Tochter des Kaufmanns Heinrich Westhoff. Als 18jährige an der Privatschule Fehr/Schmid-Reutte schreibt sie ihren Eltern aus München, sie sei ein „Malweib“ geworden,……“ein regelrechtes emanzipiertes Fin-de-Siècle-Weib“. 1898 schließt sie sich der Künstlerkolonie Worpswede an, wo sie Paula Becker kennen lernt. 1899 arbeitet sie bei Max Klinger, der sie im Jahr 1900 zu  Auguste Rodin schickt, wo sie an der Académie Julian ihre Ausbildung als Bildhauerin fortsetzt. 1901 heiratet sie den Dichter Rainer Maria Rilke, den sie in Worpswede kennengelernt hat. Im Dezember 1901 kommmt die gemeinsame Tochter Ruth auf die Welt.
1902 fahren beide nach Paris – zu zweit, aber nicht mehr zusammen. Die Ehe ist zerbrochen, da Rilke offenbar nicht für ein bürgerliches Familienleben geschaffen ist. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Rilke und Clara Westhoff bleibt bestehen.
Clara arbeitet wieder erfolgreich bei Rodin – ihre Tochter läst sie bei den Großeltern..
Im Jahr 1919 siedelt Clara Westhoff mit ihrer Tochter nach Fischerhude über, wo sie bis zu ihrem Tod lebt. Aus ihrem Wohnhaus mit Atelier wurde später das „Café Rilke“, das auch heute noch besteht. Es bekam von Rainer-Maria Rilke den Hausspruch: „Da vieles fiel, fing Zuversicht mich an, die Zukunft gebe, dass ich darf, ich kann!“
Um 1925 wandte sich Westhoff der Malerei zu, sodass neben ihrem plastischen Werk ein ebenso umfassendes malerisches Werk entstand.

 

Über die Ausstellung sagt das Edwin-Scharff-Museum folgendes:
„Man fand sie unerhört und nannte sie verächtlich „Malweiber“. Im konservativen deutschen Kaiserreich galt es als unanständig, wenn Frauen künstlerischen Ehrgeiz entwickelten. Zwar durften Frauen im häuslichen Bereich durchaus kreativ sein, aber an den Kunstakademien waren sie nicht zugelassen. Für alle, die es ernst mit der Kunst meinten, gab es um 1900 nur ein leuchtendes Ziel: Paris.

Begeistert beschrieb die junge Annemarie Kirchner-Kruse das kosmopolitische Ambiente im Quartier Montparnasse: „So kurz und eng die Rue de la Grande Chaumière auch ist, so war sie doch damals so etwas wie ein Weltzentrum. Hier lagen die Akademien Colarossi und Grande Chaumière, zu denen täglich zahllose Kunststudierende aus aller Welt pilgerten, und sie mündete auf den Boulevard Montparnasse gerade gegenüber dem Café du Dôme, wo die wichtigsten Kunstfragen von den bedeutendsten Künstlern diskutiert wurden.“

Auch Paula Modersohn-Becker wollte daran teilhaben. Sie gestand ihrer Freundin, der Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, eine innere Notwendigkeit, „in die Welt hinaus“, nach Paris, zu gehen. Die jungen Damen aus Worpswede waren begeistert, dem regulären Anatomiekurs der renommierten  École des Beaux-Arts beiwohnen zu können. In der damals modernsten Metropole der Welt konnten Frauen gleichberechtigt neben ihren männlichen Kollegen studieren. Am Abend traf man sich in der beliebten Abendklasse der Académie Colarossi, wo nach lebenden Modellen Aktzeichnen geübt wurde. Ein Skandal für bürgerliche Sittenwächter in Deutschland. Ida Gerhardi wurde schon 1891 Schülerin bei Colarossi. Sie hatte rasch das Gefühl, „in zwei Monaten mehr gelernt zu haben wie in vier Monaten in München“ und blieb zwei Jahrzehnte lang.

Sabine Lepsius und Maria Slavona pilgerten ebenfalls schon in den 1890er Jahren nach Paris. „Hier ging mir eine neue Welt auf“, erinnerte sich Slavona an ihr anfängliches Paris-Gefühl. Sie war nicht die einzige, die vom Quartier Montparnasse als einer „Welt“ sprach.

Vor allem Frauen, wenn sie denn mutig genug waren, sich alleine in der Fremde durchzuschlagen, genossen im Paris der Jahrhundertwende eine noch nie dagewesene künstlerische, aber auch persönliche Freiheit

Wie Sabine Lepsius studierte auch Käthe Kollwitz an der Privatakademie Rodolphe Julian. Doch wesentlich prägender war für sie die Begegnung mit Rodin, dessen Atelier sie mehrmals besuchte.

Clara Rilke-Westhoff wurde sogar seine Schülerin und schuf unter dem Einfluss des Franzosen kraftvolle Skulpturen und zarteste Zeichnungen.

Nicht wenige der vorgestellten Künstlerinnen besuchten die 1908 gegründete Privatschule eines damals schon legendären Meisters der Avantgarde: Henri Matisse. Der Franzose war ein ebenso gewissenhafter wie inspirierender Lehrer. Plumpe Imitationen seines eigenen Stils waren ihm ein Graus. Seine Schützlinge sollten zu einer persönlichen Ausdrucksform finden. Unter ihnen gab es etliche deutsche Talente: Marg Moll gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Als erste Frau studierte sie hier Bildhauerei.

Die talentierte Malerin Mathilde Vollmoeller-Purrmann lernte dort ihren zukünftige Ehemann Hans Purrmann kennen. Wie Annemarie Kirchner-Kruse ließ auch Martha Bernstein die dezenten Erdtöne ihrer Münchner Lehrjahre hinter sich und kam in Paris zu einer völlig neuen Farbauffassung.

Beate Braun
Sibylle Beck von Götz
6. November 2015

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