Exkursion nach Bad Waldsee

Am 1. Juni 2018 trafen sich 13 Teilnehmer/innen, die mit PKW-Fahrgemeinschaften nach Bad Waldsee gekommen waren, zum Besuch der beiden Museen.

Im Museum im Kornhausempfing uns Herr Klaus Neher, der bei geschlossenem Museum eine Führung „nur für uns“ machte. Er überließ es uns, was wir zuerst im Museum anschauen möchten. Die Wahl fiel natürlich auf die Sonderausstellung „Zuerst das Modell“ von Axel F. Otterbach.

Im Laufe der Führung stellten wir fest, dass mehrere der ausgestellten Modelle in Ulm oder benachbarten Orten, an der Uni, im Fischerviertel oder bei Ratiopharm verwirklicht worden sind, was uns natürlich dazu animiert, diese Arbeiten im Original in Ulm anzuschauen. Herr Otterbach schaute sich, nachdem er einen Auftrag bekommen hatte, die Umgebung genau an und kreierte dann seine Stelen, Brunnen oder sonstigen Arbeiten. Anhand von Fotos konnten wir sehen, wo die als Modell vorhandenen Arbeiten im Original zu sehen sind. Axel F. Otterbach kreierte sehr filigrane Arbeiten, meist in Carara-Marmor. Die Arbeiten zeigen, je nachdem, aus welcher Richtung man schaut, immer andere Aspekte. Die filigranen Stellen sind durchsichtig und werfen ganz bestimmte Schatten. Es ist wirklich wichtig, sich alles im Detail anzuschauen.

Danach besuchten wir mit Herrn Neher im ersten Stock die Ausstellung von Kirchenkunst mit Arbeiten der Familie Zürn, einer Bad Waldseer Künstlerfamilie mit 6 Söhnen, die Wegbereiter des Barocks in Oberschwaben waren. Oft ist es nicht möglich ist, die Kunstwerke den einzelnen Familienmitgliedern zuzuordnen.

Als Foto sehen wir den Überlinger in Holz geschnitzten Altar, der wohl von mehreren Zürn-Familienmitgliedern erschaffen wurde; er wurde innerhalb von nur 2 ½ Jahren fertiggestellt. Wir erfuhren auch, wer „wahrscheinlich“ welchen Teil des Altars geschaffen haben soll. Das wollen wir uns demnächst in Überlingen noch im Original anschauen.

Ein besonderes Highlight ist ein Gemälde der „Elisabetha Bona“ (Die Selige Gute Beth von Reute - 1386 bis 1420).

Diese Waldseer Weberstochter wurde durch ihr tiefgläubiges Leben in der damals noch kleinen Kartause Reute zur leidenden Mystikerin. Sie erlitt schließlich die Wundmale Christi und wurde 1677 selig gesprochen. Bilder und die ersten Wallfahrtsandenken erinnern an sie.

Ein weiteres Highlight sind die Portraits des Waldseer Künstlers Louis Lang.

Am Schluss schauen wir uns noch die Kleinplastiken der Handwerker- und Künsterfamilie Sohn & Söhne aus Kümmerazhofen bei Waldsee/Reute an. Er schuf Figurenserien der Biedermeier-Kultur.

Die bekannteste Figurenserie ist der „Basler Totentanz“, die aus 42 Gruppen besteht.

Alle Figuren des Basler Totentanzes sind unter dem folgenden Link zu finden:https://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Totentanz#/media/File:Historisches_Museum_Basel_Totentanz.jpg

Angefangen hatte die „Figurenmacherei“ mit Wallfahrtsandenken an die Gute Beth von Reute und wurde damals zu einem Verkaufserfolg.

Die Malerfamilie Lang aus Bad Waldsee ist mit einer Reihe von Pastell-Portraits der Biedermeier-Zeit vertreten.

Wir sind schon auf dem Weg zum Ausgang, da zeigt Herr Neher uns noch schnell einen Schlitten mit Sitzheizung. Schon vor einigen Jahrhunderten wurde der Sitz beheizt, indem es unter dem Sitz ein Kohlebecken gab.

Herr Neher kopiert für uns noch eine Liste mit den Modellen von Axel F. Otterbach mit einem Hinweis darauf, wo wir die Originale finden können.

In wenigen Minuten sind wir wieder am Parkplatz und fahren von dort zum Hymer-Museum, wo wir im zum Museum gehörenden Restaurant CARAVANO ein vorbestelltes Mittagessen zu uns nehmen.

Frau von Spang beginnt um 14 h mit der Führung über Audiogeräte, so können wir ihr folgen, auch wenn wir nicht direkt in ihrer Nähe sind.

Am Eingang stellt sie uns Herrn Erwin Hymer vor, den Gründer des Hymer-Werkes und Erbauer des Museums. Das Museum sei „sein Baby“ gewesen, das er auch in hohem Alter immer wieder besucht hat.

Durch einen Tunnel, in dem auf kleinen Filmen Vorbereitungen für eine Campingreise dargestellt werden, kommen wir ins Museum.

Dort sieht man das erste zum Campen umgebaute Auto, entwickelt von dem Sportgeräte-Hersteller Dethleffs.

Es geht in Serpentinen zum obersten Stock – zwischendrin stehen die Wohnwagengespanne, von der ersten Entwicklung bis zu denen der 90er Jahre. Nicht nur die ursprünglichen Wohnwagen sind interessant, sondern auch die Oldtimer-Autos, die vor die Wohnwagen gespannt sind. Wir werden aufgefordert, uns vor großen Wandbildern von Venedig, Indien, USA und der Ostsee für ein Foto aufzustellen.

Fotos von Teilnehmern vor extra zu diesem Zweck angebrachten Wandbildern

Wir haben beim Fotografieren viel Spaß; nach der Führung können wir eine Postkarte mit den 4 Fotos für 3 EUR erstehen. Außerdem erhalten wir einen Code, mit dem wir zu Hause die Bilder im Internet anschauen können.

Auf die Frage, wo die derzeitigen neuen Wohnwagen stehen, wurden wir an das Verkaufs-Center auf der anderen Seite der B30 verwiesen.

Nach Beendigung der Führung gehen wir noch einmal zum Kaffee trinken ins Caravano, bevor wir müde und zufrieden die Rückfahrt antreten.

Beate Braun

30.06.2018

Fotos: Norbert Rückgauer

Die letzten 4: Fotoshooting durch das Hymer-Museum

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