Bericht über die Exkursion von ViLE-Süd nach Stuttgart.

Exkursion von ViLE-Süd nach Stuttgart zum Landesmuseum und zum Haus der Geschichte am 25.01.2017

Bei Eiseskälte treffen sich 15 Damen und Herren am Hauptbahnhof Ulm zu einer Exkursion nach Stuttgart, wo 4 weitere ViLE-Mitglieder aus Tübingen, Ludwigshafen, Frankfurt und Denzlingen bei Freiburg dazu stoßen.

Das Landesmuseum im Alten Schloss Stuttgart präsentiert die Ausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos & Marke“, die zurzeit unter der der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann stattfindet.
Von einem Führer lassen wir uns anhand von rund 300 Kunstwerken und Objekten der Alltagskultur den Schwabenbegriff erklären.
Vor dem Hintergrund von fast 2000 Jahren Kulturgeschichte wird der Wandel ganz verschiedener Schwabenbilder erkennbar.

Zum Auftakt zeigt die Ausstellung Klischees über die Schwaben – um sie dann mit spannenden Exponaten zu hinterfragen:  Sind wirklich alle Schwaben die typischen Häuslebauer, Tüftler und Geizhälse?

Von den Sieben Schwaben zum Global Player - eine Chronologie der Schwabenbilder.
Von den Alemannen und Sueben über die Kultur der Stauferzeit und die Blüte des Barocks in Oberschwaben bis ins heutige „Schwabenland“ untersucht die Ausstellung die Kulturgeschichte Schwabens anhand von Gegenständen der Alltagskultur wie auch bedeutender Kunstwerke, die vor allem in den städtischen Zentren, wie Konstanz und Ulm, Stuttgart und Augsburg entstanden. Sie präsentiert und würdigt Dinge und Personen, die als typisch „schwäbisch“ empfunden werden:
Spätzle essen, Kehrwochen-Schilder, Fastnacht und vieles mehr. Der schwäbische Dialekt – ein verbindendes Element für die meisten Schwaben – lässt sich an einer interaktiven Landkarte nachvollziehen.

Man sagt den Schwaben nach, sie seien erfinderisch.  Und tatsächlich findet man neben Daimler, Bosch und Porsche mittelständische Spezialisten, von denen es viele mit ihren Produkten zur Weltmarkt­führer­schaft  gebracht haben. Mit einem Augenzwinkern werden wir aufgefordert, unsere Sicht auf das „Schwäbische“ in die Ausstellung einzubringen.

Den Hunger nach Linsen und Spätzle – dem in der Ausstellung gewählten schwäbischen National­gericht – stillen wir in der Gaststätte Carls Brauerei, die wir quer über den Schlossplatz erreichen. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Haus der Geschichte, wo wir eine Themenführung „Haus Europa“ – Nachbarn und Grenzen“   erwarten.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg – ein Museum des Landes Baden-Württemberg – liegt zwischen Staatsgalerie und Musikhochschule und wurde 2002 auf Betreiben des Ministerpräsidenten Erwin Teufel  gegründet. 
Da das Thema Europa in der Ausstellung nur einen kleinen Teil darstellt, schlägt unsere Führerin vor, durch die Dauerausstellung des Museums zu gehen.
Von Napoleon bis heute: So lässt sich die Zeitspanne zusammenfassen, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg abdeckt.
Im Eingangsbereich werden Gegenstände gezeigt, die als typisch für Baden-Württemberg gelten.

Im zweiten Teil in der oberen Etage folgen über 200 Jahre Landesgeschichte im chronologischen Durchgang. Vor dem Treppenaufgang zeigt eine begehbare Karte, wie sich unter Napoleon aus einem Flickenteppich mit 200 Territorien die Konturen des heutigen Baden-Württemberg herausbildeten. Sie ist der Ausgangspunkt für einen eindrucksvollen Gang durch die Landesgeschichte von der Territorialen Revolution (1790 – 1815), dem Vormärz (bis 1948), der Revolution und ihre Folgen (bis 1866), die Einbindung in den Nationalstaat (bis 1914), den zwei Weltkriegen und der Zeit dazwischen (bis 1945), der Aufbau des Südweststaates (bis 1972) bis hin zur parlamentarischen Demokratie mit dem Museum der Gegenwart, einem Spektrum aktueller Ereignisse, wie die Fußball WM 2006 und Stuttgart 21.

Die vielen Facetten des Landes zeigt ein Themenpark:

  • Echte Tannen beherbergen Schwarzwald-Geschichten zwischen Ökologie und Kitsch.
  • In der „Wirtschaft“ können mit besonderen Monitoren die großen Marken des Landes ins Visier genommen werden.
  • Riesige Reisekoffer erzählen von Ein- und Auswanderern.
  • Die einzigartige Abteilung „Privat-Ansichten“ spiegelt mit Hunderten von Fotos den Wandel von Familie und Partnerschaft im Südwesten wider.

Die Bereiche des Museums werden regelmäßig erneuert. So bekam die überarbeitete Abteilung „Religion“ im Jahre 2012 einen Stuhl von Papst Benedikt XVI.

Im Bereich „Europa“ sind u.a. die Teppich-Stücke aus der Aktion „Die gewollte Donau“ von Carmen Stadelhofer, an der sich alle Donauländer beteiligt hatten, ausgestellt. Einige Damen unserer Gruppe hatten ebenfalls bei dieser Aktion mitgemacht.

Nach 90 Minuten Führung begeben wir uns alle ins Café Tempus im Haus der Geschichte, um vor der Heimfahrt Kaffee und Kuchen zu genießen.

Anschließend machen wir einen 15minütigen Spaziergang zum Hauptbahnhof – und alle finden den Zug in ihre Heimat (Frankfurt, Ludwigshafen, Tübingen – und Ulm).

Beate Braun
07.04.2017

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