Begegnung mit einer Restauratorin

Lübeck ist reich an historischen Schätzen. Sie zu erhalten, ist die Aufgabe von Restauratoren, die in der Hansestadt immer viel zu tun haben. ViLE-Lübeck traf am 3. Mai die Restauratorin Monika Schedel, um sich im St. Annen-Museum über ihre handwerkliche Kunst informieren zu lassen.

Das in einem ehemaligen Kloster untergebrachte Museum besitzt eine der größten Sammlungen mittelalterlicher Altäre. Als in der Reformationszeit die prächtig ausgestatteten katholischen Kirchen in nüchterne protestantische umgewandelt wurden, warf Lübeck die Prunkaltäre nicht auf den Müll, sondern lagerte sie im Museum und bewahrte sie auf. Ein Glücksfall für spätere Zeiten.

Besichtigung des Grönauer Altars

Entstanden ist eine Sammlung kirchlicher Kunst des Mittelalters vom 13. bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie umfasst 28 reich verzierte Altäre, zahlreiche Tafelbilder sowie Skulpturen aus Holz und Kalkstein.

Monika Schedel die sich seit 1972 vor allem auf die Restaurierung kirchlicher Kunstwerke in ganz Schleswig-Holstein konzentriert, unterrichtete ihre Besucher anhand verschiedener Altäre und Tafelbilder über die Technik der Restaurierung. Dabei werden fast ausschließlich Materialien verwendet, die bei der Herstellung der Kunstwerke benutzt wurden. In alten Rezeptbüchern findet sie die die notwendigen Zutaten und Mischungen.

Restauratorin und ihr Werkzeug

Gelernt hat Monika Schedel ihre Kunst durch Lehrjahre in bekannten Restaurierungswerkstätten. Heute wird von dem Nachwuchs ein Studium von bis zu 8 Semestern in einer Kunstakademie gefordert.

Am Ende ihres Rundgangs erläuterte die Restauratorin die Werkzeuge, die Blattgoldtechnik, die Leimmischungen und weitere Stoffe, die sie für ihre Arbeit nutzt.

Text und Fotos Horst (03.05,2016) 

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