August Macke – Flaneur im Garten der Kunst

August Macke – Flaneur im Garten der Kunst

Besuch der Ausstellung in Lindau am 10. August 2018 durch ViLE-Süd

Mit 26 Teilnehmern fuhren wir mit der Bahn nach Lindau, um die Ausstellung „August Macke – Flaneur im Garten der Kunst“ zu besuchen. Die Ausstellung fand im Stadtmuseum, dem Haus zum Cavazzenstatt.

Stadtmuseum im Haus zum Cavazzen

DasHaus zum Cavazzenwurde in den Jahren 1729 und 1730 für die begüterte Kaufmannsfamilie Seuttervom Appenzeller Architekten Jakob Grubenmann am westlichen Marktplatz Lindaus errichtet, nachdem im Jahr 1728 ein Großteil der Häuser rings um den Marktplatz einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen waren.

Der spätere Besitzer Ludwig Kick stiftete das Haus 1929 der Stadt Lindau, um dort ein Heimat­museum einzurichten. Am 19. Juli 1930 konnte dessen Eröffnung gefeiert werden.

Nach früheren Ausstellungen von internationalem Rang wie beispielsweise von Picasso und Paul Klee waren in diesem Jahr Werke von August Macke zu sehen, die letzte Ausstellung in diesem Museum vor einer notwendigen Sanierung, zu der der Bund eine Unterstützung von 8,6 Mio € zugesichert hat.

Innerhalb einer kurzen Zeitspanne von 10 Jahren schuf August Macke zwischen 1904 bis zu seinem Tod 1914 an der Front des Ersten Weltkrieges ein einzigartiges Gesamtwerk, von dem er selbst sagte: „Das Kunstwerk ist ein Gesang von der Schönheit der Dinge ….“, so zu sehen auf dem Plakat, mit dem die Ausstellung beworben wird.

Aus Mackes Werken wurden Bilder zum Thema „Flaneur im Garten“ ausgewählt, die sowohl Stadt­milieu wie auch Naturidylle darstellen. Diese Auswahl verdeutlicht die Bedeutung des modernen Stadtlebens mit seinen Boulevards, Schaufenstern, Parkanlagen, Theatern und Varietés auf der einen Seite, wie auch den Einfluss der Natur, den er während seiner häufigen Aufenthalte an ländlichen Orten erlebte.

Nachdem es im Museum nicht erlaubt war zu fotografieren, können einige Gemälde unter https://de.wikipedia.org/wiki/August_Macke angeschaut werden.

Aus Zeitgründen konnten wir den Film zu Macke leider nicht mehr besuchen, da ein Mittagessen im Gasthaus Hotel Engel und die anschließende Stadtführung auf uns wartete.

Hotel Gasthaus Engel in Lindau

Das vorbestellte Essen kam zügig, so dass uns die Stadtführerin pünktlich auf dem Dachgarten des Gasthauses begrüßen konnte.

Die Stadt Lindau ist urkundlich seit 882 belegt. Der Name Lindau bedeutet „Insel, auf der Lindenbäume wachsen“. Dies ist im Stadtwappen seit dem 13. Jahrhundert sichtbar. Es zeigt einen grünen Baum mit Blättern, deren Zahl sich im Laufe der Jahrhunderte zwischen drei und fünfzehn änderte.

Lindau ist eine große Kreisstadt und gehört zum Land Bayern. Sie war bis 1803 freie Reichsstadt. Ihr historisches Zentrum ist die insgesamt unter Denkmalschutz stehende Altstadt auf der 70 Hektar großen Insel Lindau.1496 war Lindau Ort eines Reichstages.

Dann begannen wir mit dem Rundgang:

Unsererstes Ziel war die Peterskirche, der älteste Sakralbau Lindaus. Die im Kern romanische Kirche geht auf das 11. Jahrhundert zurück und ist aufgrund von spätgotischen Wandmalereien, die Hans Holbein d.Ä. zugeschrieben werden, von überregionaler Bedeutung. Sie beherbergt seit 1920 eine Kriegergedächtnisstätte.

Fresken in der Peterskirche (16. Jahrhundert)

Wir spazierten ein Stück über die Stadtmauer, die wir beim Unteren Schrannenplatz wieder verließen.

Der Narrenbrunnen auf dem Unteren Schrannenplatz

Hier ließen wir uns den Narrenbrunnen erklären, der nach mehrjähriger Diskussion von dem Bildhauer Michael Veit gestaltet und am 28.01.1989 feierlich der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Münster unserer Lieben Frau (1748 – 1752)

Am Münster unserer Lieben Frau vorbei, in die wir einen kurzen Blick warfen, kamen wir zum Historischen Rathaus.

Altes Rathaus (Vorderseite mit Holztreppe)

Das Alte Rathaus wurde 1422 bis 1436 im gotischen Stil errichtet. 1496 fand in seinem

holzgetäfelten Ratssaal der Reichstag statt, einberufen von Maximilian I.

Heute noch wird das historische Rathaus für Ratssitzungen und für Empfänge genutzt.

Historisches Rathaus (Rückseite mit Sonnenuhr)

Die Stadtführung endete im Café Schreier am Lindauer Hafen, wo wir uns bei Kaffee und Kuchen erholten. So konnten wir den wunderschönen Blick auf den Bodensee und die Berge noch einmal richtig genießen, bevor wir uns zum Bahnhof aufmachten und zurück nach Ulm fuhren.

Hafenausfahrt in Lindau mit Blick auf die Österreicher und Schweizer Berge

 

Beate Braun

20. März 2019

Fotos: Norbert Rückgauer

 

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