Die Streitkräfte Frankreichs

Frankreichs Militär zählt zu den stärksten Streitkräften der Welt. Es hat aktuell etwa 347.000 Männer und Frauen in fünf Abteilungen unter Waffen. Der Frauen-Anteil gilt heute als einer der höchsten in Europas Armeen. Zur Gesamtstärke werden traditionell die rund 100.000 Angehörigen der Polizeitruppe Gendarmerie Nationale gerechnet.

Seit dem 1. Januar 2003 sind die französischen Streitkräfte  eine Freiwilligenarmee. Präsident Jacques Chirac hatte eine Militärreform 1996 eingeleitet und damit das 100jährige Kapitel der allgemeinen Wehrpflicht beendet. Sie kann bei Bedarf aber  wieder eingeführt werden. 577.000 Soldaten hatte Frankreich vor der Reform.

Bereits vor dem Ende der Wehrpflicht wurde 1998 die Journee d'appel de preparation a la defense (JAPD) (Vorbereitungstag für die Landesverteidigung) für alle französischen Jugendlichen, Jungen wie Mädchen, im In- und Ausland eingeführt. Die Jugendlichen nehmen daran in der Regel zwischen dem 16. und 18. Geburtstag teil. Die dort ausgegebene Teilnahmebescheinigung wird beispielsweise für die Teilnahme am Baccalaureat (Abitur) benötigt.

Fünf  Teilstreitkräfte

Die französische Armee besitzt fünf Teilstreitkräfte: Die Armee, die Luftwaffe, die Marine, die Gendarmerie und nicht zuletzt die Force de dissuasion nucléaire de la France (ugs. force de frappe),  einen eigenständigen nuklearen Abschreckungsapparat mit rund 350 Sprengköpfen, für den rund 10 Prozent des Wehretats aufgewendet werden.

Das Heer, die Armee de Terre, ist mit über 130.000 Soldaten  die größte der fünf  Teilstreitkräfte. Sie ist ausgerüstet mit rund 1200 Panzern, 3700 gepanzerten Fahrzeugen, Artillerie und 650 Hubschraubern.

Die Luftwaffe, die Armee de l´air,   mit über 60.000 Mann besitzt etwa 530 Kampfflugzeuge, 130 Transportflugzeuge und mehr als 80 Hubschrauber.

Die Marine ist dreigeteilt: Reguläre Marine mit über 40.000 Soldaten, 12.000 Mann Marineinfanterie und 6800 Marineflieger. Sie verfügt über 66 Kriegsschiffe und 162 Flugzeuge, darunter einen Flugzeugträger, sechs atomgetriebene Jagd-U-Boote und drei Atom-U-Boote mit Interkontinentalraketen.  

Die Gendarmerie Nationale ist Teil der Streitkräfte und daher im Unterschied zu der übrigen Polizei dem Verteidigungsministerium unterstellt.

Es gibt eine Deutsch-Französische Brigade (französisch: brigade franco-allemande).Sie ist eine ca. 5.000 Mann starke  Infanteriebrigade.

Oberbefehlshaber des Militärs und Herr des nuklearen Abschreckungspotentials der Republik ist der französische Staatspräsident. Seit Juni 2009 ist Frankreich wieder Vollmitglied der NATO, nachdem es sich 1966 aus der militärischen Struktur des Bündnisses zurückgezogen hatte.

Weniger Soldaten, bessere Ausrüstung

Ein 2008 vorgestelltes Weißbuch legte die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Streitkräfte in den kommenden Jahren fest. Danach soll der Verteidigungsetat auf dem Stand von 2008 festgeschrieben und erst ab 2012 jährlich um ein Prozent erhöht werden. Die Streitkräfte sollen auf 225.000 Mann bis 2012 schrumpfen. Das Geld, das durch Verringerung der Mannschaftsstärke und Zahl der Stützpunkte frei wird, soll in moderne Ausrüstung fließen. Der Wehretat wird mit 45.69 Mrd. Euro angegeben. Andere Quellen nennen Gesamtausgaben von 74,7 Mrd. in 2008/9.

Ingrid/wp (Quellen: Wikipedia, Wapedia-Wiki, WorldLingo, n-tv.de)

 

Zurück