Sonntag, der 6. Mai 2012, in Hamburg.

Nach den drei anstrengenden Tagen des Seniorentags, den wir alle mit einem „Dämmertörn“ auf der Alster beendeten, kamen für einige Mitglieder zwei Zusatztage hinzu.
Der erste war der Sonntag. Gerd Makowka hatte uns angeboten, mit uns einen Gang über den Fischmarkt zu machen, der sonntags von 5:00 bis 9:00 Uhr stattfindet. Wir verabredeten uns für 7:00 Uhr an der S-Bahnstation Landungsbrücken. Ich hatte große Erwartungen: Ein großer Fischmarkt erschien vor meinem inneren Auge, und ich war gespannt, welche Fische ich zu sehen bekäme...
Nun, es waren vor allem Matjes- und Bismarckheringshälften zwischen zwei Brötchenhälften!!! Ansonsten: Obst, Gemüse, Nudeln und Dauerwürste (in großen Mengen, - ganze Körbe voll!), Kleider, Spielsachen und viele, viele Blumen...

Auf dem Fischmarkt Hamburg

Auf dem Fischmarkt Hamburg

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Es war kalt geworden und wir wärmten uns in einem Café auf.
Um zehn Uhr trafen sich einige Mitglieder am Hotel Michaelishof und fuhren mit der S-Bahn nach Veddel zum Auswanderermuseum.

Bedrückende Situationen

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Drei von ehemals vielen Gebäuden sind dort originalgetreu nachgebaut und zeigen in vielen Stationen, wie die Auswanderer die Zeit bis zur Abfahrt ihres Schiffes verbrachten. Für etwa fünf Millionen europäische Emigranten war Hamburg zwischen 1850 und 1939 das "Tor zur Welt".
Ahnenforscher können außerdem im Forschungszentrum der Ballinstadt nach Spuren der eigenen Familie fahnden. Denn hier haben sie Zugriff auf die größte genealogische Datenbank der Welt mit über 600 Millionen Einträgen.

Auswanderermuseum Ballinstadt

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Um 13:00 Uhr hatten wir uns zum Mittagessen im Restaurant Fees im Hamburgmuseum verabredet: es gab ein leckeres Büffet; für neun Euro konnte man sich den Teller so voll laden, wie man wollte...
Bis zur angemeldeten Führung hatten wir noch etwas Zeit und besuchten die Sonderausstellungen „Die große Flut von 1962“ oder die Eisenbahnabteilung mit einem Nachbau des Bahnhofs Hamburg-Harburg mit historischen Lokomotiven.

Museum der hamburgischen Geschichte

Hamburgmuseum

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Der Führer des Museums der hamburgischen Geschichte zeigte uns die Anfänge der Siedlung Hamburg unter Karl dem Großen, berichtete von der Fälschung der Stadturkunde und der Schlauheit der Kaufleute Hamburgs, die es verstanden, den Steuern und der Beherrschung durch fremde Herrscher zu entgehen. Dänemark lag sozusagen vor der Tür: „Altona“ als dänischer Teil war den Hamburgern „All to nah“!

Spiegelungen in Hamburg

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Hamburgs Aufstieg begann mit der Entdeckung der neuen Welt. Der Handel verlagerte sich von der Ostsee auf den Atlantik, und die Hanse verlor an Bedeutung. Mit der Ausdehnung des Stadtgebiets kamen aber auch die Probleme: Ein großes Feuer 1842 vernichtete die Altstadt vollständig.
Die Choleraepidemie von 1892 in Hamburg war der letzte große Ausbruch der Cholera in Deutschland, der aufgrund hamburgischer Besonderheiten verheerende Ausmaße annahm. Die Epidemie brach während eines heißen Sommers aus. Der Pegel der Elbe war niedrig und das Flusswasser ungewöhnlich warm.

Pegelstand in H

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Da sich Senat und Bürgerschaft jahrzehntelang nicht auf den Bau einer Filteranlage einigen konnten, wurde das Hamburger Trinkwasser damals noch ungereinigt der Elbe entnommen. Im benachbarten Altona, das zu Preußen gehörte und eine Sandfilteranlage für Trinkwasser hatte, erkrankten während der Epidemie weit weniger Menschen als in Hamburg. Berühmt ist der Kommentar des zu Hilfe gerufenen Direktors des Berliner Hygienischen Instituts Robert Koch beim Rundgang durch das Gängeviertel: "Meine Herren, ich vergesse, dass ich in Europa bin!" (Quelle: wikipedia)

In der Speicherstadt

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Nach der Führung saßen wir gemütlich zum Kaffeetrinken unter der Glaskuppel des Museums, ehe uns Herr von Krug durch eben jenes Gängeviertel zum „Faltenrock“ führte. Was ein Faltenrock ist? Nun, das weiß eigentlich jeder. Aber weiß man auch, was „Falten-Rock“ ist? – Es ist eine Disco, die am ersten Sonntag im Monat für 60+ geöffnet ist! Hier ist Weiteres zu lesen und zu sehen
Jetzt gibt es kein Halten mehr: Das Tanzbein wirdgeschwungen zu Elvis-Klängen und Rock’n Roll der Sechziger!

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Vielen Dank, liebe Hamburger Freunde: Solche Orte lernt man bei einer normalen Stadtführung nicht kennen!
Morgen, am Montag, geht’s weiter: Davon berichten Andere.

Dieser Bericht wurde erstellt von Inge Hahn und Brigitte Höfer in Oberursel am 11.5.2012.

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