Tagesfahrt am 25.5.2011

Im Rahmen einer Tagesfahrt des Seminars fanden am Mittwoch, 25.5.2011 Exkursionen zum Schloss Nordkirchen, zur Burg Lüdinghausen und zur Burg Vischering am Vormittag statt; danach schloss sich eine Besichtigung von Haus Rüschhaus/Nienberge in der Nähe von Münster an und schließlich ein Besuch der Stadt Osnabrück mit einer Führung durch den Dom und den Friedenssaal des Rathauses.

Bild Schloss Nordkirchen

Die Fahrt ging mit dem Bus über Ottmarsbocholt durch die für das Münsterland typische Parklandschaft zunächst zum Schloss Nordkirchen, welches aufgrund seiner Ausmaße und der barocken Gestaltung auch als das „Westfälische Versailles“ bezeichnet wird. Es ist das größte Wasserschloss Westfalens. (Quelle: Wikipedia)

Seit 1951 befindet sich in dem Schloss die Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen.
Die Architekten des Gebäudekomplexes waren Gottfried Laurenz Pictorius, ab 1706 Peter Pictorius der Jüngere und ab 1724 Johann Conrad Schlaun, der als Architekt auch das Schloss in Münster gestaltete – heute Sitz der Verwaltung der Universität Münster – und als Architekt für viele kirchliche und weltliche Bauten die Pläne entwarf.
Weitere bekannte Bauwerke von Schlaun sind die Clemenskirche in Münster, Haus Rüschhaus, der Erbdrostenhof in Münster, das Jesuitenkolleg in Büren, Schloss Augustusburg, der historische Ortskern von Nottuln u.a..

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Gruppenfoto vor Schloss Nordkirchen

Im Innenhof von Schloss Nordkirchen wurde vor dem Haupteingang auf der Treppe ein Gruppenfoto gemacht.

Weitere Fotos der Schlossanlage sind sowohl bei Wikipedia einzusehen als auch von Teilnehmern des Seminars auf der Seite des VILE-Netzwerks zur Verfügung gestellt worden.

Burg Lüdinghausen

Von Schloss Nordkirchen ging es weiter nach Lüdinghausen, wo zunächst ein kurzer Gang zur Burg Lüdinghausen unternommen wurde. Domkapitular Gottfried von Raesfeld baute die Anlage ab 1569 im Stil der Renaissancezeit auf alten Mauern als befestigte Wohnburg neu auf.
Heute stehen die Räume für Veranstaltungen der Volkshochschule oder auch als Tagungsstätte zur Verfügung.

Auf dem Kapitelweg von der Burg Lüdinghausen zur Burg Vischering steht eine Büste von Fabio Chigi, der 1655 zum Papst gewählt wurde und bis 1667 als Papst Alexander VII. in Rom herrschte.

Die Burg Vischering ist diejenige in wesentlichen Teilen erhaltene Wasserburg des Münsterlandes, die am ehesten den Charakter einer wehrhaften Burg besitzt. Um die Burg herum erstrecken sich zwei ringförmige wassergefüllte Gräften, die von der Stever gespeist werden. Die Hauptburg ist von einer Ringmauer umgeben, die auch die Gebäude in ihrem Inneren integriert: Münsterland-Museum; Restaurant.
Die Burg war Stammsitz der Drosten zu Vischering, eine bedeutende Familie des westfälischen Landadels, die auch den Erbdrostenhof zu Münster von J. C. Schlaun erbauen ließ.

Burg Vischering

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Gedenkbriefmarke "Annette von Droste-Hülshoff"

Die Burg Vischering wurde 1979 als Motiv in der Biefmarkenserie Burgen und Schlösser als 0,90 DM-Wert von der Deutschen Bundespost herausgegeben.

Um die Burg herum laden schöne Wege zum Wandern und Spazierengehen ein. Nach dem Mittagessen in der Burg Vischering ging die Fahrt weiter nach Münster-Nienberge zum Haus Rüschhaus.
Annette von Droste-Hülshoff zog nach dem Tod ihres Vaters 1826 hier mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Jenny ein und wohnte hier bis 1846. Zuvor war sie auf Burg Hülshoff aufgewachsen, die nur wenige Kilometer von Rüschhaus entfernt bei Havixbeck liegt. Das Anwesen ist 1745-1748 nach Entwürfen von J.C. Schlaun gebaut und von ihm selbst als Sommersitz bewohnt worden. Das Haus ist von einer Gräfte umgeben.

Hinter dem Haus befindet sich ein Barockgarten im französischen Stil.
Haus Rüschhaus ist ein bäuerlicher Gräftenhof, dessen Architektur dem Anspruch eines feudalen Adelssitzes genügt.
Die Einrichtung des Wohntraktes geht auf die Zeit zurück, in der die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff dort gelebt hat und eine Reihe von Balladen und Gedichten sowie „Die Judenbuche“ dort verfasst hat.

Barockgarten am Rüschhaus

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Nach der Führung durch Haus Rüschhaus ging die Fahrt weiter nach Osnabrück – der zweiten Stadt des Westfälischen Friedens. Dort verhandelten die Abgesandten der protestantischen Reichsstände, die Kaiserlichen und die Schweden. Im katholischen Münster verhandelten der Kaiser, die katholischen Reichsstände, Frankreich, Spanien und die Niederlande, ebenso Abgesandte der Schweiz. Beide Friedensstädte waren seit 1643 neutralisiert. Nachdem in Münster schließlich auch der Frieden zwischen dem Kaiser und Frankreich ausgehandelt war, wurde am 24. Oktober 1648 der Friedensvertrag in Münster unterzeichnet und einen Tag später in Osnabrück.

Friedenssaal Osnabrück

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Der Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses ist ähnlich wie der Friedenssaal des Rathauses zu Münster aufgebaut. Die Leuchter sind fast identisch; an den Wänden hängen Portraits von den europäischen Gesandten des Friedenskongresses und den Herrschern jener Zeit wie z.B. Ludwig XIV., Kaiser Ferdinand III., Königin Christine von Schweden.
Im oberen Stockwerk des Rathauses von Osnabrück wird ein Stadtmodell, das Osnabrück im Jahre 1633
darstellt, gezeigt.

Besuchergruppe im Innenhof des Kreuzganges am Dom zu Osnabrück

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Vor der Besichtigung des Friedenssaales fand ein Rundgang durch den Dom St. Peter statt, der zu
den Meisterwerken spätromanischer Baukunst gehört, mit einer Besichtigung des Kreuzgangs und Innenhofes.

Hochchor, Dom zu Osnabrück

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Dom zu Osnabrück

Die Stadt Osnabrück betrachtete die Rückkehr des Fürstbischofs mit gemischten Gefühlen. Sie ließ die Festung Petersburg als Protest gegen die Rückkehr des Fürstbischofs niederreißen.
Dem schwedischen Statthalter Gustavson musste das Hochstift Osnabrück für seinen Machtverzicht eine Abfindungssumme von 80.000 Talern in 4 Jahren zahlen. Außerdem wurde festgelegt, dass für die konfessionelle Verteilung der Gemeinden und Kirchen das „Normaljahr“ 1624 gelten sollte.
Die zuletzt genannten Textstellen sind der Schrift: Dreißigjähriger Krieg: Belastungen der Bevölkerung im Raum Iburg entnommen, veröffentlicht vom Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg. Das komplette Werk lässt sich aus dem Internet als PDF-Datei herunterladen.

Das Schloss in Bad Iburg war zeitweise Sommerresidenz des Fürstbischofs Franz W. von Wartenberg. Die Landbevölkerung hatte dort wie in vielen anderen Landesteilen während des 30-jährigen Kriegs unter den vielen Truppendurchzügen zu leiden, die oft mit Plünderungen und Raubzügen einhergingen.

Hans Badorreck

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Rathaus Osnabrück

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