Aus dem Rahmenprogramm

Am Donnerstagabend wollte Ursula aus Wuppertal wissen, was Willi nicht mag. Wer ist Willi? Er gehört nicht zu unserer Gruppe, aber es ist ein interessanter Typ, heißt es. Wir sollen herausfinden, was er mag und was er nicht mag. So würden wir ihn kennenlernen.

Eine Blüte

„Willi mag zum Beispiel Wasser aber keinen Wein.”
Ein seltsamer Typ.
„Er mag auch keine Blumen aber Narzissen.“
Hier stimmt doch wohl etwas nicht!

Im Botanischen Garten

Nun, die Köpfe rauchten, die Stirnen zeigten Falten. Zum Glück hatte Margret Wein spendiert, roten und weißen. Die angestrengte geistige Arbeit machte durstig und die Flaschen leer.
Von Müdigkeit war nichts zu spüren, das war auch am Nachmittag so. Erst kurz vor dem Abendbrot waren wir vom Botanischen Garten zurückgekehrt.

Es war so interessant und kurzweilig gewesen, wie uns der Gärtnermeister durch die Anlage geführt hatte.
Der Botanische Garten von Münster geht auf ein Dekret des Freiherrn vom Stein zurück. Für Forschungen der medizinische Fakultät war er gegründet worden.

Blüte

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Die Beete sind so angelegt, dass dort jeweils die Pflanzen wachsen, die auf einem bestimmten Boden gedeihen. Es gibt Beete mit steinigem, trockenen Boden, Beete mit fruchtbarem schweren Boden, kalkhaltige Böden, saure Böden.
Im Bauerngarten wachsen neben Gemüse, Salat und Küchenkräutern nur die Blumen, die auch ein Heilkraut sind. Die Ringelblume, zum Beispiel, eignet sich besonders für die Zubereitung von Wundsalben.

Exoten

Ungewöhnlich und neu für mich, war ein Baum am Ufer eines Teiches, dessen Wurzeln im Wasser liegen und Knospen bilden.
Kleine Spitzen ragen aus dem Wasser und entwickeln sich zu Ablegern des Baums.

Zwischen den einheimischen Waldbäumen stehen auch solche aus Asien. Die heimische Rot- oder Blutbuche hat, wenn sie im Schatten steht, grüne Blätter. Nur wo sie dem Sonnenlicht zugewandt ist, zeigen die Blätter das Rot, dem die Buche ihren Namen verdankt. Es gibt auch einen Baum, dessen Rinde sich ganz weich anfühlt, wenn man darauf drückt. Damit kann das Wasser gespeichert werden.
Daneben stehen die Exoten. Ihre kernigen Samen springen nur in heißer Asche auf und können dann sprießen. Deshalb würde ein Wald mit diesen Bäumen nicht vollständig durch einen Brand vernichtet. Sein Fortbestehen ist sogar durch ein Feuer garantiert. Die Gingobäume sind so angepflanzt, dass die weiblichen nicht entlang der Wege stehen. Sie würden mit ihrem Gestank Arbeiter und Besucher vertreiben.

Blume Hirschgeweih

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Eine Besonderheit dieses Botanischen Gartens sind die Gewächshäuser. Sie haben keine Jalousien, sondern Holzläden vor den Fenstern. Einige kleinere Anlagen dürfen nur vom Gärtner betreten werden, weil sie so baufällig geworden sind.
Im Tropenhaus gibt es nur die Pflanzen aus der Alten Welt, das heißt hier ist das zu sehen, was um das Mittelmeer herum und in Asien zu Hause ist. Ein Baum ist mir besonders aufgefallen. Er steht an einem Gewässer. Seine Zweige wachsen nicht nach oben oder in die Breite. Sie neigen sich nach unten in das Wasser und schlagen dort Wurzeln.

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Der Besuch des Botanischen Gartens, zu dem man übrigens auch über die Eingangshalle des Schlosses gelangen kann, wird mir lange im Gedächtnis bleiben.

Erdmute Dietmann-Beckert

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