Was sind Kreditausfallversicherungen - sogenannte CDS?

Von Stefan Wolff

Im Grunde genommen ist es ungefährlich, sich gegen Kreditausfälle zu versichern. Ganz im Gegenteil sollen solche Ausfallversicherungen ja die Risiken für Anleger vermindern. Und so fallen Credit Default Swaps, kurz CDS, wie so viele Finanzinstrumente in die Kategorie "gut gemeint ist das Gegenteil von gut".

Rein finanztechnisch gesehen sind Credit Default Swaps Kreditderivate, mit denen Ausfallrisiken gehandelt werden. Besteht also beispielsweise bei einem Land ein hohes Risiko, sind auch die Versicherungsprämien entsprechend hoch, in diesem Falle die Kurse der CDS.
Steigen die Kurse signifikant an, dann ist dies ein Alarmsignal, das an den Finanzmärkten durchaus eine gute Funktion erfüllt. Commerzbank-Chef Martin Blessing zu den Credit Default Swaps:

"Sie waren im Fall Griechenlands einerseits eine 'Warnlampe', die auf die unhaltbare Staatsverschuldung hingewiesen hat. Andererseits aber haben sie die Entwicklung auch selbst unnötig verschärft."

Problematisch an den Kreditausfallversicherungen ist, dass auch Risiken gehandelt werden können, die der CDS-Käufer gar nicht eingegangen ist. Das Ganze ist vergleichbar mit einer Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn, die nicht nur ein Anleger, sondern Hunderte abschließen. Damit wächst das Interesse daran, dass das Haus tatsächlich brennt. Einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat diese Wette nicht.

Genau dieser Fall ist nun eingetreten. Der Handel mit CDS hat sich dramatisch ausgeweitet und damit virtuelle Risiken geschaffen, wie zum Beispiel einen nie zur Debatte stehenden Ausfall spanischer Anleihen.

Auch Professor Udo Steffens, von der Frankfurt School of Finance and Management, sieht CDS kritisch, auch wenn er anfügt, diese Anlagevehikel hätten viel Gutes getan.

Kontrolle ist schwierig, denn Credit Default Swaps werden außerhalb der regulierten Märkte gehandelt. Deshalb fordern Experten anstelle eines Verbots, man solle erst einmal eine kontrollierbare Handelsplattform für CDS schaffen.

(DLF 20.05.2010)

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