"Victor Auburtins gesammelte kleine Prosa, Pfauenfedern"

von Victor Auburtin
Buchtipp von Johannes Wiese

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Mein Autor ist Victor Auburtin (* 5. 9. 1870 in Berlin, + 1928 in Garmisch). Er war Journalist,
Auslandskorrespondent (wie zeitweilig Fontane) und vor allem Feuilletonist für das
"Berliner Tageblatt".
Seine Texte sind in Sammelbändchen erschienen, von denen die "Pfauenfedern" im Verlag 'Das
Arsenal', Berlin 1994, vermutlich noch zu erwerben sind.

Leseprobe:

Der Philolog

Täglich, nachmittags um drei Uhr, ging der Philolog durch den Stadtpark in die Landesbibliothek; und so tat er es seit vielen Jahren bei jedem Wetter. Im Winter trug er einen Winterüberzieher, im Sommer einen Sommerüberzieher, und wenn es tegnete, spannte er seinen Schirm auf. In der Bibliothek setzte er sich an seinen bestimmten Platz, schlug einen Band der Werke Ciceros auf und zählte nach,, wie oft dieser Römer das Wort quamquam gebraucht hatte.
Denn das war seine Lebensaufgabe, die er sich gestellt hate: er wollte eine Statistikj aufsetzen über das Vorkommen des Wortes quamquam bei allen lareinischen Schriftstellern und feststellen, wie oft dieses Wort den Indikativ und wie oft den Konjunktiv regierte. Er hatte darüber schon zwei Bände in Großoktav bei B.G. Teubner in Leipzig herausgegeben.

Verlag: Arsenal Verlag
ISBN 3-921-81074-4
Preis: Euro 17.--

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