"Der Buchtrinker"

von Klaas Hiuzing
Buchtipp von Maria Burkard

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Zwei Romane werden abwechselnd erzählt, sie haben auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun, der eine spielt im 19 Jahrhundert, der andere Ende des 20. In beidem wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der von „tödlicher Bücherwut“ befallen ist. Die Verbindung entsteht dadurch, dass Falk (20. Jahrhundert) hinter die Geheimnisse des Tinius kommen will, der vor über hundert Jahren wegen seiner „Büchergier“ zum Mörder geworden ist. Die beiden Geschichten wechseln sich kapitelweise ab, man kann sie so lesen, wie der Autor sie erzählt, man könnte aber auch die jeweiligen Handlungsstränge verfolgen.

Zu diesen beiden Textebenen kommen mindestens zwei, eigentlich sogar drei hinzu weiter hinzu:

Das interessanteste sind die „neun Teppichen“, von denen jeweils einer nach den entsprechenden Romankapiteln eingefügt wird. Hier wird die Geschichte der Schrift erzählt und reflektiert. Es geht darum, wie die Schrift, das Schreiben und die technischen Fortschritte die dahinter stehen, den Menschen in seinen Denkstrukturen verändert haben. Der Autor spricht von „einer Kulturgeschichte des Lesens“

Der Leser kann nicht einfach aufnehmen und träumen, er wird sehr häufig direkt angesprochen und zum Mitdenken aufgefordert. Immer wieder wird er mit Anspielungen auf vorhandene Literatur konfrontiert.

Jedem Kapitel ist ein Zitat vorangestellt, das die Problematik andeutet und noch einmal unterstreicht, dass sich dieses Buch in die vorhandene Kulturgeschichte einschreiben will

Ich mußte das Buch zwei Mal lesen, um alles zu verstehen will. Zuerst hat mich die durchaus spannende Handlung interessiert und dann habe ich versucht die zahlreichen Anspielungen und Überlegungen aufzunehmen.

Verlag: btb Verlag
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3-442-72014-1
Preis: Euro 7,50

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