"Oskar und die Dame in Rosa"

von Eric-Emmanuel Schmitt
Buchtipp von Werner Toporski

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Oskar hat Krebs. Alle Ärzte und Schwestern schauen ihn traurig an, denn er ist kein Patient mehr, „der Freude macht“. Vor allem redet mit ihm keiner über das Thema, das ihm so wichtig ist: den Tod. Auch seine Eltern schweigen.
Nur „Oma rosa“, die Krankenhauskinder betreut, findet einen Weg und begleitet ihn durch sein ganzes Leben - zwölf Tage! Denn das ist es, worauf sie gemeinsam kommen: Man muss jeden Tag so betrachten, als zählte er zehn Jahre. Und noch etwas hilft ihm: Der Vorschlag, jeden Tag einen Brief an Gott zu schreiben. „Er wird dir Gutes tun“ sagt sie und „Gedanken, die man nicht ausspricht, machen schwer“. Und so begibt Oskar sich auf seine Reise, und am Schluss stellt er auf seinen Nachttisch ein Schild: „Nur der liebe Gott darf mich wecken.“

Das Ganze wird ohne jede Gefühlsduselei und im Grunde fast heiter erzählt. Dass Oma rosa früher mal Catcherin war, wie sie sagt, lässt sie bei Oskar natürlich Punkte machen, und wie sie es schafft, für ihn die Regeln des Krankenhauses außer Kraft zu setzen, ist schon ziemlich cool.
Eric-Emmanuel Schmitt, durch "Monsieur Ibrahim..." nicht ganz unbekannt, demonstriert, dass es die Einfachheit ist, die zum Kern der Dinge führt. In dieser Schlichtheit kann man am ehesten vom Sterben reden, und so macht er deutlich, wie nah dem Leben ein Mensch gerade in der Phase seines Sterbens ist. Ein Buch das einen glücklich macht, so merkwürdig das bei seinem Thema klingen mag.

Verlag: Fischer (Tb.)
ISBN: 3-596-16131-2
Preis: Euro 7.00

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