"Stein und Flöte"

von Hans Bemmann
Buchtipp von Jutta Döpfer

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"Bücher lesen heißt wandern, gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne."
Jean Paul

Für mich ist lesen wie atmen, also absolut lebensnotwendig. Als Viel-Leserin notiere ich mir schon seit vielen Jahren jedes gelesene Buch samt Original Titel und Übersetzer/in, dazu eine mehr oder minder kurze Inhaltsangabe und meine Meinung dazu.

Ich kann sehr schnell lesen, aber ab und zu gibt es Bücher, da lässt man sich jedes Wort auf der Zunge zergehen.

Dazu gehört von Hans Bemman "Stein und Flöte". Ein Märchenroman wie ein orientalischer Teppich. Aber das ist noch nicht alles. Es ist die Geschichte von Lauscher, dem Sohn des Großen Brüllers, der aber mehr seinem Großvater,
dem Sanften Flöter nachgeraten ist. Über 800 Seiten pures Lesevergnügen, wirklich ein "gehen in ferne Welten."

Leseprobe:
"Man kann wohl sehen, dass es dein Kind ist", sagte sie, denn das Kind war am ganzen Körper mit einem pelzigen Flaum überzogen. "So", sagte der Große Brüller mit seiner dröhnenden Stimme und nahm den Sohn auf seine Arme. "Sieht man das ? Und warum brüllt er nicht ?" "Merkwürdig", sagte die Hebamme, "mir hat die ganze Zeit über etwas gefehlt. Jetzt weiß ich's, da du es sagst: er brüllt nicht. Sieh ihn doch an. Er schaut aus, als ob er lauscht." "Ein Kind muß brüllen" sagte der Vater befremdet. "Laß ihn doch", sagte die Hebamme- " Wer brüllt, hört nicht gut. Laß ihn nur lauschen."

Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3-442-44717-8
Preis: Euro 10.--

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