"Mit Staunen und Zittern"

von Amélie Nothomb
Buchtip von Gertraud Obermann

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Amélie ist selbst schuld an ihrem Pech. Sie ist belgische Übersetzerin, hat sich aber für ein einjähriges Praktikum in einem japanischen Konzern verpflichtet. Ihre Fähigkeiten sind aber dort nicht gefragt, obwohl sie gerade dieser Fähigkeiten wegen eingestellt wurde. Als Ausländerin und Frau steht Amélie-san ganz unten in der Hierarchie der Firma Yumimoto. Zunächst hat sie einen privaten Brief für ihren Vorgesetzten, Herrn Saito, in Englisch aufzusetzen, ein schlichtes Antwortschreiben auf eine Golfeinladung, doch auch der 10. Entwurf fällt nicht zur Zufriedenheit Herrn Saitos aus. Amélie-san wird degradiert, hat nun in erster Linie Kaffee zu servieren. Doch als dabei ihr perfektes Japanisch auch Kunden auffällt, wird sie schwer gerügt, denn dadurch könnten sich die Japaner verunsichert fühlen. Sie hält nun die Kalender der Mitarbeiter auf dem laufenden und nach weiteren "Verfehlungen" - sie hat sich angemaßt, selbständig zu denken - beginnt ihr endgültiger Abstieg in der Firmenhierarchie. Das Buch lebt vor allem von der Situationskomik, ist spannend und witzig geschrieben. Ob freilich die Verhältnisse in einem japanischen Unternehmen nicht doch zu stark überzeichnet sind, kann ich nicht beurteilen. Ich habe den Roman als Satire gelesen und sehr genossen.

Verlag: Diogenes Verlag
ISBN: 3-257-23325-6
Preis: Euro 7.90

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