Das Gesundheitssystem in Belgien

Die Gesundheitssysteme in Deutschland, Belgien und den Niederlanden werden überwiegend aus Sozialversicherungsbeiträgen finanziert. In den meisten anderen nord- und westeuropäischen Staaten hingegen werden die Kosten des Gesundheitswesens mit Steuermitteln bezahlt.

Das Gesundheitssystem in Belgien ist überwiegend über Sozialversicherungsbeiträge finanziert. Eine freiwillige Krankenversicherung kann die Pflichtversicherung ersetzen, sie kann eine zusätzliche Ergänzung zur Pflichtversicherung sein; d.h. es werden Leistungen erbracht, die die Pflichtversicherung nicht abdeckt. Das gewählte Finanzierungssystem beeinflusst auch die Bereitstellung des ambulanten Leistungsangebotes. Die Versorgung außerhalb des Krankenhausangebots wird hauptsächliche durch niedergelassene Ärzte, die selbständig tätig sind, sichergestellt.

Die belgische Krankenversicherung - die "Mutuelle " - ist deutlich günstiger als in Deutschland: Der Versicherte zahlt nur 100 Euro - im Jahr! Dafür gilt hier aber das Kostenerstattungsprinzip, bei dem die Patienten für alle Untersuchungen in Vorkasse treten. Außerdem zahlen Arbeitnehmer 13,07 Prozent des Bruttolohns in die Sozialversicherung. Der Arbeitgeber steuert einen Anteil von 32,35 Prozent des Bruttolohns dazu. Grund: In der belgischen Sozialversicherung sind neben der Krankenversicherung auch die Arbeitslosen- und die Rentenversicherung enthalten.

In Belgien können Patienten ihren Arzt frei wählen. Mediziner sind hier allerdings in verschiedene Kategorien eingeteilt: Es gibt die Vertrags- oder Krankenkassenärzte und die freien Ärzte. Die Vertragsärzte rechnen Untersuchungen nach den Vorgaben der Krankenkassen ab und sind somit am günstigsten.

Die freien Ärzte können prinzipiell verlangen, was sie wollen. Da Eigenbeteiligung im belgischen Gesundheitswesen groß geschrieben wird, achten Patienten genau auf die Kategorie des jeweiligen Mediziners: Denn je teurer der Arzt, desto größer ist auch der eigene Anteil.

Es gibt kaum Arzthelferinnen. Belgische Ärzte sind sozusagen Alleinunternehmer, die alles selbst erledigen. Die Praxis selbst ist neben einem Untersuchungsraum meist nur mit einem Wartezimmer ausgestattet.

Sparmaßnahmen angekündigt

Die föderale belgische Regierung will mit durchgreifenden mit Sparmaßnahmen das wachsende Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) reduzieren. Die Einsparungen sollen alle treffen: Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und die Pharmaindustrie.

(Autor: Horst, Quellen: ESS-Europe.de, WDR, zm-online)

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