Reisebericht 25. und 26. Juni 2011

Einen Wermutstropfen gab es allerdings gleich zu Beginn mit der Hiobsbotschaft, dass Carmen Stadelhofer einen Unfall hatte und nicht mitreisen kann.

Tor Morgenröte in Vilnius

Vilnius, Litauens Hauptstadt, war unser erstes Ziel. Direkt in der Altstadt, beim "Stadttor der Morgenröte" (dem einzigen noch erhaltenenen Stadttor von ursprünglich 8), hinter der barocken  Theresienkirche und mit Blick auf die Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert, liegt das ehemalige Kloster der Karmeliterinnen, in dem unser Hotel "Domus Maria" untergebracht ist.

Zunächst ein paar Fakten: Litauen wurde 1009 erstmals urkundlich erwähnt, seine Kapitale Vilnius war 2009 europäische Kulturhauptstadt, die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Nach der erneuten Staatsgründung Litauens 1918 sowie der politischen Wende 1991 waren die Gebäude umfassend renoviert worden und die sozialistischen Spuren weitgehend verwischt. Unsere Erwartungen waren also hochgespannt, als wir programmgemäß zum Stadtrundgang starteten, und wurden nicht enttäuscht: wunderschön restaurierte barocke Häuserzeilen und Kirchen, ein großer Universitätskomplex mit zahlreichen Innenhöfen, das Rathaus im klassizistischen Stil, verwinkelte Gassen.

Straße in Vinius

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Wir hatten Glück mit dem Reisetermin, denn das traditionelle Johannisfest zur Sommersonnwende am 23./24.6. wurde in das Wochenende hinein verlängert, sodass es auf den Straßen von jungen Menschen in bunten Trachten aus dem ganzen Baltikum wimmelte.

Trachten in vilnius

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Auf dem Marktplatz gab es Gesang- und Tanzdarbietungen bis nach Mitternacht, aber auch das Chorkonzert in der Universitätskirche war für einige aus unserer Gruppe ein Erlebnis.

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So fiel auch diese Nacht (ebenso wie die folgenden) verständlicherweise recht kurz aus, dafür bescherte uns die nördliche Lage des Baltikums ungewohnt lange, helle Tage.

Pünktlich um 9 Uhr wurde am Sonntag der Stadtrundgang mit Ilona, unserer ebenso sympathischen wie kompetenten litauischen Führerin, die uns während der ganzen Reise begleitet, fortgesetzt. Wir bewunderten die großartige Fassade der National-Philharmonie, passierten die Kasimir-Kirche der Jesuiten mit angeschlossenem Gymnasium und kamen durch die Literatengasse.

Bilder in der Literatengasse

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Eine kleine Brücke mit zahllosen Vorhängeschlössern führte ins Künstlerviertel Uzupio, wo Maler, Musiker und Schriftsteller mit eigener" Verfassung" und eigenem "Präsidenten" leben.

Verfassung Uzipozi

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Bereits zur Mittagszeit starteten wir zur Fahrt Richtung Kaunas mit einem Zwischenhalt in der geschichtsträchtigen Wasserburg Trakai, die gleichzeitig ein schönes Naherholungsgebiet für die Städter ist.
Erbaut wurde sie Anfang des 15. Jh., nachdem zwei Vorgängerburgen an anderer Stelle vom Deutschritterorden eingenommen und zerstört worden waren. Die Schlacht bei Tannenberg 1410 mit dem Sieg über den Ritterorden bedeutete das Ende der Kämpfe. Die Burg Trakai wurde deshalb nie zerstört, sie zerfiel aber zur Ruine und wurde erst 1930 wieder aufgebaut.
Neben einer Fülle geschichtlicher Informationen wusste Ilona auch von den Karaimen (oder Karäern) zu berichten, von denen ca. 300 in Trakai leben. Sie haben eine eigene Religion mit jüdischen und muslimischen Elementen und wohnen in typisch gestalteten bunten Holzhäusern.

Holzhaus in Trakai

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Natürlich probierten wir ihre Spezialität "Kibinai", gefüllte Teigtaschen, die am Straßenrand angeboten wurden. Nach einer Kaffeepause ging es weiter Richtung Kaunas. Dort gelang einigen Teilnehmern vor Museumsschließung um 17 Uhr noch ein kurzer Blick in die Gemäldeausstellung von M. K. Ciurlionis (1875-1911), einem besonders in seiner Heimat bekannten Komponisten und Maler poetisch-abstrakter Werke.

Alle "Unter den Linden" in Trakai

Andere genossen gleich einen Spaziergang auf der etwa 3 km langen Fußgängerzone "Unter den Linden", die von der Garnisonskirche bis zur malerischen Altstadt führt. Am Abend gab es dann noch Gelegenheit, im Park der Musikhochschule einem Konzert zu lauschen.

Renate und Eberhard Weidmann

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